Lexikon: Antike

von Silvia Hähnel

Überreste des Poseidontempels auf der griechischen Halbinsel Attika (Quelle: Fotograf: Bildpixel | Pixelio.de)

Unter dem Begriff Antike versteht man im weiteren Sinne sowohl die Geschichte des Altertums im Mittelmeerraum als auch die Geschichte der altorientalischen und nahöstlichen Hochkulturen im Altertum. Meistens wird die Bezeichnung aber wesentlich enger gefasst. In den meisten Zusammenhängen bezeichnet die Antike deshalb die Geschichte der Hochkulturen am Mittelmeer, die einen entscheidenden Einfluss auf die europäische Geschichte und Kultur ausgeübt haben, also die griechische und römische Antike.

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Den Einfluss beider Kulturen kann man auch heute noch deutlich spüren. Die Antike hat große Leistungen in Sachen Kunst, Geschichtsschreibung, Literatur und Wissenschaft hervorgebracht, die noch heute prägend sind. Viele wissenschaftliche Disziplinen, die wir noch heute kennen, gab es bereits in der griechischen Antike! Dazu gehören zum Beispiel Zoologie, Botanik, Geographie, Astronomie oder Mathematik. Aus dem Bestreben der alten Griechen, Mensch und Welt zu verstehen, hat sich außerdem die Philosophie entwickelt. Die Römer setzten da an, wo die Griechen aufhörten, entwickelten ihre Ideen weiter und erfanden zusätzlich die Rechtswissenschaft.

Zeitlich gesehen beginnt die Antike im 12. Jahrhundert vor Christus und endet mit der Absetzung des letzten römischen Kaisers im Jahr 476 nach Christus. Eine völlig klare Abgrenzung gibt es allerdings nicht und manche Forscher setzen Beginn und Ende der Antike jeweils früher oder später an.

Der Grundstein für die griechische Hochkultur wurde gelegt, als im 12. Jahrhundert vor Christus der Volksstamm der Dorer in das Gebiet des heutigen Griechenlands einwanderte und mit ihnen die Eisenzeit begann. Für viele Forscher beginnt die griechische Antike erst mit der so genannten Archaischen Zeit von ungefähr 850 bis 800 vor Christus, in der sich die unterschiedlichen griechischen Staaten herausbildeten. Diese Staatenwelt war kein einheitliches Land, aber allen Staaten waren die Sprache, die Mythen und die Götter gemeinsam. Die griechische Staatenwelt erlangte große Macht auf den Gebieten Kultur, Politik und Handel und breitete sich im gesamten Mittelmeer- und Schwarzmeerraum aus. Das 4. und 5. Jahrhundert vor Christus wird als die "klassische Antike" bezeichnet und gilt als die Blütezeit der Epoche. In dieser Zeit wirkten zum Beispiel berühmte Philosophen wie Sokrates, Aristoteles und Platon, deren Werke auch heute noch von Bedeutung sind. Mit den Eroberungen von Alexander dem Großen brach anschließend die hellenistische Zeit an, die sich bis in die Zeit des Römischen Reichs hineinzieht.

Das Erbe der Griechen als Großmacht im Mittelmeerraum traten nämlich die Römer an. Die Stadt Rom wurde ungefähr 500 vor Christus unabhängige Republik und stieg ab diesem Zeitpunkt unaufhaltsam auf. Rom führte im 3. und 2. Jahrhundert vor Christus erfolgreiche Kriege gegen Karthago und das Seleukidenreich und beherrschte letztendlich den gesamten Mittelmeerraum. Im Jahr 146 vor Christus wurde Griechenland zur römischen Provinz, womit die Römer endgültig die Nachfolge der Griechen als neue Hochkultur und politische und kulturelle Macht antraten. Besonders in der römischen Kaiserzeit erlebten Kunst, Philosophie und Wissenschaften einen großen Aufschwung - Werke berühmter Römer wie Caesar, Cicero, Seneca oder Ovid waren so bedeutsam, dass sie noch heute gelesen und diskutiert werden. Auch auf dem Gebiet der Architektur hinterließen die Römer einen bleibenden Eindruck: Sie sind verantwortlich für erstaunliche Bauten. Das Kolosseum, das auch heute noch in Rom zu bewundern ist, war zum Beispiel das größte geschlossene Gebäude der römischen Antike. Außerdem entstanden in der Römischen Antike Kanalisationen, weitreichende Wasserleitungen ("Aquädukte") und öffentliche Bäder.


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