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WJT: Der Papst ist da

Julia berichtet vom Weltjugendtag in Köln

Teil 4 von 8

von Julia Fischer - 18.08.2005

Heute ist es endlich soweit: Papst Benedikt XVI. (der 16.) kommt. Er wird gegen Mittag auf dem Flughafen Köln/Bonn landen und dann einige Ziele in Köln ansteuern, wie zum Beispiel den Dom, eine jüdische Synagoge und das Rathaus. Am Nachmittag wird dann eine Willkommensfeier für den Papst stattfinden. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren.

Vor dem Kölner Dom sieht man nur feiernde Menschen. (Quelle: Julia Fischer (Helles Köpfchen))

Die Stimmung am Dom ist phänomenal! Ich habe erwartet, dass die Atmosphäre ein wenig gereizt sein wird, wo sich doch fast eine halbe Millionen Pilger durch die völlig überfüllte Stadt drängeln. Aber das Gegenteil ist der Fall: Die Jugendlichen feiern ihren Glauben ganz öffentlich und selbstverständlich und stecken andere Leute leicht mit ihrer guten Laune an.

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Viele ausländische Gäste singen Lieder in ihrer Sprache und zeigen Tänze, die in ihren Ländern üblich sind. So begegnete ich einer Gruppe von Brasilianern, die bereit waren, für das Helle Köpfchen einen brasilianischen Tanz vorzuführen. Meiner Freundin Vivi erzählten sie, dass dieser Tanz gleichzeitig auch ein Kampfsport sei. Das klingt doch gut, oder? Also, schaut ihn euch mal an (Video unten).

Grausige Vorahnungen

Die häufigste Sprache, die man auf den Plätzen und Straßen hört, ist Italienisch. Denn der größte Teil der offiziell angemeldeten Besucher kommt aus Italien: über 100.000 Menschen. Aus Deutschland sind dagegen "nur" 84.000 Pilger angemeldet. Aus Österreich sind etwa 3.500 Besucher angereist und aus der Schweiz 2.000.

Die gewaltige Anzahl an Menschen ist es, die mich mit gemischten Gefühlen auf die Ankunft des Papstes blicken lässt. Denn wie ich euch schon berichtet habe, ist nach der Willkommens-Feier am Dienstag das totale Chaos ausgebrochen: Die Stadtwerke setzten zwar Dutzende zusätzliche Straßenbahnen ein, die die Jugendlichen vom Stadion zurück zu ihren Unterkünften bringen sollten.

Besser gut laufen als schlecht "fahren"

Diese beiden Pilger aus Mexiko machen das Siegeszeichen. (Quelle: Julia Fischer (Helles Köpfchen))

Trotzdem stauten sich schon nach kurzer Zeit alle Straßenbahnen in einer langen Reihe, und es ging weder vorwärts noch rückwärts. Tausende Pilger - darunter auch ich - waren lange Zeit in einer der liegen gebliebenen Bahnen eingesperrt und durften später - als wir wenigstens befreit waren - den weiten Weg vom Stadion zu Fuß in die Unterkunft laufen. Wahrscheinlich war es sogar die viel zu hohe Anzahl an Bahnen, die dazu führte, dass das Schienennetz am Ende völlig in sich zusammen gebrochen ist.

Ich hoffe sehr, dass es die Stadt Köln aus diesen Ereignissen gelernt hat und es in Zukunft besser machen wird (schlechter geht es ja auch nicht). Sie könnte zum Beispiel mehr Busse einsetzen, statt sich erneut nur auf zusätzliche Straßenbahnen zu verlassen. Denn wenn Benedikt XVI. heute nach Köln kommt, wird der Ansturm bestimmt noch viel größer sein als am Dienstag. Ich habe mir schon überlegt, ob ich nicht gleich lieber laufen soll, anstatt mich ungefähr eine Stunde in eine Bahn zu quetschen, die nicht einmal mehr die Türen öffnen kann!

Fehlender Durchblick

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Beim Eröffnungsgottesdienst am Dienstag war die Stimmung phantastisch - bis es an die Heimreise ging. (Quelle: Julia Fischer (Helles Köpfchen))

Probleme gibt es für uns freiwillige Helfer. Am Samstag würde ich gerne an der Vigil (so heißt in der katholischen Kirche die abendliche Vorbereitungsfeier für ein großes Ereignis am nächsten Tag) und am Sonntag am großen Abschlussgottesdienst auf dem Marienfeld teilnehmen.

Dieser Abschlussgottesdienst mit Benedikt XVI. gilt als der Höhepunkt des Weltjugendtages. Die Pilger erhalten für diese Anlässe eine Zugangsberechtigung, sobald sie sich offiziell registrieren lassen. Auf dieser Bescheinigung steht genau, in welchem Bereich sie sich während der Messen aufhalten dürfen.

Aber was ist mit uns Volunteers (Freiwilligen)? Seit drei Tagen versuche ich nun schon zu erfahren, ob wir Freiwilligen ebenfalls eine solche Zugangsberechtigung brauchen, oder ob wir uns beliebig irgendwo hinstellen dürfen. Einige meiner Kollegen fürchten sogar, dass wir überhaupt nicht auf das Marienfeld gelassen werden. Das wäre eine kleine Katastrophe.

Platz auf der Pressetribüne

Ich persönlich bin es langsam Leid, den Teamleitern nachzulaufen, um endlich die benötigten Informationen zu bekommen. Anscheinend weiß wirklich niemand Bescheid. Deshalb versuche ich jetzt, einen Platz auf der Pressetribüne zu ergattern. Das wird wohl alles andere als leicht werden, weil über 7.700 Journalisten gerne dort sitzen würden, der Platz aber bei weitem nicht ausreicht.

Aber auf diese Weise wüsste ich dann wenigstens genau, dass ich beim Abschlussgottesdienst dabei sein werde, um euch davon zu berichten. Bis dahin sind es ja noch ein paar Tage. Hoffentlich hat sich bis dahin alles geklärt.

Viele Grüße aus Köln,

eure Julia

letzte Aktualisierung: 15.08.2009

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