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Lexikon: Trauma

von Tanja Lindauer

Die Gefühle von Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen, die man in einer schlimmen Situation empfunden hat, kommen bei einem Trauma immer wieder zurück. (Quelle: sokaeiko/ Pixelio.de)

Ein Krieg, Gewalttaten wie sexueller Missbrauch oder Folter, Geiselnahmen, Unfälle sowie auch Naturkatstrophen hinterlassen nicht nur Spuren, die man körperlich sieht, sondern sie können auch seelische Narben verursachen. Das Erlebte kann für die Betroffenen so schlimm sein, dass sie immer wieder daran erinnert werden. Die Gefühle von Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen, die man in der schlimmen Situation empfunden hat, kommen oft immer wieder zurück. Wenn diese Gefühle stets neu erlebt werden, spricht man von einem seelischen oder psychologischen Trauma.

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Das Wort "Trauma" (Mehrzahl "Traumata") stammt aus dem Griechischen und bedeutet Wunde. Das Erlebte hinterlässt also neben möglicherweise körperlichen Wunden vor allem auch tiefe seelische, die nicht heilen wollen. Oftmals erleben Menschen, die unter einem psychischen Trauma leiden, die Schocksituation immer wieder, indem sie zum Beispiel durch bestimmte Geräusche, Gerüche oder Gegenstände an die vergangene Situation erinnert werden. Daher versuchen die betroffenen Personen, solche Situationen zu vermeiden. Wieder andere Menschen werden von schrecklichen Alpträumen verfolgt oder leiden unter Schlaflosigkeit. Manche Personen reagieren auch mit einer so genannten "emotionalen Taubheit", das bedeutet, sie verlieren die Fähigkeit, sich zu freuen, zu lieben oder auch traurig zu sein. Wieder andere Menschen werden schnell wütend, können sich nicht mehr konzentrieren oder sind sehr leicht zu erschrecken. Menschen reagieren auf ein schlimmes Ereignis also ganz unterschiedlich.

Auch Kinder sind oft von solchen Traumata betroffen. So werden viele Kinder zum Beispiel als Kindersoldaten eingesetzt und müssen in Kriege ziehen, obwohl nicht einmal erwachsene Soldaten ihre Kriegserfahrungen verkraften können. In Krisengebieten müssen sie andere Menschen töten oder zusehen, wie ihre Eltern ermordet werden. Solche Erlebnisse kann man sein ganzes Leben lang nicht vergessen. Ebenso Flüchtlinge leiden oft unter einem Trauma, die aus ihrem Land geflohen sind, in dem Hunger oder Krieg und Gewalt herrschen, und dabei alles zurücklassen mussten: Freunde, Familie, das Zuhause und vielleicht Schule oder Beruf. Viele müssen in Flüchtlingslagern leben, in denen die Bedingungen ziemlich schlecht sind. Manchmal spricht man auch von einem gesellschaftlichen Trauma, von dem ganze Gruppen, Völker oder Nationen betroffen sind. Damit meint man, dass schlimme Geschehnisse wie zum Beispiel Krieg und Völkermord, Diktatur und Terror tiefe Spuren in der betroffenen Gesellschaft hinterlassen haben.

Nicht wenige Menschen können ohne Hilfe und eine Behandlung das Trauma nie überwinden. Einem traumatisierten Menschen zu helfen ist aber nicht ganz leicht, denn oftmals möchte er über das Erlebte nicht einmal sprechen und versucht, es zu verdrängen. Manche Betroffenen flüchten sich auch in Alkohol und Drogen. Mit einer Trauma-Therapie kann Menschen geholfen werden, die unter traumatischen Erlebnissen leiden. Viele glauben, dass mit ihnen etwas nicht stimme und dass es nicht normal sei, wie sie reagieren. In einer Therapie wird ihnen gezeigt, dass ihre Empfindungen aber typisch sind, wenn man etwas sehr Schlimmes erlebt hat, und dass sie sich ihren Ängsten stellen müssen. Es gibt viele verschiedene Therapieformen, die auch vom Grad der Erkrankung abhängig sind und von den jeweiligen Symptomen - also der Art und Weise, wie sich das Trauma äußert. Neben dem seelischen Trauma wird in der Medizin auch vom Trauma gesprochen, wenn man eine körperliche Verletzung oder Wunde meint. Ein Schädel-Hirn-Trauma zum Beispiel ist eine Verletzung am Kopf und am Gehirn.

Co-Autorin: Britta Pawlak
letzte Aktualisierung: 30.03.2012

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