Gefährliche Blutsauger: Zecken

Teil 1

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von Britta Pawlak


In den wärmeren Jahreszeiten werden sie vielerorts zur echten Plage: Zecken, die gefährlichen Blutsauger. Sie breiten sich immer weiter aus, und auch die Zahl der infizierten Tiere nimmt zu. Zu welcher Gattung gehören Zecken eigentlich? Wozu benötigen sie das Blut von Menschen, Vögeln oder Säugetieren, und wie lauern sie ihren Opfern auf? Ein Zeckenbiss ist nicht nur lästig, es besteht auch die Gefahr einer Krankheitsübertragung: Immer mehr Zecken tragen Borreliose-Bakterien oder FSME-Viren in sich. Wo kommen die ungeliebten Krabbeltiere besonders häufig vor?


Zecken breiten sich immer mehr aus. Gefährlich sind die Blutsauger, weil sie auch Krankheiten übertragen können.

Zecken sind keine Insekten, es handelt sich um eine Milbenart, die zur Familie der Spinnen gehört. Sie haben also - wie alle Spinnentiere - acht Beine. Zecken sind zwar die größten Milbentiere, aber dennoch winzig klein: Nur wenige Millimeter lang ist eine ausgewachsene Zecke. Ein Vielfaches des eigentlichen Körpergewichts hat dagegen ein mit Blut vollgesaugtes Tier.

Jedes Jahr von Frühling bis in den Spätsommer eine echte Plage: Vor allem in Wiesen und Wäldern gibt es vielerorts jede Menge Zecken. Durch den milden Winter waren die Bedingungen für die Tiere gerade in diesem Jahr ideal. Die Gefahr von Zecken ist aber längst nicht mehr nur auf Naturgebiete beschränkt. Zunehmend leben sie auch in Vorgärten und Stadtparks. Besonders wohl fühlen sie sich in warmen und feuchten Gebieten. In Europa sind Schildzecken wie der Gemeine Holzbock am häufigsten. Weltweit gibt es etwa 650 Zeckenarten.

Wozu benötigen Zecken das Blut von Mensch und Tier?

Sowohl männliche als auch weibliche Zecken saugen Blut. Um bis zu 2.000 Eier abzulegen, benötigt das Weibchen aber wesentlich mehr Blut. Anschließend stirbt es. (Bild: Zeckeneier) (Quelle: Wikipedia )

In ihrem Leben brauchen Zecken mehrere "Blutmahlzeiten". Sowohl männliche als auch weibliche Zecken saugen Blut. Die Männchen benötigen das Blut von Vögeln, Säugetieren und Menschen zur eigenen Nahrungsaufnahme. Deshalb saugen männliche Tiere auch deutlich weniger Blut. Nach der letzten Blutaufnahme begattet ein erwachsenes Männchen eine weibliche Zecke und stirbt ab.

Weibchen ernähren sich nicht nur von dem Blut, sie benötigen es auch für die Fortpflanzung. Nach dem Blutsaugen können sie mehrere Tausend Eier ablegen. Anschließend verendet auch die weibliche Zecke. Aus den Eiern entstehen Larven, die dann als so genannte "Nymphen" mehrere Stadien durchlaufen. Auch sie benötigen bereits Blut von kleineren Tieren, um sich weiter zu entwickeln. In ihren Nymphen-Stadien häuten sie sich mehrmals, bis sie zur Zecke heranwachsen. Die Opfer ausgewachsener Tiere sind schließlich Menschen und große Säuger. Zecken leben mehrere Jahre. Aktiv sind sie von März bis in den Oktober hinein, im Winter sterben einige von ihnen ab.

Wie saugt die Zecke das Blut?

Eigentlich nur wenige Millimeter lang, erhöhen Zecken ihr Gewicht nach dem Saugen um ein Hundertfaches und können sogar eine Länge von mehreren Zentimetern haben. (Quelle: Wikipedia )

Zecken lassen sich - entgegen vieler Behauptungen - nicht von hohen Bäumen auf ihr Opfer fallen. Vor allem lauern sie in Gräsern, Büschen oder im Unterholz von Wäldern. So können sie Wochen und Monate verharren, um auf den "richtigen Moment" zu warten. Streifen Menschen und Tiere durchs hohe Gras oder Gebüsch, bleiben die Blutsauger an ihnen hängen. Lange Kleidung ist noch kein ausreichender Schutz. Zecken krabbeln eine ganze Weile am Körper herum, bis sie die geeignete Einbiss-Stelle gefunden haben.

Dann ritzt die Zecke die Haut ein und dringt mit ihrem Stechapparat, der sich am Kopf des Tieres befindet, in die Wunde. Dieser ist mit Widerhaken versehen. Nur oberflächlich bohrt sich die Zecke in die Haut. Sie gibt dabei einen Speichel ab, der mehrere Funktionen hat: Er betäubt, sodass der Stich nicht zu spüren ist, wirkt gerinnungshemmend, damit der Blutfluss nicht gestoppt wird und ist klebend, um dem Tier noch mehr Halt zu verleihen. Dann saugt die Zecke das austretende Blut auf. Dieser Vorgang kann mehrere Tage - manchmal sogar über eine Woche - dauern. Hat es sich vollgesaugt, lässt sich das Tier schließlich fallen. In diesem Zustand hat es sein Gewicht um ein Hundertfaches vergrößert und kann mehrere Zentimeter lang sein.

Wie schützt du dich am besten vor Zecken und was solltest du bei einem Zeckenbiss tun? Klicke auf den Weiter-Pfeil rechts unten, um zum zweiten Teil des Artikels zu gelangen.

letzte Aktualisierung: 26.10.2011

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