Naturschauspiel: Mondfinsternis

15.06.2011

Am Mittwoch (15. Juni) ereignete sich ein besonderes Naturschauspiel: eine totale Mondfinsternis. Etwa um 22 Uhr war der Mond komplett von der Erde verdeckt. Was genau passiert bei einer Mondfinsternis und welche Arten von Mondfinsternissen gibt es? Wie oft kommen sie vor?

Bei einer Mondfinsternis zieht der Mond in den Kernschatten, den Schatten der Erde, und verdunkelt sich allmählich. (Quelle: Wikipedia)
Mit etwas Glück konnten wir am Mittwochabend ein besonderes Ereignis am Abendhimmel beobachten: eine totale Mondfinsternis. Leider verhinderten in vielen Teilen Deutschlands Wolken am Himmel die Sicht auf den Mond. Mondfinsternisse, die auch als Eklipsen bezeichnet werden, treten nur bei Vollmond auf. Dazu kommt es, wenn die Erde genau zwischen Sonne und Mond steht, sich der Mond also im Erdschatten befindet. Während sich die Erde um die Sonne dreht, umkreist der Erdmond in etwa 384.400 Kilometern einmal im Monat die Erde.

Das Naturschauspiel einer Mondfinsternis ereignet sich nur etwa zweimal im Jahr, da die Bahnen von Erde und Mond leicht gegeneinander geneigt sind. Deshalb zieht der Mond meistens knapp am Erdschatten, dem so genannten Kernschatten, vorbei. Eine Mondfinsternis erlebt man am Nachthimmel überall gleich, egal von welchem Punkt aus man sie betrachtet - sofern der Himmel nicht bewölkt ist. Bei einer Sonnenfinsternis dagegen hängt es davon ab, an welchem Ort auf der Erde man sich befindet. Aus diesem Grund sind Mondfinsternisse viel öfter zu beobachten als Sonnenfinsternisse, obwohl letztere sogar etwas häufiger vorkommen.

Welche Arten von Mondfinsternissen gibt es?

Mondfinsternis am 3. März 2007. (Quelle: Wikipedia (Thomas Knoblauch))
Es gibt verschiedene Arten von Mondfinsternissen. Bei der totalen Mondfinsternis liegt der Mond vollkommen im Kernschatten der Erde. Da dennoch ein wenig Licht in den Erdschatten dringt, erscheint der Mond in einem dunklen Rotton - daher auch der Name "Blutmond". Dieser Vorgang dauert ungefähr 115 Minuten an. Etwa 30 Prozent (also 30 von 100) der Mondfinsternisse sind total. Bei der häufigeren partiellen (also "teilweisen") Mondfinsternis befindet sich nur ein Teil des Mondes im Schatten der Erde. Der Teil des Mondes, der im Kernschatten liegt, erscheint uns dann viel dunkler als der andere.

Am Mittwoch ist der Vollmond um 21:21 Uhr gegenüber der Sonne aufgegangen. Bei einer Mondfinsternis kann man zunächst beobachten, wie sich der Mond am Rand zu verdunkeln beginnt. Die Mondsichel wird allmählich immer kleiner, bis der Mond vollständig im Kernschatten steht. Der Mond scheint bei einer Finsternis schließlich Dunkelrot, weil rotes Licht am langwelligsten ist und deshalb in den Kernschatten gelangt. Das weiße Sonnenlicht enthält nämlich alle verschiedenen Farbtöne, die jeweils von unterschiedlicher Wellenlänge sind. Am kurzwelligsten ist dagegen blaues Licht. Bei der totalen Mondfinsternis am 15. Juni befand sich der Mond nahe seinem Perigäum - das ist der Punkt auf der Bahn des Mondes, welcher der Erde am nächsten ist. Deshalb ist er tief in ihren Schatten vorgedrungen, so dass die Mitte der Finsternis besonders dunkel erschien.

letzte Aktualisierung: 23.10.2011

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