Problem Wasser: Kein sauberes Wasser für alle Menschen

Trinkwasser - (K)ein Menschenrecht?

von Britta Pawlak - aktualisiert - 20.03.2016

Wasser ist entscheidend für das Leben auf der Erde und der Zugang zu sauberem Trinkwasser gilt als Menschenrecht. Warum gibt es nicht genügend Wasser für alle auf der Welt und weshalb ist die Verteilung so ungerecht? Mehr als ein Drittel der Menschen weltweit leidet an Wassermangel, der Hälfte von ihnen steht kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung, was Krankheiten, Seuchen und Todesfälle zur Folge hat. Täglich sterben weltweit fast 5.000 Kinder, weil ihnen sauberes Wasser fehlt. Als Folge des Klimawandels wird befürchtet, dass in Zukunft auch Länder, in denen zurzeit noch genügend Trinkwasser zur Verfügung steht, von Wassermangel betroffen sein werden.

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Wasser ist ein kostbares Gut und wichtig für das Leben auf der Erde. Wir verwenden Süßwasser zur Reinigung, zur Produktion von Gütern und es ist ein lebensnotwendiger Bestandteil unserer Nahrung. (Quelle: luise / pixelio.de)

Der Weltwassertag ruft jährlich am 22. März die Bedeutung von Wasser in Erinnerung und macht darauf aufmerksam, dass die Versorgung mit sauberem Wasser nicht selbstverständlich ist und es weltweit viele Probleme und Konflikte rund um das Thema Wasser gibt. Wasser ist ein kostbares Gut und wichtig für das Leben auf der Erde. Pflanzen sind für ihr Wachstum auf Wasser angewiesen, Tiere benötigen es, und wir Menschen verwenden Süßwasser nicht nur zur Reinigung und im Haushalt, zur Produktion von Gütern und zur Bewässerung, sondern es ist vor allem ein lebensnotwendiger Bestandteil unserer direkten Nahrung.

Der Körper eines Erwachsenen besteht bis zu 60 Prozent aus Wasser, der von kleinen Kindern sogar bis zu 75 Prozent, und wir sollten pro Tag etwa zwei bis drei Liter Wasser trinken. Unser Körper benötigt Wasser zur Erhaltung und Regulierung der Körpertemperatur, zum Transport von wichtigen Nährstoffen und zur Ausschwemmung von Giften. Da wir täglich bereits bei normaler, nicht übermäßiger Belastung ungefähr zwei bis drei Liter Wasser verlieren, müssen wir regelmäßig genügend trinken. Dies ist gerade für Kinder wichtig, denn da über ihre Haut mehr Flüssigkeit verdunstet, sind sie schneller von Austrocknung bedroht. Trinkt man dauerhaft zu wenig, sind körperliche Leiden und ernste Krankheiten die Folge, ganz ohne Wasser kann ein Mensch nur höchstens zwei Tage überleben.

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser stellt deshalb ein entscheidendes Grundrecht eines jeden Menschen dar. Theoretisch reichen die Wasservorkommen auf der Welt sogar aus, um alle mit genügend Trinkwasser zu versorgen. Wasser ist für den Menschen nicht nur ein wichtiger Bestandteil seiner Nahrung, sondern dient als "Gebrauchsgegenstand" auch der Reinigung, Bewässerung und Herstellung von Gütern. Ohne fließendes Wasser und ein Kanalsystem in den Orten und Städten sind die Hygienezustände schnell katastrophal und es drohen Krankheiten und Seuchen.

Verschwenderischer Umgang mit Wasser

Ein Großteil des nutzbaren Süßwassers wird in der Landwirtschaft für die Bewässerung der Felder und Äcker verwendet, auf denen Pflanzen für unsere Nahrung oder zur Fütterung von "Nutztieren" angebaut werden. (Quelle: Harry Hautumm / pixelio.de)

Die Verteilung von und Versorgung mit Wasser auf der Welt ist alles andere als ausgeglichen und gerecht. Einer Studie des "Internationalen Instituts für Wassermanagement (IWMI)" zufolge ist der weltweite Wassermangel nur zum geringen Teil auf "natürliche" Gegebenheiten wie klimabedingte Hitze und Trockenheit zurückzuführen und zu 98 Prozent vom Menschen selbst verursacht. In den reichen Industrienationen steht Wasser vielen Menschen im Überfluss zur Verfügung und den meisten ist überhaupt nicht bewusst, wie kostbar dieses Gut eigentlich ist. Allein im Haushalt werden pro Person und Tag in Industrieländern wie Deutschland, England, den USA oder Kanada mehrere hundert Liter Wasser verbraucht, etwa zum Duschen, Wäschewaschen, Geschirrspülen, bei der Nutzung der Toilettenspülung oder zur Gartenpflege.

Hinzu kommt das "unsichtbare" Wasser, das bei der Güter- und Nahrungsmittelproduktion entweder verwendet oder verschmutzt wird oder dabei verdunstet, so dass der tatsächliche Verbrauch in den Industrieländern pro Person täglich auf mehrere Tausend Liter geschätzt wird! Zum einen wird zur Herstellung von Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Getreide oder Käse viel Wasser verbraucht - und allen voran "schluckt" der hohe Konsum von Fleisch Unmengen an wertvollem Wasser. Zum Vergleich: Für die Herstellung nur eines Kilos Rindfleisch werden bis zu 20.000 Liter verbraucht, für ein Kilogramm Getreide sind es nur 1.500. Zum anderen werden auch für die Produktion vieler anderer Güter wie Pflegeprodukte, Kleidung und besonders Elektrogeräte große Mengen an Wasser benötigt.

Ein ernstes Problem in den ärmeren "Schwellen-" und "Entwicklungsländern", in denen den einzelnen Menschen viel weniger Wasser zur Verfügung steht als bei uns, ist der enorme Wasserverbrauch durch die Landwirtschaft. Die landwirtschaftlichen Betriebe gehen oft sehr verschwenderisch mit dem kostbaren Wasser um und veraltete oder schlechte Bewässerungssysteme sorgen dafür, dass große Mengen des Wassers einfach ungenutzt verdunsten und versickern. Weiterhin sorgen die hohe Umweltbelastung durch die Industrie und Landwirtschaft sowie ungefilterte Abwässer dafür, dass die Flüsse und Seen stark verschmutzen. Aber auch in den wohlhabenderen Industrieländern verbraucht die Landwirtschaft die größten Teile des nutzbaren Süßwassers, und durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Dünger sowie die Belastung durch Schadstoffe aus der industriellen Produktion werden die Böden und Gewässer nachhaltig verschmutzt.

In Europa sind besonders Länder des Mittelmeerraumes wie Spanien von großer Trockenheit betroffen. Während es der Bevölkerung vor allem in den heißen Sommermonaten an Wasser mangelt, werden riesige Wassermengen zum einen für den Massentourismus, zum anderen für die Bewässerung der Äcker und Kulturpflanzen verwendet. Besonders viel Wasser verbrauchen Feldfrüchte und Spezialkulturen wie Früherdbeeren, deren Anbau mit erheblichen Fördergeldern ("Subventionen") der Europäischen Union (EU) unterstützt wird.

Woher kommt das Trinkwasser auf der Erde?

Etwa 72 Prozent der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. Süßwasser macht jedoch nur etwa drei Prozent der weltweit vorkommenden Wasserbestände aus - und wiederum nur ein Prozent der vorhandenen Süßwassermenge kann genutzt werden. (Quelle: NASA Goddard Space Flight Center)

Die Erde selbst ist reich an Wasser, etwa 72 Prozent ihrer Oberfläche ist mit Wasser bedeckt. Das kostbare Süßwasser macht jedoch nur etwa drei Prozent der weltweit vorkommenden Wasserbestände aus. Die gewaltigen Mengen an Meerwasser sind zwar wichtig für das Leben auf der Erde, können aufgrund ihres hohen Salzgehaltes aber weder als Trinkwasser noch zur Bewässerung der Felder aufbereitet werden. Auch kann das salzhaltige Wasser nicht in der industriellen Produktion verwendet werden, da es auf die Dauer die Maschinen zerstören würde. In welcher Form liegt das wertvolle Süßwasser aber eigentlich vor?

Der größte Teil dieses Wassers ist auf der Erde in Form von Eis an den Polen oder in Gletschergebieten vorhanden, daher kann es nur schwer abgebaut und verwendet werden. Das direkt verfügbare Trinkwasser ist hingegen deutlich knapper (es macht gerade einmal ein Prozent der gesamten Süßwassermenge aus!) und sehr ungleich auf der Welt verteilt. Besonders betroffen von erheblichem Wassermangel sind die Regionen in Zentralafrika und Afghanistan, in denen es sehr heiß werden kann und die Niederschläge gering sind. Aber auch viele weitere Gebiete, unter anderen in Nord- und Südafrika, im Nahen und Mittleren Osten, in Mexiko, China und Indien, sind von Wasserknappheit betroffen und von Austrocknung bedroht.

Immer mehr Menschen müssen ihre Heimat verlassen, weil ihnen nicht genügend sauberes Süßwasser zur Verfügung steht. So sind wegen Wassermangels mittlerweile ganze Landstriche verlassen und liegen brach. Selbst ehemals wasserreiche Regionen haben sich heute zum Teil in wüstenähnliche Gebiete verwandelt und sind nahezu unbewohnt. Der Aralsee in Zentralasien zählte beispielsweise einst zu den größten Binnenseen weltweit. Durch Umweltverschmutzung sowie die Nutzung und Umleitung riesiger Wassermengen ist der See in den letzten Jahrzehnten immer weiter ausgetrocknet und versalzt, dort lebende Arten wurden ausgerottet und viele der Landschaften in Kasachstan und Usbekistan sind heute von Wüstenbildung betroffen.

Ein weiteres Problem ist, dass viele Menschen in den von Wasserkrisen heimgesuchten Regionen das Land verlassen und in die großen Städte ziehen, die dadurch weiter anwachsen (man spricht von "Landflucht"). In der Folge leben immer mehr Menschen auf engstem Raum, mit den riesigen Städten wachsen auch ihre Elendsquartiere weiter und es fehlen die sanitären Einrichtungen, die für die Entsorgung von Abwasser und Müll zuständig sind, so dass sich hier Krankheiten wie Cholera oder Hepatitis A ausbreiten.

Milliarden Menschen fehlt sauberes Wasser

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Oft sind in von Wassermangel betroffenen Regionen Mädchen und Frauen für die Beschaffung des Trinkwassers zuständig und müssen täglich viele Kilometer zu Fuß zurücklegen, um Trinkwasser aus den Brunnen zu holen. (Quelle: Bob Metcalf, Wikimedia Commons)

Eigentlich setzten sich die Vereinten Nationen (UN) um die Jahrtausendwende zum Ziel, den Anteil an Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser bis zum Jahr 2015 zu halbieren, doch dies liegt nach wie vor in weiter Ferne. Im Gegenteil wird von vielen befürchtet, dass in Zukunft immer mehr Menschen von Wassermangel betroffen und Gebiete von Verwüstung bedroht sein werden, und durch den globalen Klimawandel wird dieses Problem noch verschärft. Fast zweieinhalb Milliarden Menschen, das sind mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung, sind aktuell von Problemen bei der Versorgung mit sauberem Wasser betroffen und ihnen fehlen ausreichende Sanitäranlagen zur Ableitung und Klärung von verschmutztem Wasser.

Weit über eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dies hat schlimme Folgen für die betroffenen Kinder und Erwachsenen. Nach Schätzungen sterben pro Jahr durch Wassermangel und verseuchtes Trinkwasser etwa 2,2 Millionen Menschen, darunter sind größtenteils Kinder unter fünf Jahren. Nur an einem einzigen Tag sterben demnach weltweit fast 5.000 Kinder, weil ihnen kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. Viele Millionen Menschen werden durch das verschmutzte Wasser und die schlechten Hygienezustände krank und es brechen gefährliche Seuchen aus. Besonders in den ärmeren Ländern werden die Gewässer durch ungeklärtes Abwasser und Giftstoffe, die zum Beispiel von Fischzuchtanlagen oder Düngemitteln für die Äcker stammen, zusätzlich belastet.

Oft sind in von Wassermangel betroffenen Regionen Mädchen und Frauen für die Beschaffung des Trinkwassers zuständig und müssen täglich viele Kilometer zu Fuß zurücklegen, um für die Familie Trinkwasser aus den Brunnen zu holen. Sie können dann in dieser Zeit weder die Schule besuchen noch andere Tätigkeiten verrichten und sind deshalb zusätzlich von großen Benachteiligungen in der Bildung betroffen, was schlechte Zukunftschancen für sie zur Folge hat.

Kriege und politische Konflikte

Immer wieder kommt es zu Wasserkonflikten, zum Beispiel zwischen den am Nil liegenden Staaten: So verfügen Ägypten und Sudan über fast 90 Prozent des genutzten Flußwassers, während Äthiopien, das am unteren Teil des Nils liegt, nur ein Bruchteil des genutzten Wassers zugestanden wird. (Quelle: Katharina Wieland Müller / pixelio.de)

Bereits in den 1970er Jahren hat Boutros-Ghali, der spätere Generalsekretär der Vereinten Nationen, davor gewarnt, dass irgendwann nicht mehr Erdöl, sondern Wasser der Hauptgrund für kriegerische Auseinandersetzungen sein würde. Tatsächlich sorgen Wasserkrisen immer wieder für politische Konflikte. Viele von Wassermangel betroffenen Gebiete sind zur Beschaffung von sauberem Süßwasser von einem Fluss abhängig, der gleichzeitig auch anderen Staaten zur Wasserversorgung dient - vor allem, wenn die verschiedenen Staaten ungleiche Anteile am Einzugsgebiet des Gewässers haben, fehlt es den am untersten Abschnitt gelegenen Regionen an Wasser und es kommt zu politischen Spannungen.

Immer wieder kam es daher in den letzten Jahrzehnten auch zu gewalttätigen Konflikten, bei denen der Streit um den Zugang zu sauberem Trinkwasser im Mittelpunkt stand. Zum Beispiel sind die Flüsse Nil, Jordan oder Euphrat entscheidende Wasserquellen für die anliegenden Staaten. So verfügen die am Nil liegenden Länder Ägypten und Sudan über fast 90 Prozent des genutzten Flusswassers, während dem von Wasserknappheit betroffenen Äthiopien, das am unteren Teil des Nils liegt, nur ein Bruchteil des Wassers zur Nutzung zugestanden wird. Nicht nur gibt es Streitigkeiten um Wasser zwischen den am Nil liegenden Staaten, der Türkei und dem Irak, sondern auch in den Gebieten Israels, Jordaniens, Syriens sowie Indiens und Pakistans.

Aber auch innerhalb eines Staates bekriegen sich verfeindete Gruppen aufgrund von Wasserknappheit, so zum Beispiel in Kenia. Des Weiteren kommt es immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen, wenn sich die Wasserkrise in einem Land verschärft und beispielsweise die Kosten zur Wasserbeschaffung plötzlich stark ansteigen. So kam es in Bolivien und im Jemen bereits zu blutigen Protesten, die mehrere Todesopfer forderten.

Geschäfte mit dem Wasser

In Indonesien wird Trinkwasser durch die UV-A-Strahlung des Sonnenlichts keimfrei gemacht. Diese Methode zur Wasserentkeimung ist besonders in den armen Ländern verbreitet. (Quelle: SODIS Eawag, Wikimedia Commons (CC BY 3.0))

Obwohl der Zugang zu sauberem Wasser zum grundlegenden Menschenrecht erklärt wurde, spielen bei der Wasserversorgung immer häufiger wirtschaftliche Interessen eine Rolle und über das wertvolle Wasser verfügen zunehmend nicht mehr öffentliche Einrichtungen, sondern private Konzerne, die damit hohe Gewinne erzielen wollen. Deshalb spricht man oft auch von einer "Privatisierung" des Wassers. In der Folge wird die Wasserversorgung nicht nur in den ärmeren Ländern, sondern auch in den Industrieländern mehr und mehr zum Problem.

Zur Bekämpfung der Wasserknappheit in armen Ländern wurde in den vergangenen Jahren gefordert, die Wasserversorgung zunehmend in die Hände privater Konzerne zu geben. Unterstützt wurde diese Forderung von der Weltbank, einer Sondereinrichtung der Vereinten Nationen, und dem "Internationalen Währungsfonds" - beide Einrichtungen befassen sich mit der Regelung der Wirtschaft und des Warenhandels weltweit. Sie argumentieren damit, dass den öffentlichen Einrichtungen die Gelder fehlten und private Unternehmer die Versorgung mit Trinkwasser und Entsorgung von Abwasser deutlich verbessern könnten.

Tatsächlich hat sich durch solche Maßnahmen zur Privatisierung des Wassers die Situation in den ärmeren Ländern kaum verbessert oder sogar verschlechtert. So stiegen beispielsweise in der bolivianischen Stadt Cochabamba nach dem staatlichen Verkauf der Wasserversorgung die Wasserpreise um das Dreifache an und mühsam errichtete Brunnen in den umliegenden Gemeinden wurden gesperrt, woraufhin es im Jahr 2000 zum "Wasserkrieg" mit wütenden Protesten innerhalb der Bevölkerung kam. Die Wasserversorgung wurde daraufhin wieder öffentlich gesteuert, doch es folgte eine Klage der privaten Unternehmer, die als Entschädigung für die künftigen Gewinne deutlich mehr Geld einforderten, als sie beim Kauf aufgebracht hatten.

Die mächtigen Unternehmen üben einen großen Druck auf die ärmeren Länder auf, die immer mehr in ihre Abhängigkeit geraten. Da die Konzerne natürlich nicht nur ihre eigenen Kosten decken, sondern auch Gewinne erzielen wollen, kommt die Entwicklung des Wassermarktes am wenigsten der armen Bevölkerung zugute. Dabei erhalten die privaten Unternehmen noch finanzielle Unterstützung in Form von hohen Krediten durch die Weltbank und andere öffentliche Geldgeber. Auf Drängen der Europäischen Union sollen viele weitere Länder ihre Wasserversorgung in die Hände privater Unternehmen geben - der EU wird dabei vorgeworfen, vor allem ihre eigenen Interessen zu verfolgen, denn die weltweit führenden Wasserkonzerne kommen aus Europa.

Auch bei uns wird Wasser immer mehr zur Ware

Sauberes Wasser gilt als Menschenrecht. Doch bei der Wasserversorgung spielen wirtschaftliche Interessen eine große Rolle und zunehmend verfügen nicht mehr öffentliche Einrichtungen, sondern private Konzerne über das Wasser, die hohe Gewinne erzielen wollen. (Quelle: piu700 / pixelio.de)

Die zwei größten Wasserkonzerne weltweit haben ihren Hauptsitz in Frankreich und heißen Veolia und Suez. In Staaten wie Deutschland wird die Versorgung der Haushalte mit fließendem Wasser durch die Kommunen, so nennt man die örtlichen Gemeinden der verschiedenen Gebiete und Städte, geregelt. Doch auch hier gehen finanziell schwache Kommunen immer häufiger Partnerschaften mit diesen mächtigen Firmen ein.

In Frankreich versorgen Veolia und Suez bereits die überwiegende Mehrheit, nämlich 80 Prozent der Bevölkerung, mit Wasser und auch in anderen Ländern wächst ihr Einfluss. Veolia versorgt in Deutschland bereits über viereinhalb Millionen Menschen mit Wasser und ist für die Abwasserentsorgung von fast fünf Millionen Einwohnern zuständig, daneben macht ebenso der deutsche Konzern RWE Geschäfte mit dem Wasser. Auch in den europäischen Ländern schreitet die Privatisierung des Wassers also weiter voran.

Kritisiert wird an der Entwicklung, dass die privaten Konzerne ein lebenswichtiges Gut zur Ware erklären und dabei hauptsächlich auf finanzielle Gewinne ausgerichtet sind. Sie handeln undurchsichtig und entziehen sich den Kontrollen durch die Öffentlichkeit, während immer mehr Menschen von ihnen abhängig sind. In der Folge können die Unternehmen die Wasserpreise bestimmen, Wasser wird für die Verbraucher meist teurer und niemand weiß, wie sich die Preise in Zukunft weiter entwickeln werden. Den privaten Wasserkonzernen wird von einigen nicht nur Undurchsichtigkeit, sondern auch Korruption, also Bestechlichkeit, vorgeworfen. Es wird befürchtet, dass auch in Europa künftig immer mehr Menschen der ausreichende Zugang zu sauberem Trinkwasser verwehrt bleibt.


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