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Schwere Waldbrände in Griechenland

von Britta Pawlak - 27.08.2007

In Griechenland wüten zurzeit die schwersten Waldbrände seit Jahrzehnten. Fast das halbe Land steht in Flammen. Bisher sind mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen, und ganze Dörfer wurden vom Feuer eingeschlossen. Die berühmten antiken Stätten des Olympia sollen gerade noch rechtzeitig vor den unberechenbaren Flammen gerettet worden sein. Was sind die Ursachen dafür, dass es immer wieder zu solch verheerenden Waldbränden kommt? Warum können sie so schwer kontrolliert werden?

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In Griechenland wurde der Notstand ausgerufen: Fast das halbe Land steht in Flammen. Bisher konnten die schweren Waldbrände nicht unter Kontrolle gebracht werden. (Quelle: Pixelio (Fotograf: Chaloc) )

Am Freitag (24. August) ist das Feuer in Griechenland ausgebrochen. Die Flammen haben sich über große Flächen entfacht und konnten bisher nicht unter Kontrolle gebracht werden. Starke Windböen sorgen dafür, dass sich die Feuersbrünste noch mehr ausweiten. In ganz Griechenland wurde der Notstand ausgerufen. Der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis bezeichnete die Brände als "nationale Tragödie". Auch in Süditalien sind nun Waldbrände ausgebrochen.

In Griechenland sind die Halbinsel Peloponnes, die Insel Euböa und die Gegend um Korinth am schlimmsten betroffen. Aber auch im mittleren Griechenland flammen die Feuer immer wieder auf. Viele Wohngebiete wurden von den Flammen eingeschlossen. Das antike Olympia auf Peloponnes konnte laut Behörden durch ein Großaufgebot der Feuerwehr gerettet werden, bevor die Brände auf die Stätten übergriffen. Viele Bewohner beklagten, dass sich der Staat mehr um die Rettung des Kulturerbes kümmern würde, als um die Sicherheit der Bevölkerung.

Die völlig überforderten Rettungskräfte im Land werden nun auch von Helfern aus anderen Nationen unterstützt. Viele Bürger und Politiker sind empört und haben die griechische Regierung für "Versäumnisse" und ein "schlechtes Krisen-Management" scharf kritisiert. Man geht davon aus, dass Brandstiftung die Ursache für das Unglück ist. Die griechische Polizei hat bereits mehrere Verdächtige festgenommen. Die Regierung hat für Bürger sogar hohe Geldsummen zur Belohnung ausgesetzt, wenn sie wichtige Hinweise liefern.

Feuersbrünste: Verheerende Folgen für die Natur

Jährlich wüten in südlichen Ländern schwere Waldbrände. In trockener Hitze breitet sich das Feuer schnell aus. Menschen sterben, werden verletzt oder verlieren ihre Häuser. (Quelle: Pixelio (Fotograf: P.-G. Meistner) )

Immer wieder kommt es im Sommer vor allem in südlichen Ländern zu schweren Waldbränden. Anfang August waren die Kanarischen Inseln von riesigen Feuersbrünsten betroffen. Viele Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, Häuser brannten nieder und große Waldflächen wurden vernichtet.

Nach schweren Bränden drohen neue Katastrophen: Regenfälle könnten zu Überschwemmungen führen, da das Wasser in den verdörrten Böden nicht versickern kann. Eine solch verheerende Umweltkatastrophe hat außerdem weitreichende Folgen für die Natur. Nicht nur unzählige Bäume und Pflanzen werden zerstört, sondern auch viele Tiere sterben durch das Feuer, verlieren ihren Lebensraum oder finden nach den Bränden nicht mehr genügend Nahrung zum Überleben. Hinzu kommt, dass bei dem Feuer große Mengen an schädlichem CO2 ausgestoßen werden.

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Was sind die Ursachen für Waldbrände?

Ursachen sind meist Brandstiftung oder menschliche Fahrlässigkeit. Durch Brände wird die Natur zerstört und der Lebensraum von Tieren vernichtet. (Quelle: Pixelio (Fotograf: Windrose) )

Meist sind mutwillige Brandstiftung oder Fahrlässigkeit durch Menschen die Ursachen für Brände. Nicht selten werden Wälder heimlich in Brand gesetzt, damit sie für eine spätere Bebauung genutzt werden können. Häufig sind auch offene Müllhalden die Brandursache. Bei heißen Temperaturen, wie sie im Sommer in Ländern wie Griechenland, Spanien oder Portugal herrschen, besteht dabei hohe Entzündungsgefahr.

Oft ist es auch das unachtsame Handeln einzelner Menschen, das einen Waldbrand auslöst. Schon weggeworfene Zigarettenkippen und kleine Feuerstellen können bei sehr trockenen Böden und hohen Temperaturen extrem gefährlich sein. Ein entfachtes Feuer erreicht durch die große Hitze sehr schnell ein so zerstörerisches Ausmaß, dass es nicht mehr rechtzeitig unter Kontrolle gebracht werden kann. Starke Winde sorgen dafür, dass es sich in kurzer Zeit über weite Landflächen ausbreitet. Selbst bei einem Großeinsatz der Feuerwehr wird es dann schwierig, die Flammen zu bändigen.

Links: Satellitenbild von den schweren Waldbränden in Griechenland, Süditalien und Südosteuropa. (Quelle: ESA - Europäische Weltraumorganisation) Rechts: Karte von Griechenland. Am schwersten sind die Halbinsel Peloponnes, die Insel Euböa und die Gegend um Korinth betroffen. Auch in Zentral-Griechenland flammen die Feuer immer wieder auf.

letzte Aktualisierung: 23.11.2009

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