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Martin Luther King: "I have a dream"

von Carola Beck und Britta Pawlak

Friedlicher Widerstand im Kampf für die Rechte der schwarzen Bevölkerung - dafür trat Martin Luther King in den USA ein. Die Gleichberechtigung aller Menschen, egal welcher Herkunft, Religion oder Hautfarbe, war sein Ziel. "I have a dream" - "ich habe einen Traum" - sind seine berühmtesten Worte. Es waren die Leitworte in seiner Rede am 28. August 1963, die Martin Luther King anlässlich eines Protestmarsches zum US-Regierungssitz nach Washington hielt. Als Anführer der schwarzen Bürgerrechtsbewegung hat er viel erreicht. Am 4. April 1968 fiel King einem Attentat zum Opfer.

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Martin Luther King wurde am 15.1.1929 in Atlanta, im amerikanischen Bundesstaat Georgia, geboren. (Quelle: United States Department)

Martin Luther King wurde am 15.01.1929 in Atlanta, im US-amerikanischen Bundesstaat Georgia, geboren. Er wuchs - im Gegensatz zu vielen anderen Afroamerikanern - als Sohn eines Pfarrers und einer Lehrerin in einer wohlhabenden Familie auf. Seinen Namen wählten sie in Bezug zu dem evangelischen Reformator Martin Luther. Er studierte im Morehouse College, Atlanta zunächst Soziologie. Anschließend entschloss er sich, Geistlicher zu werden und studierte wie sein Vater Theologie in Chester, Pennsylvania. Das Studium schloss er 1955 mit einem Doktortitel ab. Zusammen mit seiner Frau Coretta Scott Williams hatte King vier Kinder.

Sein Wirken brachte entscheidende Erfolge in der Gleichberechtigung der Schwarzen: 1964 wurde die Rassentrennung in jedem Staat der USA in allen Bereichen verboten. Im selben Jahr erhielt Martin Luther King den Friedensnobelpreis. Ein Jahr später verabschiedete der US-Kongress ein Gesetz, das alle Einschränkungen des Wahlrechts für Schwarze aufhob. King selbst wurde dreimal tätlich angegriffen und verletzt, überlebte drei Bombenattentate und kam zwischen 1955 und 1968 über 30 Mal ins Gefängnis. An seiner Überzeugung des gewaltlosen Widerstandes hielt er bis zuletzt fest. Am 4. April 1968 fiel Martin Luther King im Alter von nur 39 Jahren einem Attentat zum Opfer. Als Täter gilt der weiße Rassist James Earl Ray. Bis heute ist allerdings nicht mit Sicherheit geklärt, ob er die Tat wirklich begangen hat. Nachdem Ray zunächst ein Geständnis abgelegt hatte, beteuerte er kurz darauf seine Unschuld. Gerüchte über eine Verschwörung, in die die US-amerikanische Regierung verstrickt gewesen sei, sind nicht verstummt.

Berühmte Rede: "I have a dream"

Martin Luther King war einer der wichtigsten Vertreter, die sich für die Gleichberechtigung der Schwarzen einsetzten. (Quelle: U.S. Information Agency)

"I have a dream" - "ich habe einen Traum" -, das sind die berühmtesten Worte des amerikanischen Bürgerrechtlers. Es waren die Leitworte in seiner Rede am 28. August 1963, die er anlässlich eines Protestmarsches zum US-Regierungssitz nach Washington hielt. 250.000 Menschen begleiteten an diesem Tag die Demonstration gegen die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung in den USA. Damit wurde der Marsch zum Höhepunkt der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung für gleiche Rechte von Schwarzen und Weißen.

Nach diesem Großprotest wurden zwei entscheidende Gesetze verabschiedet: Der "Civil Rights Act" aus dem Jahr 1964 beendete die Rassentrennung in den USA offiziell. Der "Voting Rights Act" folgte ein Jahr später und garantierte der schwarzen Bevölkerung und in den USA lebenden Minderheiten ein Wahlrecht ohne Einschränkungen. Noch 1963 waren Menschen mit schwarzer Hautfarbe in den USA im täglichen Leben benachteiligt. 100 Jahre zuvor, im Jahr 1863 war während des amerikanischen Bürgerkrieges die Sklaverei abgeschafft worden.

Strikte Rassentrennung: "Nur für Weiße"

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"Whites only" - "Nur für Weiße": Der schwarzen Bevölkerung wurden an öffentlichen Orten gesonderte Bereiche zugeteilt. (Quelle: Wikipedia (Hempdiddy))

Die ehemals versklavten Menschen waren nun frei, hatten aber weiterhin nicht die gleichen Chancen wie Weiße. Dafür sorgten Gesetze, aber auch das rassistische Verhalten der weißen Bevölkerung erniedrigte und demütigte sie. In den Südstaaten der USA waren Afroamerikaner vom Grundsatz der Gleichheit aller Menschen in der Verfassung ausgenommen. Viele Schwarze hatten bis 1965 kaum die Möglichkeit zu wählen, denn sie mussten für die Wahlberechtigung Lese- und Schreibkenntnisse nachweisen. Viele von ihnen waren aber so arm, dass sie sich Bildung nicht leisten konnten.

In der Öffentlichkeit waren Bereiche für Schwarze und Weiße strikt getrennt. In Schulen, auf Bahnhöfen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Kirchen wurden der schwarzen Bevölkerung abgesonderte Orte zugeteilt. Auch in Restaurants, Bars und Theatern war häufig das Schild angebracht "For whites only" - "Nur für Weiße", während die Aufschrift "For colored only" ("Nur für Farbige") die Bereiche für Schwarze kennzeichnete. Öffentliche Ämter, also Arbeitsstellen beim Staat, durften schwarze Amerikaner nicht annehmen. Rassistische Geheimorganisationen wie der Ku-Klux-Klan (KKK) verbreiteten innerhalb der schwarzen Bevölkerung Angst und Schrecken. Sie organisierten und begingen Vergewaltigungen, Brandstiftungen und sogar Morde.

Rosa Parks: Gewaltloser Widerstand

Rosa Parks wurde verhaftet, weil sie ihren Platz nicht für einen weißen Fahrgast räumen wollte. Hier muss sie ihre Fingerabdrücke abgeben. (Quelle: Library Of Congress / USA)

Einen Wendepunkt brachte das mutige Verhalten von Rosa Parks. Sie weigerte sich am 1. Dezember 1955 in der Stadt Montgomery, ihren Sitzplatz in einem Bus für einen Weißen zu räumen, wie es das Gesetz vorsah. Rosa Parks wurde verhaftet. Die schwarze Bevölkerung schloss sich daraufhin zu einem Bürgerausschuss zusammen, zu dessen Vorsitzendem Martin Luther King gewählt wurde. Sie benutzte keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr - mit Erfolg: Ein gutes Jahr später, nach genau 381 Tagen, erklärte der oberste Gerichtshof im Dezember 1956 die Rassentrennung in den Bussen von Montgomery für verfassungswidrig und damit hinfällig.

In der Geschichte der Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen ging der 1. Dezember 1955 als wichtiger Start der Bürgerbewegung für die Rechte der Schwarzen ein. Gewaltlosigkeit war für Martin Luther King das oberste Mittel im Kampf gegen die Benachteiligung. Er war überzeugter Christ, orientierte sich aber auch stark an seinem Vorbild Mahatma Gandhi, dessen Weg des gewaltlosen Widerstandes er bewunderte. "Unsere Wehrlosigkeit ist unsere Waffe, und unsere Schutzlosigkeit ist unsere Macht", überzeugte King seine Anhänger. Der Gewalt, dem Hass und der Polizeiwillkür der Weißen setzte er gewaltlosen Widerstand entgegen. Damit hatte er Erfolg: Mit seinem Konzept erlangte Martin Luther King international Gehör und Achtung.

Martin Luther Kings Visionen

Martin Luther King mit dem Revolutionär Malcolm X. (Quelle: United States Department)

Seine Reden schmückte er mit Visionen, wie das Zusammenleben aller Menschen - egal welcher Hautfarbe und Herkunft - aussehen könnte. Ein Beispiel dafür ist die schon oben genannte Rede "I have a dream" aus dem Jahr 1963. Hier sind einige Auszüge: "Ich habe einen Traum, dass sich eines Tages diese Nation erheben wird und die wahre Bedeutung ihres Glaubensbekenntnisses ausleben wird: Für uns soll als selbstverständlich gelten: Alle Menschen sind als gleich geschaffen.

Ich habe einen Traum, dass eines Tages (...) die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen werden. (...) Und alle Kinder Gottes - ob schwarz, weiß, Juden, Nichtjuden, Protestanten und Katholiken - sich die Hände reichen und singen werden "Endlich frei!" (...) Ich habe einen Traum, (...) dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern allein nach ihrem Charakter beurteilen wird."

Martin Luther King hat mit seinem engagierten Einsatz viel erreicht. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass auch heute noch viele Menschen mit Vorurteilen, Ausgrenzung, Anfeindung und Benachteiligung zu kämpfen haben. Sie sind zwar vor dem Gesetz gleich, aber die Realität sieht oftmals anders aus. Weiterhin leben in den USA verhältnismäßig viel mehr schwarze Amerikaner in Armut und können sich eine gute Ausbildung nicht leisten. In mächtigen Positionen und politischen Ämtern dominiert noch immer die weiße Bevölkerung. Vor allem für viele Afroamerikaner hatte die Wahl von Barack Obama zum ersten schwarzen US-Präsidenten deshalb eine große Bedeutung. Doch Martin Luther Kings Rede von 1963 bleibt noch immer der Traum von einer Welt, wie sie eines Tages sein könnte.
letzte Aktualisierung: 22.04.2016

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