Merkel ist Kanzlerin - Die neue Bundesregierung

von Andreas Fischer - 22.11.2005

Seit November 2005 ist Angela Merkel von der "Christlich Demokratischen Union" (CDU) Kanzlerin. In der Geschichte der Bundesrepublik ist es das erste Mal, dass eine Frau dieses Amt besetzt. Sie wurde die Nachfolgerin des Altkanzlers Gerhard Schröder von der "Sozialdemokratischen Partei Deutschlands" (SPD). Nach der Bundestagswahl 2005 löste das Bündnis aus CDU/ CSU und SPD die rot-grüne Regierung ab. Dies wird als "Große Koalition" bezeichnet, weil die beiden größten Parteien des Landes gemeinsam regieren. Wir stellen dir die Parteien und Politiker der Bundesregierung vor.

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Der Bundestag in Berlin ist das Parlament der Bundesrepublik Deutschland. Hier sitzen die Abgeordneten. (Quelle: whitehouse.gov)

Nach der Bundestagswahl im September 2005 reichten die jeweiligen Stimmen der beiden großen Parteien CDU/ CSU und SPD nicht aus, um gemeinsam mit einer kleineren Partei zu regieren. Die CSU (Christlich-soziale Union) ist die bayerische Schwesterpartei der CDU, und in der Auswertung werden ihre Stimmen gemeinsam gezählt. Sie bilden eine so genannte "Fraktion".

Die Sozialdemokraten wollten natürlich weiter mit den Grünen an der Macht bleiben, während die Union gemeinsam mit der FDP eine neue Regierung stellen wollte. Nach der Wahl führten die CDU/ CSU und die SPD zunächst Gespräche mit den kleineren Parteien, um mögliche Bündnispartner zu finden - also Parteien, mit denen sie gemeinsam regieren können.

Aber eine gemeinsame Koalition (Bündnis) von CDU/ CSU, FDP und den Grünen kam nicht zustande. Die Ansichten und politischen Ziele der Grünen unterscheiden sich zu sehr von denen der beiden anderen Parteien. Auch ein Bündnis aus SPD, Grünen und FDP schied aus. Das wäre eine Möglichkeit für Gerhard Schröder gewesen, weiter Kanzler zu bleiben. Die Politiker der FDP ließen sich aber überhaupt nicht erst auf Verhandlungen dazu ein.

Die beiden großen Parteien regieren gemeinsam

Sowohl Gerhard Schröder als auch Angela Merkel wollten nach der Wahl 2005 an der Spitze stehen. Schröder musste schließlich aufgeben. (Quelle: Helles Köpfchen)

Deshalb kam nur ein gemeinsames Regierungsbündnis aus CDU/ CSU und SPD in Frage - die "Große Koalition". An der Spitze der Bundesregierung konnte allerdings nur einer der beiden Kandidaten stehen - Merkel oder Schröder. Beide großen Parteien sind durch fast gleich viele Abgeordnete (auch "Parlamentarier" genannt) im Bundestag vertreten: Die CDU/CSU haben 226 Sitze, die SPD hat 222.

Nach langen Verhandlungen gab Gerhard Schröder, der anfangs darauf bestand, weiter Kanzler zu bleiben, schließlich auf. Der Weg für Angela Merkel war frei, die als "erste Bundeskanzlerin" in die deutsche Geschichte eingegangen ist. Die FDP und die Grünen befinden sich in der so genannten "Opposition". Der Begriff bedeutet etwa "in Widerspruch zur Mehrheit" und bezeichnet die Stellung der Nicht-Regierungsparteien.

Weitere Ämter im Bundestag

Der damalige SPD-Chef Matthias Platzeck (links), CDU-Chefin Angela Merkel und ehemaliger Chef der CSU, Edmund Stoiber, päsentierten 2005 den Koalitionsvertrag. (Quelle: CDU)

Nach der Wahl wurde in wochenlangen Koalitions-Gesprächen verhandelt, welche Partei wie viele Minister stellen darf. Schließlich stand fest, dass die CDU/ CSU das Verteidigungs-, Innen-, Wirtschafts-, Verbraucherschutz-, Bildungs-, das Kanzleramts- und das Familienministerium übernehmen. Die SPD erhielt das Außen-, Finanz-, Arbeits-, Entwicklungs-, Justiz-, Gesundheits-, Umwelt- und das Verkehrsministerium.

Im Koalitionsvertrag wurde festgehalten, welche politischen Ziele die beiden Partner in den vier Jahren Regierungszeit verfolgen wollen. Zum Vizekanzler wurde Franz Müntefering (SPD) gewählt, der im November 2007 aus privaten Gründen sowohl von diesem Amt als auch von dem des Arbeitsministers zurücktrat. Seit dem 21. November 2007 ist der Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Liste der Bundesminister 2005-2009:

Ministeramt
Politiker

Umwelt:

  • Sigmar Gabriel (SPD)
(Quelle: wikipedia.de)

Verteidigung:

  • Franz Josef Jung (CDU)
Jung (Quelle: www.franz-josef-jung.de)

Jugend und Familie:

  • Ursula von der Leyen (CDU)
von der Leyen (Quelle: www.ms.nieder sachsen.de)

Arbeit:

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  • Olaf Scholz (SPD)
    (löste Franz Müntefering im November 2007 ab)
(Quelle: Wikipedia )

Innenpolitik:

  • Wolfgang Schäuble (CDU)
Schäuble (Quelle: wikipedia.de)

Bildung:

  • Annette Schavan (CDU)
Schavan (Quelle: www.annette-schavan.de)

Gesundheit:

  • Ulla Schmidt (SPD)
(Quelle: wikipedia.de)

Landwirtschaft/
Verbraucherschutz:

  • Ilse Aigner (CSU)
    (löste Horst Seehofer im Oktober 2008 ab)
Eigner (Quelle: J. Patrick Fischer)

Finanzen:

  • Peer Steinbrück (SPD)
(Quelle: www.peer-steinbrueck.de)

Außenpolitik:

  • Frank-Walter Steinmeier (SPD)
(Quelle: www.spd.de)

Wirtschaft:
  • Karl Theodor zu Guttenberg (CSU)
    (löste Michael Glos im Februar 2009 ab)
zu Guttenberg (Quelle: Dirk Vorderstraße)

Verkehr:

  • Wolfgang Tiefensee (SPD)
(Quelle: www.spd.de)

Justiz:

  • Brigitte Zypries (SPD)
(Quelle: www.bundesregierung.de)

Entwicklungshilfe:

  • Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD)
(Quelle: wikipedia.de)

Bundeskanzleramt:

  • Thomas de Maizière (CDU)
de Maizière (Quelle: www.de-maiziere-thomas.de)

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letzte Aktualisierung: 31.10.2009

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