Albert Einstein - Die Zunge des Genies

Teil 1 - Ein schlechter Schüler?

Teil 1 von 6

von Sandra Müller und Marlen Schott

Bestimmt kennst auch du das Foto. Es zeigt einen alten Mann mit strubbeligen, weißen Haaren, der die Augen weit aufreißt und frech die Zunge herausstreckt. Dieser Mann ist einer der berühmtesten Wissenschaftler aller Zeiten: Albert Einstein, der erste "Popstar" der Forschung. Ihm zu Ehren feiert die ganze Welt das "Einstein-Jahr".

Werbung (warum?)

Der wohl berühmteste Schnappschuss. Albert Einstein streckt dem Fotografen die Zunge heraus.

Dieses Foto entstand im Jahr 1951, an seinem 72. Geburtstag. Albert Einstein saß damals auf der Rückbank eines Autos, als plötzlich ein Fotograf auftauchte. Auch damals war Einstein schon ein berühmter Mann und die Fotografen lauerten ihm oft auf, um einen Schnappschuss von ihm zu machen. Da erging es Einstein nicht anders als den Prominenten von heute.

Albert Einstein war also nicht gerade erfreut, dass schon wieder jemand einfach so, ohne seine Erlaubnis, ein Foto von ihm machen wollte. Wegrennen konnte er nicht, da er auf der Autorückbank zwischen zwei Freunden eingeklemmt saß. Und um den Fotografen anzumeckern, war Albert Einstein an seinem Geburtstag einfach zu gut gelaunt. Also streckte er einfach die Zunge in dem Augenblick heraus, als der Fotograf auf den Auslöser seiner Kamera drückte. Auf diese Weise entstand das bekannteste Foto aller Zeiten.

Wie alles begann

Albert mit seiner jüngeren Schwester Maja, seiner Vertrauten

Albert Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm geboren. Er war das erste Kind von Hermann und Pauline Einstein. Seine Eltern waren jüdischer Herkunft, sie verzichteten jedoch darauf, ihren Sohn religiös zu erziehen. Albert ist übrigens auch kein jüdischer Vorname. Noch als Baby zog Albert mit seiner Familie nach München, wo sein Vater eine Fabrik gründete.

Erst sehr spät lernte Albert sprechen. Als alter Mann sagte er, dass er Zeit seines Lebens ein schlechtes Gedächtnis für Worte und Texte hatte. Ganz anders verhielt es sich da mit Zahlen und Formeln.

Der Schüler Einstein

Bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen, dem Violine spielen

Mit zehn Jahren kam Albert auf das Luitpold-Gymnasium in München. Diese Schule gefiel ihm jedoch überhaupt nicht. Mit den strengen Lehrern bekam er große Probleme, da er einen starken Willen hatte. Wer zu dieser Zeit jedoch nicht gehorchte wurde dafür hart bestraft.

Man kann sich das heute kaum mehr vorstellen, aber damals durften Lehrer ihre Schüler verprügeln. Sie durften es nicht nur, sie taten es bei vielen Gelegenheiten auch. Es galt, den Willen der Schüler zu brechen, um ihnen "Zucht und Ordnung" einzubläuen. Lehrer forderten früher Unterwerfung und absoluten Gehorsam. Da sich Albert jedoch dagegen wehrte, war er am Luitpold-Gymnasium bald nicht mehr erwünscht. Einstein hatte eben nicht nur einen sehr klugen, sondern auch einen sehr eigenwilligen Kopf.

„Was soll aus dir werden, Albert Einstein?”

Werbung (warum?)

Als 15-Jähriger verließ er die Schule ohne Abschluss. Er folgte seiner Familie nach Mailand, wo sie sich in der Zwischenzeit niedergelassen hatte. Doch in Italien blieb er nicht lange. Denn seine Eltern machten sich große Sorgen, was einmal aus ihrem Sohn werden sollte.

Also wagte Einstein einen zweiten Anlauf an einem Gymnasium. Er zog in die Schweiz und schaffte sein Abitur am Gymnasium in Aarau. Denn Albert Einstein war übrigens ein guter Schüler, auch wenn viele Menschen heute das Gegenteil behaupten. Sein schlauer Geist ordnete sich nur nicht gerne dem Willen der Lehrer unter.

Einstein wird staatenlos

Die Schule, auf der Albert in Aarau/Schweiz sein Abitur machte.

Als 17-jähriger gab Einstein im Jahr 1896 die deutsche Staatsangehörigkeit auf. Bis zum 21. Februar 1901 war er offiziell ein ,,staatenloser Sohn deutscher Eltern". Dann wurde er Schweizer Staatsbürger.

Nach dem Abitur begann Albert Einstein ein Studium an der Polytechnischen Universität in Zürich. Als Student schwänzte er häufig Kurse. Lieber nutzte er die Zeit, um sich mit eigenen physikalischen Experimenten zu beschäftigen. Außerdem liebte er es, Violine zu spielen. Seit seiner Kindheit war Einstein ein begeisterter Geiger.

Im Juli 1900, Albert war gerade 21 Jahre alt, bestand er sein Diplom und beendete somit sein Studium erfolgreich. Von da an durfte er sich "Fachlehrer der Mathematik und der Physik" nennen. Er schrieb viele Bewerbungen, um eine Assistentenstelle an einer Universität zu bekommen. Doch Erfolg hatte er damit zunächst nicht.

Leidenschaft im Patentamt

Albert (sitzend, links) im Kreis seiner Abschlussklasse am Gymnasium in Aarau.

Zwei Jahre später nahm Albert eine Stelle als Prüfer im Schweizer Patentamt in Bern an, die er bis 1907 ausübte. In solch einem Amt lassen Menschen ihre Erfindungen registrieren, damit sie kein anderer Mensch einfach so nachbauen kann. Doch die Arbeit, für die Albert bezahlt wurde, interessierte ihn eigentlich nicht besonders. Zum Glück blieb Einstein genug Zeit, sich voll und ganz seiner Leidenschaft zu widmen: der Physik.

Er beschäftigte sich mit sehr komplizierten Dingen, von denen selbst die Namen schon rätselhaft klingen: "Brownsche Molekularbewegungstheorie", "Quantenphysik" und "spezielle Relativitätstheorie". Als er das Patentamt nach fünf Jahren verließ, hatte er schon damit begonnen, das "Äquivalenzprinzip" zu erarbeiten.

Im zweiten Teil erfährst du, wie Albert Einstein der Durchbruch zum anerkannten Wissenschaftler gelang und was er tat, um den ersten Weltkrieg (1914 - 1918) so schnell wie möglich zu beenden (auf "Weiter" klicken).


Hat dir der Artikel gefallen? Unten kannst du eine Bewertung abgeben. Wir freuen uns auf dein Feedback!
Werbung (warum?)

107 Bewertungen für diesen Artikel

Teil 1 von 6

Hinweis zum Copyright für Schüler und Lehrer: Die Texte von Helles-Koepfchen.de dürfen für den Schulunterricht (z.B. zur Unterrichtsvorbereitung, als Unterrichtsmaterialien, für Hausaufgaben oder Referate) auch für die ganze Schulklasse kostenlos ausgedruckt und vervielfältigt werden. Einzige Voraussetzung ist eine korrekte Quellenangabe, die wie folgt aussieht: Quelle: Helles-Koepfchen.de, [Link zum Artikel]. Die Druckversionen aller unserer Artikel beinhalten in der Fußzeile bereits die passende Quellenangabe - diese muss auf den Ausdrucken sichtbar sein.

Hier kannst du deine persönliche Bewertung für den Artikel abgeben. Wähle zwischen einem Stern (schlecht) und fünf Sternen (super). Zusätzlich kannst du einen Kommentar abgeben. Die mit einem * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Jahre

Sterne*:

(1 Stern = schlecht, 5 Sterne = super)