Greenpeace - Die weltweit größte Umweltorganisation

Greenpeace feiert den 40. Geburtstag

von Kai Hirschmann und Andreas Fischer - aktualisiert - 15.09.2011

Vor 40 Jahren wurde Greenpeace in Kanada ins Leben gerufen - heute ist sie die weltweit größte Umweltorganisation. Bekannt ist Greenpeace vor allem durch Aktionen und Kampagnen gegen Atomkraft, Gentechnik, die Erderwärmung, die Zerstörung von Regenwäldern, Walfang, Robbenjagd und Überfischung.

Greenpeace-Demonstration in Toulouse im Jahr 2007. (Quelle: Guillaume Paumier/ Wikipedia)

Greenpeace wurde von Pazifisten (das sind Menschen, die Krieg aus Überzeugung ablehnen), Umweltschützern und Journalisten ins Leben gerufen, die mit ihren Ideen und Plänen schließlich immer mehr Menschen überzeugten. Alles begann mit einem Konzert im "Pacific Coliseum" von Vancouver in Kanada, bei dem unter anderen die Musiker Joni Mitchell und James Taylor auftraten. Organisiert wurde die Veranstaltung von Irving Stowe, dem späteren Mitbegründer von Greenpeace.

Die Künstler erhielten kein Geld für ihren Auftritt, sondern spielten umsonst. Stattdessen sollte der Erlös des Eintrittsgeldes für die Aktion einer Gruppe von Pazifisten aus Amerika und Kanada gespendet werden: Sie planten, mit einem Schiff nach Amchitka - einer Insel der Aleuten an der Küste Alaskas - zu fahren und gegen eine bevorstehende Serie von Atomtests der USA zu protestieren. Am 15. September 1971 starteten die ersten Umwelt-Aktivisten von Vancouver aus, um die Zündung der Bomben des zweiten Atomtests zu verhindern - das war die "Geburt" von Greenpeace. Sie änderten damals den Namen ihres Fischkutters in "Greenpeace" (das heißt etwa "grüner Frieden").

Zwar fing die US-Küstenwache das Schiff der Umweltschützer ab und zwang sie zur Umkehr. Jedoch kam es in den größeren Städten in Kanada zu zahlreichen Protestaktionen und die USA verschoben den nächsten unterirdischen Kernwaffentest. Die Aktivisten unternahmen weitere Versuche, die Atomtests zu stören - dies schafften sie zwar nicht, jedoch wurden vor der Küste Amchitkas keine weiteren Atomtests mehr durchgeführt und die Aktion der Umweltschützer sorgte weltweit für Schlagzeilen. Später verliehen sie ihrer Organisation den Namen ihres ersten Schiffes - "Greenpeace".

Weltweiter Erfolg der Umweltorganisation

Auf kleinen Schlauchbooten näherten sich 1980 die ersten Wagemutigen Greenpeace-Aktivisten der "Konos". (Quelle: Greenpeace)

In Europa ist die erste Greenpeace-Gruppe Ende der 1970er Jahre in den Niederlanden entstanden. 1980 gründete sich Greenpeace in Deutschland, 1983 in Österreich und 1984 in der Schweiz. Es ist nun 31 Jahre her, dass die Umweltschützer von Greenpeace zum ersten Mal in Deutschland protestierten. Sieben Aktivisten wollten damals verhindern, dass ein großes Schiff, die "Konos Titan", giftige Schwefelsäure einfach so ins Meer schüttet - viele Fische und Robben waren in Gefahr. Die Umwelt-Aktivisten hatten Erfolg: die deutschen Chemie-Konzerne stoppten nach der Aktion, von der alle großen Medien ausführlich berichtet hatten, die Entsorgung von giftigen Abfällen im Meer. Ganz nebenbei wurde die bis dahin in Deutschland kaum bekannte Organisation schlagartig berühmt.

Seitdem hat es Greenpeace immer wieder geschafft, mit spektakulären Aktionen auf Umweltsünden aufmerksam zu machen. Was die Aktivisten von Greenpeace dabei unternommen haben, war zum Teil sehr gefährlich. Sie sind auf hohe Fabrikschornsteine geklettert, um dort Plakate aufzuhängen, sie haben mit kleinen Schlauchbooten riesige Schiffe daran gehindert, auf Walfang zu gehen, und sie haben Bahngleise blockiert, um Atommülltransporte aufzuhalten.

Nicht immer vertragen sich die Greenpeace-Aktionen mit dem Gesetz. Denn die Aktivisten fragen bei den Fabriken, auf deren Schornsteinen sie Plakate befestigen wollen, natürlich nicht vorher höflich um Erlaubnis. Das Erfolgsrezept ist der Überraschungseffekt. Deshalb hagelt es oft Strafanzeigen und Bußgelder. Weil die Greenpeace-Leute jedoch stets friedlich auftreten, haben auch ungesetzliche Aktionen ihrem Ansehen nicht geschadet. Im Gegenteil: Auf diese Weise konnte Greenpeace schon viel erreichen.

Mutige Aktionen zum Umwelt- und Tierschutz

Nachdem die Brent Spar nicht mehr gebraucht wurde, wollte Shell sie einfach im Meer versenken. (Quelle: Greenpeace)

So kletterte ein Greenpeace-Team 1995 auf einen ausgedienten Ölspeicherturm in der Nordsee, die "Brent Spar". Damals war es üblich, dass solche riesigen Anlagen einfach an einer tiefen Stelle im Meer versenkt wurden, wenn sie alt waren und nicht mehr gebraucht wurden - und das, obwohl sie noch voller Gifte waren. Der Treibstoff-Konzern Shell wollte die "Brent Spar" ebenfalls auf diese skrupellose Weise entsorgen, weil das billiger war, als die Insel an Land Stück für Stück fachgerecht zu zerlegen.

Viele Menschen, die durch die Greenpeace-Aktion auf diese Umweltschweinerei aufmerksam wurden, waren empört und tankten nicht mehr bei Shell. Schließlich musste der Konzern nachgeben. Seitdem werden ausgediente Ölförder- und Speichertürme aus der Nordsee an Land gebracht, dort auseinandergebaut und ordentlich entsorgt.

Weitere Aktionen von Greenpeace richteten sich immer wieder gegen genmanipuliertes Essen, Atommüll, Möbel aus Tropenholz, Dieselruß und Treibhausgase. Auch im Tierschutz ist Greenpeace zum Beispiel gegen die Robbenjagd und den Walfang aktiv. Viele einfallsreiche Aktionen, die mit viel Mühe vorbereitet werden, haben zunächst keinen Erfolg. Doch die Leute von Greenpeace geben nicht auf - und mit der Zeit erreichen sie dann oft doch noch ihr Ziel.

Auch "dafür" statt nur "dagegen"

Greenpeace verhinderte das, indem Aktivisten den Turm besetzten und die Shell-Kunden über diese Pläne informierten. (Quelle: Bernd Euler (Greenpeace) )

Greenpeace ist nicht einfach immer "dagegen", sondern zeigt auch andere Wege auf. So präsentierte die Umweltorganisation mit "Greenfreeze" einen der ersten Kühlschränke, die ohne das Treibhausgas FCKW auskommen. Außerdem unterstützt sie die Entwicklung von Autos, die mit sehr wenig oder sogar ohne Benzin fahren können. Das Greenpeace Einkaufs-Netz informiert über gesunde Lebensmittel, die frei von chemischen Rückständen und von Gentechnik sind.

Wenn eine Schule auf ihrem Dach eine Solaranlage errichtet, dann wird das seit 1998 von Greenpeace gefördert. Seit 1999 bietet "Greenpeace Energy" in Deutschland auch ökologisch erzeugten Strom. Das ist Elektrizität, die nicht von Atom- oder Kohlekraftwerken gewonnen wurde, sondern zum Beispiel von Solaranlagen, Wasserkraftwerken oder Windrädern.

Heute gibt es auf der Welt über 40 Greenpeace-Büros, und rund 1.200 Mitarbeiter sind bei der Umweltorganisation beschäftigt. Weiterhin hat Greenpeace ungefähr drei Millionen Fördermitglieder. Allein in Deutschland sind über 200 Leute fest bei Greenpeace angestellt - hinzu kommen über 562.000 Fördermitglieder sowie viele engagierte Freiwillige.

Greenteams: Jeder kann mitmachen

Greenteams setzen sich für eine bessere Welt ein - bei dir vor der Haustür und in fernen Ländern. (Quelle: Greenpeace)

Wichtig ist Greenpeace, dass auch Kinder und Jugendliche mitmachen. Seit 1990 gibt es die Greenteams für Zehn- bis Vierzehnjährige. Und sie haben schon Einiges erreicht: So sammelten die Greenteams über 250.000 Unterschriften gegen die Treibnetzfischerei. In den Treibnetzen verfangen sich nämlich immer wieder Delfine und Robben - und sterben qualvoll. Auf Druck der Greenteams und anderer Umweltschutzorganisationen wurde die Treibnetzfischerei 1998 in der Europäischen Union verboten.

Immer wieder laufen große Aktionen zum Schutz der Regenwälder und für ein Walfang-Verbot. Auch hier hoffen die Greenteams, dass ihre Stimme gehört wird. Informationen und Ideen für Aktionen bekommen alle interessierten Kinder und Jugendliche auf der Kinderseite von Greenpeace, die unten verlinkt ist.

Wenn auch du bei Greenpeace mitmachen und dich für die Umwelt einsetzen willst, dann ist das ganz einfach. Du kannst dich einem der vielen Greenteams in Deutschland, Österreich oder der Schweiz anschließen. Wenn es in deiner Stadt oder deinem Dorf noch kein Greenteam geben sollte, dann kannst du gemeinsam mit zwei Freunden selbst eins gründen. Kinder und Jugendliche müssen übrigens keinen Mitgliedsbeitrag bezahlen, bleiben übers Internet stets auf dem Laufenden und bekommen auch alle Informations-Broschüren kostenlos zugeschickt. Und zwar so viele, dass du deine ganze Klasse damit versorgen kannst.

letzte Aktualisierung: 20.10.2011

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