Die Gefahren des Internets - Wie schützt du dich?

Im Februar ist "Safer Internet Day"

von Andreas Fischer - aktualisiert - 12.02.2019

Das Internet eröffnet uns vielfältige Möglichkeiten und birgt gleichzeitig zahlreiche Gefahren: Die Anonymität des riesigen Netzwerkes wird auch für zweifelhafte und kriminelle Zwecke genutzt und es werden fragwürdige, falsche, verstörende oder jugendgefährdende Inhalte verbreitet. Problematisch ist allgemein der leichtfertige Umgang vieler mit persönlichen Informationen und Daten im Netz. Außerdem haben Cyber-Mobbing und die Verbreitung von Hass im Internet weiter zugenommen. Wo liegen die Gefahren und wie kannst du dich schützen?

Das Internet bietet eine Vielfalt an Möglichkeiten. Die Schattenseite ist, dass im weltweiten Netz unzählige Gefahren lauern, die nicht unterschätzt werden dürfen.
pepsprog/ pixelio.de

Das Internet ist heute nicht mehr wegzudenken und gewinnt weiter an Bedeutung: Immer mehr Menschen nutzen das weltweite Netz, um sich zu informieren, sich mit anderen auszutauschen, selbst Informationen, Ideen und Angebote bereitzustellen, kreativ zu werden, Kontakte zu knüpfen, sich, ihr Leben und ihre Hobbys darzustellen, Online-Games zu spielen und sich zu unterhalten oder einfach nur um zu "shoppen". Es wimmelt von Infoseiten, Blogs, Foren, Videoportalen und Online-Communitys, ständig neue Plattformen, Kontaktbörsen, Online- und Messaging-Dienste sowie Chatrooms locken die User.

Im Internet lauern dabei zahlreiche Risiken, die nicht zu unterschätzen sind. Grundsätzlich alle Nutzer und ganz besonders Kinder und Jugendliche sind gefährdet, da sie häufig zu leichtfertig mit den Gefahren des weltweiten Netzes umgehen und bestimmte Inhalte sie nachhaltig verstören, bedrohen und in ihrer Entwicklung beeinträchtigen können. Mit diesem Thema beschäftigt sich auch jährlich der "Safer Internet Day" mit Veranstaltungen in vielen europäischen Städten, der stets auf den 2. Dienstag im Februar fällt. Ziel ist es, die Sicherheit im weltweiten Netz zu fördern und die Nutzer im richtigen Umgang mit dem Internet zu schulen.

Ist man online unterwegs, stellen zum einen lästige Schadprogramme, Betrug, Abzockereien und Datendiebstahl Gefahren dar. Zum anderen bietet das weltweite Netz viele Möglichkeiten der Meinungsmache oder Manipulation und stellt ein Forum für Mobbing, Gewalt und illegale (verbotene) Machenschaften dar. Das betrifft etwa die Verbreitung von (Kinder-)Pornografie, Gewaltdarstellungen, radikalen politischen Positionen, Diskriminierung und Hetzreden. Mittlerweile rücken die Probleme sozialer Netzwerke in Form von Beleidigungen, Hassreden, Cyber-Mobbing, Drohungen und Missbrauch immer stärker ins öffentliche Interesse. Beim diesjährigen Safer Internet Day 2019 wurde besonders die Verbreitung von Hass und Hassreden (auf Englisch "Hate Speech") im Netz thematisiert.

"Medienkompetenz" wichtig wie nie: Wie nutze ich das Internet?

Die Bedeutung der "Medienkompetenz" fängt schon bei den Kleinsten an: Die Risiken bei der Nutzung neuer Medien sind vielfältig und Kinder machen mittlerweile immer früher ihre ersten Erfahrungen mit dem Internet.
Helene Souza/ pixelio.de

Es ist immer entscheidender, dass schon junge Menschen frühzeitig in "Medienkompetenz" geschult werden - damit ist gemeint, dass User wissen, wie sie das Internet möglichst sinnvoll und verantwortungsbewusst nutzen können, wo entscheidende Risiken und Gefahren liegen, wie sie mit ihren persönlichen Daten umgehen, wie sie Informationen im Netz richtig suchen und bewerten können und "seriöse" (also glaubhafte und ernstzunehmende) von "weniger seriösen" Quellen im Internet unterscheiden können. Medienkompetenz ist vielfältig und selbst erwachsene, erfahrene Internetnutzer müssen sich zu dem Thema immer wieder selbst schlau machen, ihr Verhalten kritisch hinterfragen und sind nicht völlig gefeit vor den Gefahren im Netz.

Leider müssen wir uns immer wieder klar machen, dass sich im Internet viele fragwürdige Inhalte, Angebote und Gestalten tummeln, die die Anonymität des riesigen Netzwerkes für ihre Zwecke nutzen - also die Tatsache, dass man im Internet unpersönlich, "versteckt" und ohne Namensnennung unterwegs sein kann. Obwohl es auch für das weltweite Netz gewisse Regeln gibt, können sowohl einzelne Menschen als auch Gruppen dort viel einfacher Dinge tun und verbreiten, die sie im "realen Leben" nicht öffentlich tun würden oder die sogar verboten sind. Sie können darüber hinaus viel leichter unter einem "Tarnmantel" versuchen, andere in ihrem Sinne zu beeinflussen oder an andere heranzutreten. Hinzu kommt, dass immer mehr Internet-Nutzer, insbesondere in sozialen Netzwerken, leichtfertig persönliche Informationen und Daten im Netz über sich preisgeben. Deshalb ist es wichtiger denn je, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wo die Gefahren liegen und wie schützenswert unsere privaten Daten sind.

Obwohl das Internet kein "rechtsfreier Raum" ist und hier ebenso wie im "wirklichen Leben" Gesetze und Verhaltensregeln existieren, müssen wir uns bewusst machen: Das Internet bietet querbeet praktisch "alles" und wird somit auch für zweifelhafte oder verbotene Machenschaften genutzt, ebenso wie zum Erproben anderer "Identitäten" oder dem Ausleben seiner "Schattenseiten" - denn im Netz können wir leichter unentdeckt bleiben und es drohen nicht dieselben Konsequenzen wie im "realen Leben". Das bedeutet, dass auch der Ton im Internet allgemein rauer ist und weniger Rücksicht auf andere genommen wird, als wir es von "direkten" sozialen Kontakten kennen. Nutzer müssen ebenso darauf vorbereitet sein, dass sie auf einseitige, verstörende oder schlichtweg falsche Informationen oder Inhalte stoßen oder Betrügereien zum Opfer fallen können. Für jüngere Nutzer gilt, dass sie von Eltern, Erziehungsberechtigten und Pädagogen vor den Gefahren geschützt werden müssen, indem sie etwa nur auf kind- und jugendgerechten Seiten sowie nur unter Aufsicht von Erwachsenen im Internet surfen dürfen.

Datendiebstahl, Betrug und "Phishing"

Sowohl durch Phishing als auch durch Hacker-Angriffe können sensible Daten einzelner Nutzer oder ganzer Firmen gestohlen werden.
Antje Delater/ pixelio.de

Das so genannte "Phishing" hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen und ist im weltweiten Netz leider allgegenwärtig. Auf vielfältige Weise wird dabei versucht, in betrügerischer Absicht deine persönlichen und geheimen Daten wie Passwörter, Zugangsdaten für Online-Banking oder Kontoverbindungen in Erfahrung zu bringen. Das kann durch eine falsche Internetseite geschehen, die der "richtigen" URL stark ähnelt und etwa dazu auffordert, Passwörter einzugeben. So gelangen beispielsweise viele Nutzer durch kleine Tippfehler versehentlich auf die falsche, betrügerische Seite, die oft täuschend echt aussieht. Weiterhin sind gefälschte E-Mails weit verbreitet, in denen beispielsweise Links zwecks Eingabe von Passwörter oder Bankverbindungen oder Anhänge enthalten sind.

Daher gilt: Öffne keine Nachrichten von dir unbekannten Absendern und lösche solche, die dir komisch vorkommen, die in anderen Sprachen oder gebrochenem Deutsch verfasst sind oder fragwürdige Inhalte enthalten. Klicke in solchen Nachrichten nicht auf Links und öffne keine Anhänge. Prüfe stets genau, auf welcher Webseite du dich befindest - vor allem, bevor du persönliche Daten wie Passwörter, Namen und Adresse angibst. Kommt dir etwas seltsam vor oder wirst du plötzlich dazu aufgefordert, Geld zu bezahlen, Bankdaten, Kreditkartennummern, Telefonnummern oder andere geheime Daten anzugeben, verlasse diese Seite.

Für sichere Shopping-Seiten gibt es Gütesiegel wie zum Beispiel "Trusted Shops", die nur Anbieter erhalten, die sich an bestimmte Regeln halten - dazu gehört, dass der Shop "seriös" und frei von Abzockereien ist, verantwortungsbewusst mit Kundendaten umgeht und einen verlässlichen Service bietet. Vor einem Einkauf im Internet sollten Kinder ihre Eltern um Rat fragen. Unter sieben Jahren dürfen Kinder ohnehin nicht im Internet einkaufen, zwischen sieben und 18 Jahren sind sie "bedingt geschäftsfähig". Das bedeutet, dass sie Käufe bei höheren Summen nicht tätigen dürfen und für viele Verträge die Genehmigung eines Erziehungsberechtigten benötigen.

Schadprogramme und Hacker-Angriffe

Computerviren können Daten verändern oder löschen und den Computer beschädigen. Wichtig ist ein guter Virenschutz.
Pixelio (Martina Taylor)

Zahlreiche Internetnutzer haben sich schon einmal schadhafte Programme eingefangen. Viele User bekommen überhaupt nicht mit, dass sich ein solches Programm auf der Festplatte eingenistet hat. Auf verschiedenste Arten werden sie illegal im Internet verbreitet. Computer-Viren können Daten verändern oder löschen und den Computer beschädigen. Als Trojaner werden Programme bezeichnet, die als nützliche Anwendung getarnt sind, eigentlich aber einen ganz anderen Zweck erfüllen. Sie können zufällig auf fremde Rechner gelangen oder mit Absicht eingeschleust werden.

Der Computer sollte also zum einen über einen guten, aktuellen Virenschutz verfügen und beim Surfen sollten die Sicherheitsregeln beachtet werden. Computerviren sind zum Beispiel in manchen Texten, Bildern oder Programmen versteckt, die man herunterlädt. Sie werden auch durch Attachments, also Anlagen in E-Mails, verbreitet.

Für die Sicherheit im Netz stellen weiterhin Hacker-Angriffe eine Gefahr dar: So genannte "Hacker" nutzen Sicherheitslücken, um sich unerlaubt Zugriff auf fremde Daten, Webseiten, Programme und Computersysteme zu verschaffen. Dies kann in unterschiedlicher Absicht geschehen - etwa um Passwörter und Bankverbindungen herauszufinden, wertvolle Daten von fremden Computern oder Smartphones zu stehlen und an Geld zu kommen. Oftmals erpressen die Hacker auch betroffene Anbieter oder ganze Firmen mit dem Diebstahl ihrer Daten, verkaufen diese illegal weiter oder nutzen den Computer anderer, um im Verborgenen mit kriminellen Dingen zu handeln. Hacker-Angriffe können auch politische oder gesellschaftliche Motive haben, um geheime Informationen ans Licht zu bringen und Skandale zu enthüllen, die für die Öffentlichkeit von Interesse sind. Manche Hacker wollen auf diese Art schlicht private Details bekannter Persönlichkeiten der Öffentlichkeit preisgeben oder auf Sicherheitslücken aufmerksam machen. Einige von ihnen starten ihre Angriffe einfach aus "Spaß" an der Herausforderung.

Gefahren in sozialen Netzwerken

Soziale Netzwerke erfreuen sich bei jungen Nutzern großer Beliebtheit, bergen aber vielfältige Gefahren und können ein Forum für Bedrohungen, Missbrauch, Gewalt und Mobbing bieten.

Immer wieder gibt es junge Menschen, die an eine fremde Person in einem Chatroom oder in Communitys vertrauliche Informationen weitergeben oder sich sogar mit ihr treffen. So kam es leider immer wieder vor, dass Kinder und Jugendliche, die sich in diese gefährliche Lage begaben, von ihren Internetbekanntschaften schließlich bedrängt, belästigt, beleidigt und gemobbt wurden oder gar (sexuellen) Gewalttaten zum Opfer fielen. Vor allem die Gutgläubigkeit junger Menschen, die Kontakte über das Internet knüpfen wollen, wird von Einigen mit bedenklichen Absichten ausgenutzt.

Gefährlich für jüngere Nutzer sind insbesondere die großen, nicht überwachten Netzwerke wie etwa Facebook. Viele der User haben dort gleich mehrere Profile, in denen sie sich selbst beschreiben - teils so, wie sie wirklich sind, teils so, wie sie gerne wären. So probieren sie verschiedene Rollen aus, testen, wie sie damit bei anderen ankommen und suchen Kontakt zu anderen Mitgliedern. Der Instant Messaging Dienst (also "Nachrichtensofortversand") "WhatsApp", hinter dem ebenfalls der riesige Konzern "Facebook Inc." steht, hat in den vergangenen Jahren immer weiter aufgeholt und ist bei den jungen Nutzern mittlerweile beliebter als das soziale Netzwerk "Facebook" selbst. Ebenso hier besteht die Gefahr, dass Fremde in Kontakt mit Nutzern treten, Fotos und fragwürdige Inhalte verbreitet und persönliche Daten an andere weitergegeben werden.

Solche "sozialen Netzwerke" und "Nachrichtendienste" dienen also dazu, sich auszutauschen, mit Freunden zu chatten, Gruppen zu bilden, neue Leute kennenzulernen und sich selbst darzustellen. Die Anonymität des Internets wird aber auch gerne von Menschen genutzt, die nichts Gutes im Schilde führen - so tummeln sich ebenso Pädophile (also Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen) und Kriminelle in sozialen Netzwerken. Das Außergewöhnliche am Internet ist, dass du dich praktisch neu erfinden kannst - aber auch das Gefährliche. Denn das kann auch derjenige, der am anderen Ende der Leitung sitzt. Längst nicht alle sind also das, was sie vorgeben zu sein. Wer sich online als netter, aufgeschlossener Mensch ausgibt, Interesse zeigt und mitfühlend erscheint, kann im wahren Leben ganz anders sein. Denn genauso treten auch die Menschen auf, die sich das Vertrauen anderer erschleichen möchten. Deshalb müssen sich die User immer fragen: Wie weit darf ich gehen und wann begebe ich mich in Gefahr?

Fantasiefiguren wie "Momo" bedrohen junge Nutzer

Auch erfundene Figuren können als Kontakt auftauchen und junge Nutzer gefährden - so wie die Schreckensgestalt "Momo", die per Kettenbrief über WhatsApp verbreitet wurde und Nutzer durch Drohungen zu gefährlichen Taten aufforderte.
Helles-Koepfchen.de

Eine Gefahr stellen mittlerweile aber nicht nur "reale Personen" dar, die sich hinter anonymen Nutzerkonten verstecken können, sondern es gibt ein weiteres Phänomen: Auch frei erfundene Gestalten können Nutzer ängstigen, attackieren, bedrohen und gefährden. So wurde etwa die Horror-Figur "Momo" erschaffen, um Kinder und Jugendliche zu ängstigen und zu bedrohen - und aktuell wird erneut vor ihr gewarnt. Angeblich soll sie gezielt in verschiedene Kinder- und Jugendsendungen auf der Video-Plattform Youtube geschleust worden sein, obwohl sie gegen die Youtube-Richtlinien verstößt. "Momo" ist eine puppenähnliche Frauengestalt mit hervortretenden Augen und strähnigen schwarzen Haaren, die ursprünglich von einem japanischen Künstler für eine Kunstausstellung in Tokyo erschaffen wurde.

Momo sorgte bei vielen WhaptsApp-Usern 2018 für Angst und Schrecken, indem sie plötzlich als neuer Kontakt in ihrem Nutzerkonto auftauchte. Sie gab sich als Geist eines Kindes aus und verschickte Nachrichten an junge Nutzer mit erschreckenden Bildern, Drohungen und Aufforderungen, gefährliche Dinge zu tun und den Eltern nichts davon zu berichten. Die Figur Momo verlangte von den Nutzern, ihren Kettenbrief weiter zu verbreiten und drohte, dass sonst etwas Schlimmes geschehen würde. So konnten sich die beängstigenden Drohungen der Schreckensgestalt überhaupt erst verbreiten. "Momo" forderte ihre Kontakte schließlich dazu auf, sich selbst zu verletzen oder gar das Leben zu nehmen. Wer hinter den gefährlichen "Momo-Attacken" steckt, ist unbekannt. Solltest du derartige Texte erhalten oder sollte eine fremde Person - ob "real" oder nicht - über soziale Netzwerke Kontakt zu dir aufnehmen wollen, sperre sofort den Kontakt und informiere deine Eltern, Lehrer oder andere Vertrauenspersonen darüber. Mache dir außerdem bewusst, dass Figuren wie "Momo" frei erfunden sind und dir nichts anhaben können - die Gefahr besteht darin, dass solche Inhalte weiter verbreitet und derartige Drohungen ernst genommen werden.

Selbstdarstellung und Datenschutz

Regelmäßige "Selfies" und Darstellungen aus ihrem Leben: Besonders junge Menschen probieren in sozialen Netzwerken Identitäten aus und stellen sich häufig so dar, wie sie gerne von anderen gesehen werden wollen.
Foto: Tommy Igiel/ pixelio.de

Die Gefahren bei der Herausgabe von persönlichen Daten lauern längst nicht nur in Form von fremden Usern und Kriminellen im Netz. In den vergangenen Jahren ist das entscheidende Thema "Datenschutz in den neuen Medien" immer mehr in den Mittelpunkt gerückt und auch die Datenschutzbestimmungen sind im Jahr 2018 umfassend geändert worden.

Nachdenklich stimmt, dass die Mehrheit der Nutzer sehr leichtfertig mit ihren persönlichen Daten umgeht. Die Selbstdarstellung in den neuen Medien - etwa über Facebook, WhatsApp und Instagram - mit zahlreichen Infos und Bildern über sich selbst, seine Familie und Freunde ist in unserer Gesellschaft immer wichtiger geworden. Besonders für junge Menschen ist ein Leben ohne ihre Online-Kontakte und eigenen Nutzerprofile, in denen sie regelmäßig Dinge aus ihrem Leben berichten und "Selfies" verbreiten, kaum noch vorstellbar. Einerseits geben sie dadurch vieles von sich preis, andererseits probieren sie auch verschiedene "Identitäten" aus und stellen sich häufig so dar, wie sie gerne gesehen werden wollen: attraktiv (etwa durch Selfie-Porträts, die mit "Beauty-Filtern" bearbeitet wurden), beliebt und erfolgreich.

Facebook hat die völlige Vormachtstellung beim privaten digitalen Austausch. Neben Snapchat, einem besonders bei Jugendlichen beliebten Messaging Dienst für Smartphones und Tablets, stehen WhatsApp, Facebook, Facebook Messenger und Instagram an der Spitze, welche allesamt zu Facebook Inc. gehören. In der Gesamtheit nutzen nahezu 90 Prozent aller Deutschen die Dienste des riesigen Konzerns. Dabei sorgten die Internet-Riesen Facebook (dazu gehören neben WhatsApp, Messenger und Instagram noch weitere Dienste) und Google immer wieder für Daten-Skandale und es ist längst allseits bekannt, dass der Schutz unserer privaten Daten bei den bekannten Anbietern sozialer Netzwerke nicht sehr groß geschrieben wird. Das betrifft beispielsweise die Heraus- und Weitergabe privater Nutzerdaten an Dritte zu Werbezwecken. Eine Klage von Verbrauchenzentralen gegen Facebook wegen des Vertoßes gegen den Datenschutz wird aktuell beim Bundesgerichtshof verhandelt.

Verbreitung von Hass im Internet

Viele geben sich im Internet als jemand anderes aus. Du weißt also nicht, wer sich hinter deinem Gesprächspartner wirklich verbirgt.
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Aktuell viel diskutiert ist die Verbreitung von Hass und Hassreden (auf Englisch "Hate Speech") im Internet. Laut einer Forsa-Studie aus dem Jahr 2018 spielt der Hass im weltweiten Netz eine immer größere Rolle: 78 Prozent der Nutzer sagten, dass sie schon auf Hasskommentare im Netz gestoßen oder direkt von solchen betroffen gewesen seien. Das sind ganze elf Prozent mehr als im Vorjahr. In Foren und sozialen Netzwerken geht es oft sehr unfreundlich zu und Meinungsverschiedenheiten führen viel schneller zu verbalen Aggressionen und Beleidigungen als im "realen Miteinander". Auch von Cyber-Mobbing sind junge Internet-Nutzer immer häufiger betroffen und das Schlimme ist, dass Gemeinheiten im Internet schnell und einfach verbreitet und für ganze Gruppen öffentlich gemacht werden können.

Für jüngere Surfer ist es empfehlenswert, sich in speziellen Communitys und Chatrooms für Kinder und Jugendliche auszutauschen, die überwacht und von geschulten Mitarbeitern vormoderiert werden. Denn hier werden nur kind- und jugendgerechte Inhalte zugelassen und veröffentlicht - du läufst keine Gefahr, Opfer von Hass, Mobbing, Bedrohung, Erpressung, Gewalt oder Missbrauch zu werden. Nutzer, die sich nicht an die Regeln halten, werden verwarnt oder aus der Community ausgeschlossen.

Allgemein solltest du dich beim Surfen im Internet immer an die wichtigsten Sicherheitsregeln halten: Auf keinen Fall solltest du anderen Nutzern deinen richtigen Namen oder gar deine Adresse und Telefonnummer nennen - auch mit dem Veröffentlichen von Fotos solltest du vorsichtig sein. Mit Informationen über deinen Namen und deine Heimatstadt können viele auch deine Adresse herausfinden. Immer wieder führte ein solch leichtfertiger Umgang mit persönlichen Daten zu Belästigungen, Gemeinheiten, Mobbing und Stalking (so nennt man ein beharrliches Verfolgen, Nachstellen oder Bedrohen einer Person) bis hin zu (sexuellen) Gewalttaten. Viele denken, dass es sie bestimmt nicht treffen wird und sie die Situation richtig einschätzen können - vielen Internetnutzern ist dabei nicht klar, wie greifbar nahe die Gefahr eigentlich ist.

Deshalb solltest du dich vor solchen Übergriffen schützen, indem du dir einige Richtlinien und Tabus setzt, die du auf alle Fälle einhältst. Du solltest auch deine Freunde und Bekannten vor den Gefahren des Internets warnen. Lasse nicht zu, dass dir andere zu nahe treten, dich unter Druck setzen oder dir drohen. Du hast Rechte, und eines der wichtigsten ist das Recht auf deine Privatsphäre. Hast du das Gefühl, bedrängt zu werden oder werden dir Fragen gestellt, die du nicht beantworten möchtest, dann brich die Unterhaltung ab. Du stehst in keiner Pflicht, derartigen Aufforderungen nachzukommen. Und mache dir bei Internet-Bekanntschaften immer klar, dass dein Gegenüber nicht unbedingt der- oder diejenige ist, für den/ die er oder sie sich ausgibt.

Privatsphäre im Netz: Schütze dich und andere

Viele Chancen und Risiken: Wenn man die Sicherheitsregeln einhält, können die Angebote und Möglichkeiten des Internets mit einem guten Gefühl genutzt werden.
Oleg Rosental | Pixelio.de

In vielen Chats hast du die Möglichkeit, andere Chatter bei dir zu sperren oder auf eine "IGNORE-Liste" zu setzen. Sie können dich dann nicht mehr anschreiben. Lass' dir kein schlechtes Gewissen machen, wenn dir die Fragen oder Vertraulichkeiten des anderen zu weit gehen oder du etwas nicht möchtest. Wenn dir ein Gespräch komisch vorkommt, brich es ab, sperre den Kontakt und erzähle deinen Eltern davon. Vielleicht kannst du den entsprechenden Chatter auch bei dem Betreiber der Webseite bekannt machen.

Am besten und unbedenklichsten ist es immer noch, wenn du dich in einer betreuten Community aufhälst oder die Möglichkeiten der sozialen Netzwerke nutzt, um dich mit deinen Freunden und Bekannten auszutauschen. An einem netten Gespräch im Chat ist allgemein nichts auszusetzen, solange bestimmte Regeln eingehalten und Grenzen gesetzt werden.

Für alle Kontakte im Internet gilt, dass du nie deine persönlichen Daten weitergeben darfst. Und auch wenn du dich mit dir bekannten Personen wie Freunden und Schulkameraden in sozialen Netzwerken austauschst, solltest du daran denken, online nicht zu viel von dir preiszugeben und keine privaten Daten wie persönliche oder gar entstellende oder freizügige Fotos weiterzugeben. Zum einen weißt du nie, wer letztendlich noch an diese Daten herankommt, zum anderen können sie gerade auch in deinem Bekanntenkreis Grundlage für Mobbing, Gemeinheiten und öffentliche Bloßstellungen werden.

Wie schätzt du die Gefahren des Internets ein? Hast auch du schon einmal Leute im Internet kennen gelernt? Bist du oft am Chatten und hast du regelmäßige Kontakte zu bestimmten Usern? Hältst du dich immer an die Sicherheitsvorschriften? Hast du schon einmal unangenehme Erfahrungen im Internet gemacht? Tausche dich mit anderen Lesern im unten verlinkten Forum aus.

Hilfe im Internet:

www.juuuport.de
Bei juuuport.de stehen dir im Forum Jugendliche zur Seite. Ihnen kannst du dich anvertrauen und über Vorfälle reden, mit denen du mit Erwachsenen vielleicht nicht reden möchtest.

www.nummergegenkummer.de
Telefon: 0800-111 0 333
Hier kannst du dich kostenlos und anonym beraten lassen - bei Mobbing und allen anderen Problemen.

www.lizzynet.de
Diese Seite ist speziell für Mädchen und bietet auch Rat bei Problemen wie Belästigung und Mobbing im Internet.

www.polizei-beratung.de
Beispielsweise findest du unter dem Thema "Cybermobbing" Ratschläge und kannst über die Postleitzahlensuche eine Beratungsstelle in deiner Nähe suchen, an die du dich konkret wenden kannst.

letzte Aktualisierung: 13.03.2019

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