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Costa Rica

Die "reiche Küste"

Teil 6 von 26

von Felicia Chacón Díaz und Björn Pawlak

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Costa Ricas heutige Flagge wurde 1906 offiziell eingeführt. Die Ähnlichkeit mit der blau-weiß-roten französischen "Trikolore" ist kein Zufall und drückte damals Sympathie für die Französische Revolution aus.


Das eher kleine Land Costa Rica liegt in Mittelamerika und wurde im Jahr 1502 von den europäischen Seefahrern und späteren Eroberern entdeckt. Die Landessprache ist heutzutage Spanisch. Im Norden grenzt Costa Rica an Nicaragua, im Süden an Panama. Wie die anderen Länder Lateinamerikas wurde auch Costa Rica zuerst für das spanische Königreich erobert. Am 15. September 1821 erlangte das Land seine Unabhängigkeit.

Sonnenuntergang am "Playa Grande": Auf der Halbinsel "Nicoya" im Nordwesten Costa Ricas findet man langgezogene Sandstrände. (Quelle: eigenes Archiv)

In der Folgezeit setzte sich in Costa Rica das demokratische Staatsmodell mit der Gewaltenteilung in Exekutive (Regierung und öffentliche Verwaltung), Judikative (Gesetzgebung) und Legislative (Rechtssprechung) durch. Fortan war die politische Lage sehr stabil. Anders als in den anderen mittelamerikanischen Staaten wurden die Menschen in Costa Rica bis heute kaum in äußere oder innere Kriege verwickelt. Costaricanisches Staatsoberhaupt ist momentan Laura Chinchilla Miranda (Stand 2012).

Regionen

Die Hauptstadt Costa Ricas heißt San José, das Land ist in sieben Regionen unterteilt: San José, Alajuela, Cartago, Heredia, Guanacaste, Puntarenas und Limón. San José, Alajuela, Cartago und Heredia liegen sehr zentral im Landesinneren, hier leben die meisten der etwa vier Millionen Einwohner des Landes. Allein in San José und Umgebung leben etwa 1,4 Millionen Menschen, also mehr als ein Drittel der Population. Die Regionen Puntarenas, Guanacaste und Limón hingegen liegen am Meer, in den Städten Puntarenas und Limón befinden sich die beiden wichtigsten Häfen des Landes.

Bevölkerung

In der Regenzeit von Mai bis Dezember regnet es auch in der Hauptstadt San José jeden Tag ein paar Stunden lang. Ohne Regenschirm ist dann niemand unterwegs. (Quelle: eigenes Archiv)

Die costaricanische Bevölkerung ist bunt gemischt und multikulturell. Die meisten Einwohner sind Nachfahren der spanischen Eroberer, man bezeichnet sie wie im restlichen Lateinamerika als "Kreolen". "Mestizen" sind diejenigen, die sowohl spanische als auch indianische Vorfahren haben. Diese Unterteilung ist aber fast nur theoretisch möglich, denn kaum jemand kann seine Vorfahrenlinie so genau nachzeichnen. An der Karibikküste leben viele Schwarze, deren Vorfahren einst größtenteils als Sklaven nach Costa Rica kamen. Die indianische Urbevölkerung wurde von den Eroberern damals fast vollständig ausgerottet, heute leben noch etwa 35.000 Nachfahren, die zu unterschiedlichen indianischen Völkern gehören. Daneben leben auch 250.000 Ausländer ständig in Costa Rica, darunter viele Europäer.

Durch die wirtschaftliche Stabilität des Landes und den relativen Wohlstand ist Costa Rica zu einem "Einwanderungsland" geworden. Besonderes aus Nicaragua, Kolumbien und Argentinien kamen viele Menschen hierher. Die Zuwanderungswellen haben in Costa Rica auch zu zunehmender Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit geführt. Besonders die nicaraguanischen Zuwanderer haben darunter zu leiden. Sie sind auf dem costaricanischen Arbeitsmarkt mittlerweile als billige Arbeitskräfte gefragt und erhalten als Gegenleistung oft weder Wertschätzung noch einen angemessenen Lohn.

Wirtschaft

Im Norden wird in der Region San Carlos viel Landwirtschaft betrieben, so befinden sich hier riesige Ananasplantagen. Waldrodungen schaffen Platz für neue Felder. (Quelle: eigenes Archiv)

Hauptursache für die positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes war der Export von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, insbesondere Bananen und Kaffee wurden in alle Welt verkauft. Der Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen ist auch heute noch wichtige Einnahmequelle für das Land, angebaut wird nach wie vor Kaffee und Bananen, aber auch in großem Umfang Ananas und Blumen.

Heutzutage ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden. Finanzstarke ausländische Unternehmer pumpen in zunehmendem Maße Geld in das costaricanische Wirtschaftssystem (zum Beispiel für den Bau von Ferienanlagen), um selbst Geschäfte zu machen. Dabei versucht man in Costa Rica, auf die Umwelt und auf die ansässige Bevölkerung Rücksicht zu nehmen, auch damit das Land als Reiseziel attraktiv bleibt (was natürlich nicht immer gelingt). Man nennt dieses Konzept "Ökotourismus", die Besucher sollen von der "unberührten" Natur des Landes angelockt werden.

Artenvielfalt und Naturschutz

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Der Strand von "Ventanas": Im Südwesten des Landes hat der Massentourismus noch etwas weniger Fuß gefasst. Der tropische Regenwald reicht hier an vielen Stellen fast bis zum Meer. (Quelle: eigenes Archiv)

Für seine relativ kleine Landfläche (51.100 Quadratkilometer) besitzt Costa Rica eine immense Vielfalt von dort lebenden Pflanzen und Tieren. So trifft man in Costa Rica fünf Prozent aller weltweit vorkommenden Pflanzen- und Tierarten an, darunter unzählige Vogelarten. Noch deutlich größer als die Landfläche ist mit 500.000 Quadratkilometern Costa Ricas Meeresfläche. Westlich erstrecken sich die Weiten des Pazifischen Ozeans, östlich befindet sich das Karibische Meer. Entlang der beiden Küsten erstrecken sich die unterschiedlichsten Strandlandschaften, die ineinander übergehen.

Noch 500 Kilometer vor der Westküste des Landes kann man auf der vulkanischen "Kokosinsel" (auf Spanisch "Isla del Coco") costaricanische Erde betreten. Diese Insel ist unbewohnt, nur Schatzsucher haben sich hierher immer wieder verirrt, auf der Suche nach einem sagenumwobenen "Kirchenschatz", den es hier angeblich geben soll. Auch die Kokosinsel bietet Lebensraum für seltene Tierarten, seit 1997 steht sie als "Weltnaturerbe" unter besonderem Schutz.

"Ökotourismus" und seine Widersprüche

Der "Chirripo" ist mit seinen 3.821 Metern der höchste Berg Costa Ricas. Seine Hänge sind von tropischem Regenwald bedeckt und bieten Lebensraum für zahlreiche Tiere. Von seinem Gipfel aus kann man bei klarer Sicht sowohl den Atlantischen als auch den Pazifischen Ozean sehen. (Quelle: eigenes Archiv)

Der Schutz der Artenvielfalt wurde in Costa Rica mittels der Schaffung von zahlreichen Nationalparks und biologischen Reservaten insgesamt sehr ernst genommen. Gerade diese Parks und Reservate sind beliebte Ziele für Touristen, was den Erhalt der Natur wiederum verkompliziert. Denn durch Touristen lässt sich viel verdienen.

Das bringt einerseits Geld in die costaricanische Volkswirtschaft und in die Kassen der costaricanischen und auch ausländischen Geschäftsleute. Auf der anderen Seite widerspricht die Entstehung von touristischer Infrastruktur auch massiv den Prinzipien des Naturschutzes und des Erhaltes der biologischen Vielfalt. Das Geschäft mit den Touristen zerstört Umwelt, Touristenströme und die "unberührte" Natur stehen teilweise in krassem Widerspruch zueinander. Insofern bleibt der Tourismus für Costa Rica und seine Zukunft ein zweischneidiges Schwert.

Berge und Vulkane

Der Vulkan "Irazú" ist aktiv und unberechenbar. 1994 brach er das letzte Mal aus. Sein Krater ist mit Wasser vollgelaufen, welches aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung in kräftigem Grün schimmert. (Quelle: eigenes Archiv)

Neben den beiden Küsten sind Vulkane und Berge die auffälligsten Merkmale der costaricanischen Landschaft. Das Landesinnere wird von den vulkanischen Bergketten der "Cordilleras" durchzogen. Dieser Gebirgszug reicht mit einer Gesamtlänge von 15.000 Kilometern weit über Costa Rica hinaus - im Norden bis nach Alaska, im Süden bis nach Feuerland. Zu den costaricanischen Cordilleras gehören zahlreiche schon erloschene und noch aktive Vulkane. Die bekanntesten heißen "Turrialba", "Poás", "Arenal" und "Irazú". Der höchste Berg des Landes ist mit 3.821 Metern der "Chirripó", dessen Hänge fast bis zum Gipfel von tropischem Regenwald bedeckt sind.

Traditionen und Küche

"Gallo Pinto" (Reis mit roten oder schwarzen Bohnen) ist das traditionelle costaricanische Frühstück. Dazu trinkt man hier gerne starken schwarzen Kaffee, der in Costa Rica angebaut wird. (Quelle: eigenes Archiv)

Die Menschen in Costa Rica geben sich gerne lebensfroh, große Feste mit viel Musik, Tanz und gutem Essen haben ihren festen Platz in ihrem Alltagsleben. Die Familien leben meist sehr viel enger beieinander als zum Beispiel in Deutschland, oft leben mehrere Generationen zusammen unter einem Dach. Die im Land am stärksten vertretene Religion ist ganz klar der Katholizismus, auch wenn der Protestantismus in den letzten Jahren zunehmend mehr Anhänger gefunden hat.

Die Ernährung der Costaricaner besteht klassisch hauptsächlich aus Reis, Bohnen und einer kochfesten Bananenart mit kartoffelartiger Konsistenz ("Plátanos"). Diese Grundnahrungsmittel werden nach traditionellen Rezepten mit anderen beliebten Zutaten wie Rindfleisch, Geflügel, Hülsenfrüchten und Fladenbroten aus Mais- oder Weizenmehl ("Tortillas") kombiniert. Die beliebtesten Gerichte sind "Gallo Pinto" (Reis mit Bohnen), Eintopf mit Rindfleisch, "Patacones" (frittierte Bananen) und "Tamale" (ein in Blätter eingewickelt gekochtes Maisteiggemisch mit Gemüse, Fleisch oder Käse). Viele in Costa Rica verbreitete Frucht- und Gemüsesorten sind in Europa relativ unbekannt. Beliebt sind - um nur einige zu nennen - Papayas (Melonenbaumgewächse), Ananasfrüchte, Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Sternfrüchte, Maniok, verschiedene Kartoffelsorten, Plátanos ("Kochbananen"), "Guanábanas" ("Ochsenherzäpfel") und viele verschiedene Hülsenfrüchte.


Größe des Landes
51.060 qkm

Hauptstadt
San José
Einwohner
4,1 Mio. (Stand 2008)

Landessprache
  • Spanisch
Umgangssprachen

  • Englisch
  • Kreolisch (Patuá)

letzte Aktualisierung: 06.06.2014

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Teil 6 von 26

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