Die Gefahren des Internets

Beim Chatten immer die Sicherheitsregeln einhalten!

von Marlen Schott und Andreas Fischer - 18.05.2007

Zu Anfang wurde das Internet überwiegend genutzt, um sich zu informieren. Heute stellt es für viele eine Plattform dar, um neue Leute kennen zu lernen. Singlebörsen sprießen aus allen Ecken, neue Chatrooms locken die User. Allzu oft vergessen viele, in welche Gefahr sie sich dabei begeben - und handeln entgegen allen Warnungen. Erst kürzlich lernten zwei Mädchen ihre Vergewaltiger im Internet kennen.

Immer mehr Kinder und Jugendliche bewegen sich in sozialen Netzwerken. Das nutzen manche aus, um in der Anonymität des Internets mit bedenklichen Absichten an ahnungslose Nutzer heranzutreten. Doch selbst bei Personen, die einem bekannt sind, muss man vorsichtig mit persönlichen Daten wie Fotos umgehen, um etwa nicht Opfer von Mobbing zu werden. (Quelle: talentlos/ Photocase.com)

In Hamburg fielen in diesem Monat zwei Mädchen im Alter von 12 und 13 Jahren einer Vergewaltigung zum Opfer. Die beiden mutmaßlichen Täter, die gerade in Untersuchungshaft sitzen, sollen selbst erst Jungen im Alter von 15 Jahren sein. Die Mädchen lernten die beiden in einem Chatroom im Internet kennen. Dort verabredeten sie sich dann auch mit ihnen - und begaben sich in diese gefährliche Lage, die ihnen schließlich zum Verhängnis wurde.

Aber nicht nur in Deutschland passiert so etwas, sondern überall auf der Welt. In Amerika haben beispielsweise vier Familien Anfang des Jahres gegen das riesige Netzwerk MySpace geklagt, da ihre Töchter auf dieser Plattform ihre Vergewaltiger kennen lernten. MySpace hat ungefähr 93 Millionen Nutzer, viele von ihnen haben dort gleich mehrere Profile. In einem solchen Profil beschreiben sich die User selbst: Teils so, wie sie wirklich sind, teils so, wie sie gerne wären.

Endlich mal ein anderer sein...

Viele geben sich im Internet als jemand anderes aus. Du weißt also nicht, wer sich hinter deinem Gesprächspartner wirklich verbirgt. (Quelle: stock.xchng)

So suchen sie den Kontakt zu anderen MySpace-Mitgliedern. Angeblich sollen Minderjährige dort sicher sein und sich nur mit anderen Kindern und Jugendlichen ihres Alters unterhalten können. Aber wer sich im Internet auskennt weiß, dass so etwas nur schwer zu garantieren ist. Diese so genannten "sozialen Netzwerke" dienen dazu, neue Leute kennen zu lernen.

Dagegen wäre auch nichts zu sagen, wenn alle die gleichen Absichten hätten. Die Anonymität, die einen Dank des Internets umschließt, wird auch gerne von Menschen genutzt, die nicht nur "Gutes" wollen. Viele Pädophile (also Menschen, die sexuelle Neigungen für Kinder empfinden) oder andere Kriminelle tummeln sich in den Weiten des Internets. Das Außergewöhnliche am Internet ist, dass du dich praktisch neu erfinden kannst - aber auch das Gefährliche.

Denn das kannst nicht nur du, sondern auch derjenige, der am anderen Ende der Leitung sitzt. Nicht alle sind also das, was sie vorgeben zu sein. Was beweist es schon, sich zwei Stunden als netter, aufgeschlossener Mensch auszugeben, dabei etwas Interesse vorzuheucheln und unglaublich mitfühlend zu erscheinen? Genau so treten viele dieser Menschen auf, die sich dein Vertrauen erschleichen möchten. Deshalb müssen sich die User immer fragen: Wie weit darf ich gehen?

Gib niemals Name, Adresse oder Telefonnummer an!

Es ist ratsam, nicht seinen vollen Namen öffentlich preiszugeben. Auf keinen Fall sollten Kinder und Jugendliche ihre Adresse oder ihre Telefonnummer ins Netz stellen. (Quelle: S. Hofschlaeger/ Pixelio.de)

Auf keinen Fall solltest du deinen richtigen Namen, deine Heimatstadt oder gar deine Adresse und Telefonnummer nennen. Immer häufiger kann man in den Medien verfolgen, dass in allen Teilen Deutschlands auf diese Art grausame Taten vorfallen. Viele denken, dass es sie bestimmt nicht treffen wird und sie die Situation richtig einschätzen können. Es sind aber nicht immer die anderen, die es trifft. Auch du selbst kannst zu einem Opfer werden - oder ein Freund, jemand aus der Familie, der Schule, aus deinem näheren Umfeld. Erst in diesem Moment wird vielen klar, wie greifbar nah die Gefahr eigentlich ist.

Deshalb solltest du dich vor solchen Übergriffen schützen, indem du dir einige Richtlinien und Tabus setzt, die du auf alle Fälle einhältst. Du solltest auch deine Freunde und Bekannten vor den Gefahren des Internets warnen. Heute ist das Internet für kaum einen von uns mehr wegzudenken. Dieses Medium ist ein interessanter Ort, an dem wir uns informieren, kreativ werden, abschalten oder mit anderen kommunizieren. Nur leider müssen wir uns immer wieder klar machen, dass sich im Internet auch viele fragwürdige Gestalten tummeln, die die Anonymität des riesigen Netzwerkes für ihre Zwecke nutzen und vielleicht versuchen, unter einem ihrer Tarnmäntel an andere heranzutreten.

Lass' also nicht zu, dass dir andere zu nahe kommen, dich unter Druck setzen oder dir drohen. Du hast Rechte, und eines der wichtigsten ist das Recht auf Privatsphäre und auf Schweigen. Hast du das Gefühl, bedrängt zu werden oder bekommst du Fragen gestellt, die du nicht beantworten möchtest, dann nimm dir das Recht und schweige. Du stehst in keiner Pflicht, solchen Aufforderungen nachzukommen. Und mache dir bei Internet-Bekanntschaften immer klar, dass dein Gegenüber nicht unbedingt das ist, was er vorgibt zu sein.

Wer spricht da mit mir? - Schütze dich und andere

Wenn du dich bedrängt fühlst oder dir etwas merkwürdig vorkommt, dann antworte nicht und setze den Gesprächspartner auf die Ignore-Liste. (Quelle: pixelio )

In vielen Chats hast du die Möglichkeit, andere Chatter auf eine so genannte "IGNORE-Liste" zu setzen. Sie können dich dann nicht mehr anschreiben. Lass' dir kein schlechtes Gewissen machen, wenn dir die Fragen oder Vertraulichkeiten des anderen zu weit gehen oder du etwas nicht möchtest. Auch wenn angeblich schon so viele andere Chatter auf eine Frage antworteten, ist es noch immer deine Entscheidung, wenn du etwas nicht mitteilen möchtest. Wenn dir ein Gespräch komisch vorkommt, brich es ab, und meide den Kontakt zukünftig. Erzähle deinen Eltern davon. Vielleicht kannst du den entsprechenden Chatter auch bei dem Betreiber der Webseite bekannt machen.

Wichtigste Regel ist immer noch, dass du nie deine persönlichen Daten heraus gibst. Mit Informationen über deinen Namen und deine Heimatstadt können viele auch leicht deine Adresse herausfinden. Du könntest so nicht nur dich, sondern auch die Menschen in deinem Umfeld gefährden. Darüber hinaus solltest du dir auf jeden Fall einen Chatroom aussuchen, der überwacht wird. Im Artikel von "chatten-ohne-risiko.net", der unten verlinkt ist, findest du solche Chatrooms. An einem netten Gespräch im Chat ist nicht unbedingt etwas auszusetzen, die Grenzen sind dabei aber wichtig. Am besten und am unbedenklichsten ist es, wenn du die Möglichkeiten des Chattens nutzt, um dich mit deinen Freunden und Bekannten zu unterhalten.

Wie schätzt du die Gefahren des Internets ein? Hast auch du schon einmal Leute im Internet kennen gelernt? Bist du oft am Chatten und hast du regelmäßige Kontakte zu bestimmten Usern? Hältst du dich immer an die Sicherheitsvorschriften? Hast du schon einmal unangenehme Erfahrungen mit anderen Chattern gemacht? Tausche dich mit anderen Lesern im Forum aus.

letzte Aktualisierung: 15.08.2009

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