Was passiert bei einer Mondfinsternis?

Am Freitag erleben wir die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts

von Britta Pawlak - aktualisiert - 26.07.2018

Am Freitag (27. Juli) ereignet sich ein ganz besonderes Naturschauspiel: eine totale Mondfinsternis - und zwar die längste, die wir in diesem Jahrhundert erleben werden. Sie wird um 22:22 Uhr ihren Höhepunkt haben - dann wird der Mond komplett von der Erde verdeckt sein. Die Montfinsternis wird bereits zu Beginn des Mondaufgangs gegen 21 Uhr begonnen haben und mehr als eineinhalb Stunden andauern. Was genau passiert bei einer Mondfinsternis und welche Arten von Mondfinsternissen gibt es? Wie oft kommen sie vor?

Bei einer Mondfinsternis zieht der Mond in den Kernschatten, den Schatten der Erde, und verdunkelt sich allmählich.
Wikipedia

Wenn das Wetter mitspielt und keine Wolken am Himmel die Sicht auf den Mond verhindern, können wir am Freitag (27. Juli) ein besonderes Ereignis am Abendhimmel beobachten: eine totale Mondfinsternis. Und noch eine weiteres Phänomen gibt es am Nachthimmel zu bestaunen: Der Mars wird nicht nur besonders gut zu sehen, sondern der Erde auch so nahe wie selten sein. Ungefähr eine Stunde nach Aufgang des Mondes wird er deutlich sichtbar hell und rötlich am tiefen Horizont erscheinen.

Mondfinsternisse, die auch als Eklipsen bezeichnet werden, treten nur bei Vollmond auf. Dazu kommt es, wenn die Erde genau zwischen Sonne und Mond steht, sich der Mond also im Erdschatten befindet. Während sich die Erde um die Sonne dreht, umkreist der Erdmond in etwa 384.400 Kilometern einmal im Monat die Erde. Das Naturschauspiel einer Mondfinsternis ereignet sich nur etwa zweimal im Jahr, da die Bahnen von Erde und Mond leicht gegeneinander geneigt sind. Deshalb zieht der Mond meistens knapp am Erdschatten, dem so genannten Kernschatten, vorbei. Eine Mondfinsternis erlebt man am Nachthimmel überall gleich, egal von welchem Punkt aus man sie betrachtet - sofern der Himmel nicht bewölkt ist. Bei einer Sonnenfinsternis dagegen hängt es davon ab, an welchem Ort auf der Erde man sich befindet. Aus diesem Grund sind Mondfinsternisse viel öfter zu beobachten als Sonnenfinsternisse, obwohl letztere sogar etwas häufiger vorkommen.

Welche Arten von Mondfinsternissen gibt es?

Mondfinsternis am 3. März 2007.
Wikipedia (Thomas Knoblauch)

Es gibt verschiedene Arten von Mondfinsternissen. Bei der totalen Mondfinsternis liegt der Mond vollkommen im Kernschatten der Erde. Da dennoch ein wenig Licht in den Erdschatten dringt, erscheint der Mond in einem dunklen Rotton - daher auch der Name "Blutmond". Dieser Vorgang dauert ungefähr 115 Minuten an. Etwa 30 Prozent (also 30 von 100) der Mondfinsternisse sind total. Bei der häufigeren partiellen (also "teilweisen") Mondfinsternis befindet sich nur ein Teil des Mondes im Schatten der Erde. Der Teil des Mondes, der im Kernschatten liegt, erscheint uns dann viel dunkler als der andere.

Am Freitag wird der Vollmond - abhängig von dem genauen Ort - gegen 21:00 Uhr gegenüber der Sonne aufgehen. Da die Mondfinsternis dann bereits begonnen hat, wird er schon zu seinem Aufgang am Himmel röter und dunkler erscheinen als sonst. Bei einer Mondfinsternis kann man zunächst beobachten, wie sich der Mond am Rand weiter zu verdunkeln beginnt. Die Mondsichel wird allmählich immer kleiner, bis der Mond vollständig im Kernschatten steht. Der Mond scheint bei einer Finsternis deshalb Dunkelrot, weil rotes Licht am langwelligsten ist und deshalb in den Kernschatten gelangt. Das weiße Sonnenlicht enthält nämlich alle verschiedenen Farbtöne, die jeweils von unterschiedlicher Wellenlänge sind - am kurzwelligsten ist blaues Licht. Während Vollmond und Mars am Freitag gegen 22 Uhr noch tief am Horizont stehen, werden sie am Ende der Mondfinsternis gegen 23:13 Uhr deutlich höher am Nachthimmel zu bewundern sein.

letzte Aktualisierung: 27.07.2018

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