Skispringen

Teil 6 von 16

10.02.2006

Beim Skispringen rasen die Athleten in einer Eisspur die Schanze hinunter, springen am Schanzentisch ab und segeln auf der Großschanze von Pragelato bis zu 140 Meter weit. Die Skispringen werden wie bei allen Olympischen Winterspielen seit 1924 wieder zu den meist besuchten Sportarten gehören. Frauen sind nicht am Start.

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Bei Olympia starten beim Skispringen nur Männer. Frauenwettbewerbe gibt es überhaupt erst seit 1998. (Quelle: Olympische Winterspiele 2006 in Turin )

Das Skispringen entstand, wie auch der Langlauf, Ende des 19. Jahrhunderts in Norwegen. Daher werden diese beiden Sportarten auch "nordische Skisportarten" genannt. Schon die erste bedeutende Veranstaltung am 31. Januar 1892 auf der Holmenkollen-Schanze bei Oslo in Norwegen zog 10.000 Zuschauer in ihren Bann. Und die Faszination ist bis heute ungebrochen.

Auf der Normalschanze von Pragelato werden die besten Springer über 110 Meter weit springen. Die Großschanze erlaubt Flüge von über 140 Metern. Diese riesigen Weiten wurden erst durch den "V-Stil" möglich, den der schwedische Skispringer Jan Bokloev am Ende der 1980er Jahre erfunden hat. Während alle anderen ihre Skier im Flug damals noch möglichst parallel unter dem Körper führten, flog Bokloev ihnen mit der neuen Technik auf und davon. Zunächst bekam er von den Schanzenrichtern für seine "Fehlhaltung" noch Punktabzüge, bis die neue Technik offiziell anerkannt wurde. Innerhalb weniger Jahre stellten alle Skispringer auf den "V-Stil" um.

Beim Skisprung kommt es vor allem darauf an, möglichst weit zu fliegen. Wer die so genannte "Juryweite" erreicht, also genau so weit springt, wie die Jury vorher festgelegt hat, bekommt 100 Weitenpunkte. Für jeden Meter darüber gibt es Zusatzpunkte, für weniger weite Sprünge werden Punkte abgezogen.

Die Haltungsnoten

Die deutschen Skispringer hoffen in Pragelato auf eine Überraschung. (Quelle: La Presse)

Neben den Weitenpunkten verteilen Punktrichter aber auch noch Haltungsnoten. Dabei gibt es Punkte für die elegante Körperhaltung während des Flugs und die Landung im Telemark-Ausfallschritt. Sechs Punktrichter vergeben für jeden Sprung eine Haltungsnote von 0 bis 20 Punkten. Die beste und die schlechteste Note werden gestrichen. So kann jeder Springer bis zu 80 zusätzliche Punkte sammeln.

Größere Punktabzüge gibt es vor allem, wenn ein Springer nicht die elegante Telemark-Landung zeigt. Bei diesem Ausfallschritt ist das hintere Bein deutlich tiefer gebeugt als das vordere Bein. Wer seinen Sprung "hinkachelt", also beide Beine nebeneinander aufsetzt, bekommt dafür von allen Punktrichtern jeweils 3 Punkte angezogen.

Wenn ein Springer vor der Sturzlinie hinfällt, dann bekommt er bei den Haltungsnoten bis zu 12 Punkte von jedem Punktrichter abgezogen. Als Sturz gilt beim Skispringen aber auch schon, wenn ein Skispringer nach der Landung mit dem Po oder den Händen den Schnee berührt. Das kann auch den besten Springern bei sehr weiten Sprüngen schon mal passieren.

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Das Teamspringen

Beim olympischen Mannschaftsspringen wird von der Großschanze gesprungen. Jede Nation bietet vier Sportler auf, die jeweils zwei Sprünge absolvieren. Dabei treten zuerst die ersten Springer jeder Nation gegeneinander an, dann die zweiten und so weiter. Zwischen den acht Durchgängen kann der Anlauf verändert werden. Oft wird zum Beispiel vor den letzten Springern der Anlauf etwas verkürzt, damit die besten Springer jeder Nation nicht zu weit fliegen und sich nicht verletzen.

Wettbewerbe Normalschanze Gold: Lars Bystøl (NOR)
Silber: Matti Hautamäki (FIN)
Bronze: Roar Ljökelsoy (NOR) Großschanze Gold: Thomas Morgenstern (ÖST)
Silber: Andreas Kofler (ÖST)
Bronze: Lars Bystøl (NOR) Teamspringen Gold: Österreich
Silber: Finnland
Bronze: Norwegen


Olympiahoffnungen

Simon Amann aus der Schweiz war der Sensations-Olympiasieger von Salt Lake City. (Quelle: Simon Amann)

Die Skispringer aus Österreich gehören zu den großen Favoriten auf olympisches Gold. Vor allem Thomas Morgenstern und Andreas Kofler waren in den vergangenen Springen vor Olympia in blendender Form. Mit Andreas Widhoelzl, Wolfgang Loitzl und Martin Koch haben die Österreicher drei weitere Weltklassespringer in ihren Reihen. Im Teamspringen zählt Österreich daher neben Finnland und Norwegen zu den Medaillenfavoriten.

Auch die Schweizer Skispringer hoffen wieder auf eine Einzelmedaille wie bei den zurückliegenden Olympischen Spielen. In Salt Lake City gewann Simon Amann sensationell beide Goldmedaillen bei den Einzelspringen. In diesem Jahr kann sich vor allem Andreas Kuettel als Weltcup-Dritter berechtigte Hoffnungen machen.

Die ehemalige Skisprung-Macht Deutschland geht dagegen als Außenseiter auf die Olympia-Schanzen. Michael Uhrmann, Georg Späth, Alexander Herr und Michael Neumayer hoffen vor allem beim Teamwettkampf auf ihre Chance. Martin Schmitt, der bekannteste deutschen Skispringer, ist in schwacher Form und muss sich in Turin erst für das Team qualifizieren.

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letzte Aktualisierung: 15.08.2009

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