Das Wetter spielt verrückt

Teil 2 von 8

von Kai Hirschmann - 21.12.2004

Auf unserem blauen Planeten häufen sich seit einigen Jahrzehnten die Naturkatastrophen. Auch 2004 erreichten uns jeden Monat zahlreiche Meldungen über Wirbelstürme, Überschwemmungen, extreme Dürre und Waldbrände. Die Schuld daran geben Forscher dem „Klimawandel', womit die stetig steigende Erwärmung der Erde gemeint ist.

Verursacher sind vor allem wir Menschen in den Industriestaaten. Denn wir bauen immer neue Fabriken und fahren immer häufiger Auto. Dabei werden sehr große Abgasmengen in die Luft geblasen, darunter sehr viel Wasserdampf und auch die so genannten „Treibhausgase' wie Kohlendioxid (CO²) und Methan. Diese Gase sammeln sich in der Atmosphäre und reflektieren das Sonnenlicht. Dadurch wird es auf der Erde wärmer.

Gletscher schmelzen ab

EselspinguinAfrikas weißer Berg, der Kilimandscharo, verliert nach und nach seine Eiskuppe. Auch in der Schweiz und Argentinien schmelzen die Gletscher. Seit Ende der 1960er Jahre sind schon über zehn Prozent der weltweiten Schnee- und Eisdecke geschmolzen. Das ist schlimm, da Gletscher sehr viel sauberes Trinkwasser speichern, das nun ungenutzt abfließt.

Sogar das „ewige Eis“ am Nordpol und Südpol hat seinen Namen nicht mehr verdient. Denn es wird immer weniger. Riesige Eisschollen brechen vom Packeis ab und treiben ins Meer. Am 16. Dezember 2004 ist zum Beispiel eine 150 Kilometer lange und 25 Kilometer breite Eisscholle von der Antarktis (Südpol) weg gebrochen. Zehntausende Pinguine, die auf der Eisscholle leben, wurden dadurch von ihren Nahrungsquellen abgeschnitten. Sie müssen nun zur Fischjagd 70 Kilometer nach Norden ausweichen. Ganz schön anstrengend!

Im Juni kam ein Hilferuf vom Inselstaat Tuvalu. Der liegt im Pazifischen Ozean zwischen Papua Neuguinea und Neuseeland. Dort droht das stetig steigende Wasser des Pazifischen Ozeans die neun Inseln zu überschwemmen. 11.000 Einwohner würden dadurch ihre Heimat verlieren. Einen Vorgeschmack auf die Katastrophe In den vergangenen drei Jahren sind immer wieder Orkane und Flutwellen über die Inseln hinweggefegt und haben die Bewohner in Angst und Schrecken versetzt. Die Tuvaluer haben Australien und Neuseeland vorsorglich um Asyl gebeten, wenn ihre Inseln wegen des Klimawandels untergehen sollten - die aber lehnten ab. In ihrer Verzweiflung wollen sie nun die großen Industriestaaten als Hauptverursacher der Erderwärmung verklagen.

Immer wieder Monsterstürme

Der Hurrican Floyd richtete 1999 in den USA große Schäden an. (Quelle: NASA)

Vier gewaltige Hurrikans sind im September und Oktober über die Karibikinseln und den US-Bundesstaat Florida hinweg gezogen. Besonders betroffen war der Inselstaat Haiti, wo 3000 Menschen starben. In der ganzen Karibik zerstörten die Wirbelstürme mehrere hunderttausend Häuser.

Nach einem besonders warmen Sommer wurde Japan im August und September von schlimmen Wirbelstürmen, so genannten Taifunen, heimgesucht. Doch ein Unglück kommt bekanntlich selten allein. Den Stürmen folgten noch im Oktober schwere Erdbeben. Über 250 Menschen verloren dabei ihr Leben.

Ein starkes Seebeben vor der indonesischen Insel Java löste am 26. Dezember 2004 in Südasien riesige Flutwellen aus. Tausende von Küstenbewohnern wurden am Morgen im Schlaf überrascht und getötet. Bis zu zehn Meter hohe Flutwellen rissen alles mit sich. Auch viele Fischer und Taucher auf See gehörten zu den über 300.000 Opfern. Dabei waren sehr viele Länder betroffen: Indonesien, Sri Lanka, Indien, Myanmar, die Malediven, Malaysia und Thailand. Sogar im weit entfernten Ostafrika starben noch Menschen durch die Flutkatastrophe.

Das schlimmste Erdbeben seit 40 Jahren traf viele arme Einwohner, aber auch Toursiten. Denn auf der thailändischen Insel Phuket, den Malediven und Sri Lanka verbrachten zu Weihnachten sehr viele Touristen gerade ihren Urlaub.

Heuschrecken überfallen Kanarische Inseln

Ägyptische Wanderheuschrecken

Touristen und Einwohner der Kanarischen Inseln fühlten sich im November wie in einem Horrorfilm. Millionen Wanderheuschrecken zogen in großen Schwärmen nach Lanzarote und Fuerteventura. Statt ihren Urlaub an sonnigen Stränden zu genießen, mussten die Touristen in ihre Hotelzimmer flüchteten. Auch die Ernte der Bauern ist nun dahin. Denn wo die Wanderheuschrecken sich einmal niederlassen, bleibt kein Grashalm mehr übrig.

Kurz zuvor hatten die riesigen Heuschreckenschwärme ganz Nordafrika heimgesucht. Dann wurden Schwärme von mehr als zwei Millionen Heuschrecken vom Wind übers Meer getragen. Etwa 100 Kilometern legten die Insekten in ununterbrochenem Flug von der afrikanischen Küste zurück, ehe sie auf den kanarischen Inseln landeten.

letzte Aktualisierung: 14.11.2009

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