China: Schwerstes Erdbeben seit 30 Jahren

Heftiges Nachbeben im Katastrophengebiet

von Marlen Schott - 18.05.2008

Nach dem schweren Erdbeben im Südwesten Chinas, bei dem am Montag (12. Mai) mindestens 29.000 Menschen starben, kam es nun in der Region Sichuan zu einem heftigen Nachbeben. Die ständigen Regenfälle führen zu weiteren Erdrutschen. Es wurden Notunterkünfte eingerichtet, doch noch immer sind fünf Millionen Menschen obdachlos.

Nach dem schweren Erdbeben im Südwesten Chinas liegen noch immer viele Menschen verschüttet unter den Trümmern. (Quelle: Kurt Michel | Pixelio)

In der Nacht kam es in der Region Sichuan zu einem heftigen Nachbeben der Stärke 6,1. In der Provinzhauptstadt Chengdu brach Panik aus, Unzählige flüchteten auf die Straßen. Am Montagnachmittag war es im Südwesten Chinas zum schwersten Erdbeben seit Jahrzehnten gekommen. Ein Erdstoß der Stärke 7,8 ließ in der Region Sichuan mehr als 500.000 Häuser einstürzen und begrub Tausende Menschen unter den Trümmern.

Nach neuesten Angaben liegt die Zahl der Toten bei über 29.000, mehr als 200.000 Menschen wurden verletzt. Doch es wird befürchtet, dass insgesamt sogar mehr als 50.000 Menschen ums Leben kamen. Weite Gebiete liegen in Trümmern, viele Schulen, Krankenhäuser und Fabriken wurden zerstört. Tausende Menschen - darunter auch viele Kinder - wurden nach dem Erdbeben vermisst, die meisten von ihnen konnten nur noch tot geborgen werden. Noch immer liegen viele Menschen unter den Trümmern.

Die Provinz Sichuan liegt östlich von Tibet. Dort sind viele wissenschaftliche Zentren eingerichtet, die in verschiedenen Bereichen der Technik forschen und experimentieren. Deshalb gehört die Region zu den fünf wirtschaftlich bedeutendsten in ganz China. In Chengdu leben ungefähr 12 Millionen Menschen. Außerdem befinden sich dort zahlreiche Anlagen, die hoch empfindlich sind - wie beispielsweise Atomkraft-, Chemie- und Zementwerke. Um schwere Umweltkatastrophen zu verhindern, wurden Experten ausgesandt, um dort Kontrollen durchzuführen.

Ein Rennen gegen die Zeit

Viele Menschen im Katastrophengebiet haben ihre Familienangehörigen verloren. Die Zahl der Opfer steigt weiter an. (Quelle: eckwe // Pixelio)

Viele Tausend chinesische Soldaten und Polizisten sind im Erdbebengebiet im Einsatz. Die am schlimmsten betroffenen Teile der Provinz sind für die Helfer jedoch schwer erreichbar. Durch Erdrutsche und Trümmer ist ein Vorankommen zum Teil nur zu Fuß möglich. Die Kommunikationswege wie Telefonleitungen sind zusammengebrochen, die Menschen dort sind weitestgehend auf sich alleine gestellt. Einzig Hilfslieferungen aus der Luft - wie Trinkwasser, Nahrung, Zelte und Medikamente - erreichen die Menschen.

Der Staats- und Parteichef Hu Jintao bedankte sich für die Hilfe aus dem Ausland. Chinas Präsident betonte, dass die hygienischen Zustände im Katastrophengebiet verbessert werden müssen. Noch mehr Ärzte müssten in die Region geschickt werden. Denn viele Leichen konnten noch nicht geborgen werden, und bei dem feuchtwarmen Wetter steigt das Risiko von Seuchen. Die Chancen, jetzt noch Lebende aus den Trümmern zu retten, sind gering. Doch noch immer ist das Schicksal Tausender Menschen ungewiss. Die Regierung geht davon aus, dass die Zahl der Toten noch deutlich steigen wird.

>>Link für Spendenkonten (ZDF.de)

letzte Aktualisierung: 25.01.2010

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