Games Convention 2007 - die neuesten Spiele-Trends

von Christian Kohlstruk

Die größte europäische Messe für Computer- und Videospiele hat auch dieses Jahr vom 23. bis zum 26. August ihre Pforten geöffnet. Wie schon in den Jahren davor, sind auch bei der "Games Convention 2007" Tausende von Besuchern nach Leipzig gepilgert, um sich die aktuellsten Spieletrends aus erster Hand anzusehen.

Die größte Spiele-Messe der Welt bietet ausreichend Unterhaltungsprogramm: Skater aus aller Welt haben die Zuschauer beeindruckt.

Im Vorjahr strömten etwa 183.000 Spielebegeisterte in die Messehallen. Zur "Games Convention 2007" reisten über 185.000 Besucher an. Die Veranstaltung hat sich zu Europas größter Messe für Computer- und Videospiele entwickelt. Wer sich also in Leipzig auf der riesigen Spielemesse vergnügen wollte, musste sich rechtzeitig um eine Übernachtungsmöglichkeit kümmern.

Erstmals gab es aber auch die Möglichkeit des "GC Freestyle". Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Art Sommerfestival mit Live-Musik, Sportangeboten und Zeltplätzen. Natürlich wurden auf der "Games Convention" nicht einfach nur Filme von noch nicht erschienenen Spielen vorgeführt, es wurde richtige Unterhaltung geboten.

Jede Menge Shows, ein eigens angelegter Strand und alle möglichen Fun-Sportveranstaltungen waren nur einige der abwechslungsreichen Möglichkeiten, sich vom Grafik-Spektakel zu erholen. Auf 115.000 Quadratmetern warben die Hersteller der Computer- und Videospiele um die Gunst der Spielefreunde. Und der Markt ist umkämpft, sodass die Aussteller sich gegenseitig mit aufwändig gestalteten Ständen, Tänzern, Show-Einlagen und kleinen Geschenken übertrumpfen wollten. Die "GC Family" mit ihrem auf die ganze Familie ausgerichteten Programm bot nach ihrem Einführungserfolg im letzten Jahr natürlich auch 2007 wieder genug Möglichkeiten, Eltern ein wenig in die Welt der PC- und Videospiele einzuführen.

Helden der Knöpfchen

Die neue X-Box kann auf der GC getestet werden.

Für alle, die gerne Online gegen oder mit ihren Freunden spielen, waren die täglichen Turniere in verschiedenen Spielen interessant - vor allem die Austragung des "Extreme Masters Supercup", der vor mehreren Hundert Zuschauern live ausgetragen wurde.

Wie in Korea, wo die besten "Starcraft"- und "Warcraft 3"-Spieler von Fans bejubelt auf der Bühne ihre virtuellen Kräfte messen, so haben auch hier Moderatoren das Geschehen kommentiert und dem Ereignis das "offizielle Flair" gegeben.

Grafik gegen Spielspaß

Erkan und Stefan auf der Games Convention.

Bei diesem Überangebot an Freizeitgestaltung sollte man aber nicht vergessen, den eigentlichen Grund der "Games Convention" in Augenschein zu nehmen: die Messestände der Spielefirmen. Dabei ließen sich vor allem in diesem Jahr zwei deutliche Trends unterscheiden: einerseits die "alteingesessenen Zocker", die auch schon mal 100 Euro für ein importiertes Spiel ausgeben, nur um es ein paar Wochen früher zu spielen als der Rest Europas, und andererseits die Gelegenheitsspieler, die ab und zu eine Runde des berüchtigten "Moorhuhn" spielen.

Während die langjährigen Spieler eher mit der X-Box 360 oder Sonys Playstation 3 "daddeln", hat Nintendo dem Grafikwettrüsten den Rücken gekehrt und uns alle schon letztes Jahr mit ihrer Konsole "Wii" erstaunt. Hier muss man nicht erst Tastenkombinationen auswendig lernen, sondern kann einfach loslegen. Und weil das auch weniger erfahrene Spieler können, hat Nintendo damit eine ganz neue Zielgruppe erschlossen. Vor allem Frauen bevorzugen Nintendos bewegungsfreundliche Konsole gegenüber den "Grafikmonstern" XBox 360 und PS 3.

Hollywood gegen Travemünde

Während Microsoft und Sony vor allem altbekannte Spielekonzepte in neue, beeindruckende Grafiken packen, die jede Spieleentwicklung aufwändiger, teurer und zeitintensiver machen, entwickelt Nintendo mithilfe ihres ungewöhnlichen Kontrollgerätes neue Spielideen. Grafisch können diese zwar nicht mit der Konkurrenz mithalten, die Entwicklungskosten sind dafür jedoch wesentlich geringer.

Der Trend zum Gelegenheitsspielen zeigte sich auch auf anderer Seite: In diesem Jahr waren einige kleinere Spielefirmen auf der GC vertreten, so genannte "Casual Games"-Entwickler. Im Gegensatz zu den wirklich großen Firmen haben diese für ein Spiel nicht vier Jahre Entwicklungszeit mit ungefähr 80 Leuten. Dafür muss man auch keine Preise von mindestens 50 Euro für ein solches Spiel hinlegen.

Vorsicht, Nachmacher!

Die große Messehalle mit Glasdach in der Stadt Leipzig.

Eine weitere Idee der Messeveranstalter war neben des umfangreichen Rahmenprogramms ein Projekt, um auf Raubkopierer aufmerksam zu machen. Dies wurde mit der "Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen" (GUV) geplant.

Dabei sollten vier Schauspieler abwechselnd verschiedene Besucher der Messer verfolgen und dabei deren Bewegungen kopieren. Das Kopieren von Computerspielen gilt zwar als Diebstahl - und zwar Diebstahl von "geistigem Eigentum". Dennoch ist das Raubkopieren immer noch weit verbreitet.

letzte Aktualisierung: 15.08.2009

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