Lexikon: Absolutismus

von Tanja Lindauer und Andreas Fischer

Der "Sonnenkönig" herrschte über Frankreich und dominierte Europa. (Quelle: Wikipedia )

Das Wort "Absolutismus" kommt aus dem Lateinischen: "absolutus" bedeutet "losgelöst". Der Absolutismus bezeichnet eine bestimmte politische Herrschaftsform, in der der König der uneingeschränkte Machthaber ist. Er entwickelte sich in Europa zum Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648). Der berühmteste absolutistische Monarch war der französische König Ludwig XIV (Ludwig der Vierzehnte), der ab 1643 König von Frankreich war. Der so genannte "Sonnenkönig" gilt als Begründer des Absolutismus in Frankreich.

Ludwig XIV meinte, von Gott auserwählt worden zu sein und über allen anderen Menschen und irdischen Dingen zu stehen. Er soll sogar einmal gesagt haben: "Der Staat bin ich." Diese Aussage wird oft als Leitsatz des Absolutismus bezeichnet, denn sie bringt zum Ausdruck, dass der König nicht nur den gesamten Staat verkörperte, sondern auch die alleinige Macht innehatte.

In einer absolutistischen Monarchie gelten die Gesetze für den König nicht - er vertritt die Auffassung, dass er keinem anderen Menschen, sondern allein Gott Rechenschaft schuldig sei. Der König ist damit der "absolute Herrscher" über sein Reich, denn er ist "losgelöst" - also frei - von allen Gesetzen. Absolutistische Herrscher wie Ludwig XIV. lebten in prunkvollen Schlössern und scharten einen ganzen "Hofstaat" um sich - gemeint sind zahlreiche Bedienstete, die sich um das Wohl und das Vergnügen des Königs kümmerten und ihn bei seinen Staatsaufgaben unterstützten. Alles drehte sich damals um das "höfische Leben" im Schloss, in dessen Mittelpunkt der absolutistische Herrscher stand. Er besaß auch ein mächtiges Heer aus Soldaten, die die königliche Macht sichern oder vergrößern sollten.

Zur Zeit des Absolutismus war die Gesellschaft in so genannte Stände unterteilt. In einen Stand wurde man hineingeboren und hatte damit bestimmte Rechte und Pflichten. Der erste Stand bezeichnet die Geistlichen, die "Kleriker" - nur etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung gehörten diesem Stand an. Der zweite Stand machte 1,5 Prozent aus, er umfasste die Angehörigen des Adels. Beinahe die Gesamtheit der Bevölkerung, nämlich etwa 98 Prozent, gehörte dem dritten Stand an, der das Bürgertum und die Bauern umfasste. Sie hatten wenig Rechte und lebten in Abhängigkeit zu den Vertretern der höheren Stände - insbesondere die Bauern führten ein hartes Leben, da sie sowohl Steuern an den Staat als auch Abgaben an die Grundherren zahlen mussten, um ihr Land nutzen zu können.

In manchen Ländern konnte sich der Absolutismus nie vollständig durchsetzen, so auch nicht im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Mit der Französischen Revolution von 1789 wurde der Absolutismus schrittweise abgeschafft. Aus dem höfischen Absolutismus heraus entwickelte sich der so genannte "aufgeklärte Absolutismus", der von den Ideen der Aufklärung geprägt war. Das bedeutet, dass sich der König als erster Diener des Staates betrachtete - so hat es einmal der preußische König Friedrich II. beschrieben. Der König konzentrierte sich darauf, die Arbeit in seiner Regierung zu verbessern. Er stand nicht mehr über allem und war losgelöst von jedem Gesetz, sondern galt als "Repräsentant" - also Vertreter - des Landes. Friedrich II. hielt sich zum Beispiel aus der gesetzgebenden Gewalt heraus - er zweifelte die Urteile der Gerichte nicht an, überwachte aber die Abläufe in seinem Staat.

letzte Aktualisierung: 19.11.2017

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