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Science-Fiction: Was einmal sein könnte

von Silvia Hähnel

Den meisten von uns ist der Begriff "Science-Fiction" geläufig. Viele denken dabei an Außerirdische und fremde Planeten, an Raumschiffe und neue Technologien. Schnell kommt dabei die Welt von "Star Trek" in den Sinn, die nun schon seit vielen Jahren das Fernseh- und Kinopublikum begeistert. Aber was bedeutet eigentlich "Science-Fiction", wie entstand sie und was macht sie aus?

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Die Abschussrampe Columbia aus Vernes Roman "Eine Reise zum Mond" war zur damaligen Zeit noch reine Fiktion. (Quelle: Wikipedia)

Unter dem Oberbegriff Science-Fiction wird vieles angeboten. Es gibt Bücher und Comics, Fernsehserien, Kinofilme und Videospiele, die sich oft mit ganz unterschiedlichen Dingen auseinandersetzen. Die Science-Fiction ist nämlich kein einheitliches Genre, deshalb ist es gar nicht so einfach zu bestimmen, was die Science-Fiction eigentlich ausmacht. Trotzdem gibt es einige Merkmale, die sich alle oder zumindest die meisten Science-Fiction-Geschichten teilen.

Was ist Science-Fiction?

Der Begriff "Science-Fiction" kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "Wissenschaftsfiktion" - also erfundene Handlungen und Geschichten, die etwas mit Wissenschaft zu tun haben. Tatsächlich spielen in Science-Fiction-Geschichten oft der technische Fortschritt der Menschheit, neue Erfindungen und Begegnungen mit außerirdischen Wesen eine große Rolle. Oft, aber nicht immer, tragen sich diese Handlungen in der Zukunft zu. Wie das gehandhabt wird, ist von Autor zu Autor und von Geschichte zu Geschichte unterschiedlich. Manchmal steht eine für den Leser neue Technologie oder Entdeckung im Mittelpunkt der Handlung, in anderen Fällen bilden diese Dinge nur den Hintergrund und es geht mehr um die Menschen und wie sie in dieser neuen Welt leben.

Ähnlich wie bei der Fantasy wird der Leser also in eine Welt entführt, die ganz anders als die Welt ist, die wir jeden Tag erleben. Der große Unterschied zur Fantasy ist aber die Art, wie diese Andersartigkeit erklärt wird. In der Fantasy ist die Welt voller Magie und Übernatürlichem, in der Science-Fiction sieht das anders aus. Das wichtigste Merkmal des Genres ist es nämlich, dass die Autoren immer auf logische und mehr oder weniger wissenschaftliche Erklärungen bedacht sind. Zu den Aufgaben eines Science-Fiction-Autoren gehört also der Versuch, zukünftige Entwicklungen abzuschätzen und so darüber zu schreiben, dass sie glaubwürdig wirken. Viele Science-Fiction-Geschichten sind sehr gut recherchiert und bei so manchem Autor hat sich herausgestellt, dass er mit seinen Vermutungen gar nicht so falsch lag. Aber auch das Gegenteil ist nicht selten der Fall. Alte Science-Fiction-Filme wirken aus heutiger Sicht oft unfreiwillig komisch, weil sich die Technik in ganz andere Richtungen entwickelt hat.

Richtungen der Science-Fiction

In Science-Fiction-Geschichten geht es oft um technischen Fortschritt der Menschheit und Begegnungen mit außerirdischen Wesen. (Quelle: Henrique Senna/ Wikimedia Commons)

Es gibt in der Science-Fiction viele verschiedene Geschichten, die nicht allzu viel gemein haben müssen. Da wären zum Beispiel Zukunftsvisionen, die mitunter ziemlich düster ausfallen. In solchen Geschichten geht etwa um Gesellschaften, in denen die Menschen durch moderne Technik von früh bis spät überwacht und kontrolliert werden. Virtuelle Welten spielen häufig eine Rolle, ebenso wie Roboter oder intelligente Computer. Beliebt ist auch die militärische Science-Fiction, bei der meistens Kriege im Weltraum oder um Planeten im Vordergrund stehen.

Science-Fiction kann streng wissenschaftlich sein oder sich eher locker an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren. Es gibt Science-Fiction für Kinder und Erwachsene und sehr viele Überschneidungen mit anderes Genres. So manche Geschichte könnte zum Beispiel aus einem Abenteuer- oder Liebesroman stammen, spielt aber vor einem Science-Fiction-Hintergrund. Viele Autoren verbinden auch Fantasy und Science-Fiction und erschaffen dadurch originelle Welten. Und manches, was auf den ersten Blick als Science-Fiction erscheint, weil sich die Handlung etwa auf fremden Planeten abspielt, ist streng genommen gar keine. Ein gutes Beispiel dafür ist die bekannte "Star Wars"-Saga. Sie spielt auf uns unbekannten Planeten, es gibt Roboter und Raumschiffe, aber die Handlung an sich ist mehr eine Fantasy- oder Märchenhandlung.

Entstehung des Genres

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Der berühmte Schriftsteller Jules Verne (1828-1905) gilt als einer der Väter der Science-Fiction. (Quelle: Wikipedia)

Es ist aber auch kein Wunder, dass die Science-Fiction so viele Varianten hat, denn sie ist aus mehreren verschiedenen Strömungen entstanden. Weil in der Science-Fiction der Fortschritt ein so wichtiges Thema ist, konnte sie erst mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und bedeutenden technischen Neuerungen entstehen. Die ersten bekannten Geschichten in dieser Richtung entstanden im 17. Jahrhundert, nachdem durch die Erfindung des Fernrohrs der Mond ins Blickfeld der Menschen rückte und sie begannen, von Mondreisen zu träumen.

Der eigentliche Anfang der Science-Fiction als Genre liegt aber im 19. Jahrhundert. In dieser Zeit entstanden die ersten Science-Fiction-Romane von berühmten Autoren wie Jules Verne und H.G. Wells, die viel Aufsehen erregten. Auch Mary Shelley, die Schöpferin von "Frankenstein", gilt als Mitbegründerin des Genres. Als "goldenes Zeitalter" der Science-Fiction gelten die 1930er Jahre, denn in dieser Zeit sind viele bedeutende Werke besonders von US-amerikanischen Autoren entstanden. Auch in den 1950er Jahren waren Science-Fiction-Geschichten sehr beliebt, vor allem in den USA. Das hing damit zusammen, dass es den Menschen einerseits gut ging und ihnen deshalb alles möglich erschien. Andererseits machte ihnen aber auch der beginnende Kalte Krieg und besonders der Gedanke an Atombomben Angst und auch damit beschäftigten sich Science-Fiction-Autoren.

Science-Fiction von damals bis heute

Auch "Frankenstein" von Mary Shelley ist ein Science-Fiction-Klassiker. (Quelle: Wikipedia)

Einen richtigen Schub bekam das Genre in den 1960er Jahren, nachdem die ersten Satelliten die Erde umkreisten und die ersten Menschen ins All reisten. Diese Entwicklungen waren aufregend und unfassbar. Das ließ das Interesse an Science-Fiction-Romanen steigen, denn vor dem Hintergrund dieser erstaunlichen technischen Entwicklungen erschien alles, was Science-Fiction-Autoren schrieben, irgendwann möglich zu sein. Im Jahr 1966 flimmerte schließlich zum ersten Mal "Raumschiff Enterprise" mit seiner wohl bekannten Besatzung um Captain Kirk und Mr. Spock über die Fernsehschirme - wie wir alle wissen, mit großem Erfolg.

Auch die beliebte britische Science-Fiction-Serie "Doctor Who" nahm in den 1960er Jahren ihren Anfang. Es entstanden die ersten Filme mit Science-Fiction-Handlungen, und einige davon gelten noch heute als absolute Klassiker, wie "Planet der Affen". In den 1970er Jahren entstanden weitere Meilensteine der Science-Fiction, zum Beispiel eine Hälfte der "Star Wars"-Saga. Und wie wir wissen, sind Bücher, Filme und Serien aus dem Bereich der Science-Fiction auch heute noch sehr beliebt. Das ist kein Wunder, wenn man bedenkt, wie schnell die Technik sich heute entwickelt. So entsteht viel Stoff für neue Geschichten. In vielen Fällen sind auch die Handlungen älterer Buch- oder Filmklassiker noch so aktuell, dass sie eine aufwändig produzierte Neuauflage als Kinofilm bekommen.

Science-Fiction-Fans

"Trekkies" sind wohl die bekannteste Gruppe unter den Science-Fiction-Fans. (Quelle: Wikimedia Commons/ User Pretzelpaws)

Wenn man an Science-Fiction-Fans denkt, kommen den meisten Menschen wohl die "Star Trek"-Fans in den Sinn, die allgemein gern als "Trekkies" bezeichnet werden. Sie sind die bekannteste Fangruppe, die auch Außenstehenden ein Begriff ist. Tatsächlich ist aber eine Fankultur (im Englischen gibt es dafür den Begriff "fandom") im gesamten Science-Fiction-Bereich wie auch im Fantasy-Bereich sehr verbreitet.

Schon lange vor Zeiten des Internets fanden Science-Fiction-Fans Möglichkeiten, um sich miteinander auszutauschen. Sie erstellten zum Beispiel eigene Fan-Magazine, die von anderen Fans abonniert werden konnten, wodurch Freundschaften entstanden. Das Knüpfen von Kontakten geht heutzutage natürlich wesentlich leichter, denn es genügen wenige Klicks, um Gleichgesinnte kennenzulernen. Viele möchten aber auch andere Fans persönlich treffen und mit ihnen Zeit verbringen. Deshalb kommen nun schon seit vielen Jahren Anhänger bestimmter Bücher, Filme oder Serien zu Fantreffen unterschiedlicher Größe zusammen, zu denen oft auch Autoren oder Schauspieler eingeladen werden. Ein solches Treffen wird als "Convention" (englisch für "Zusammenkunft") oder kurz als "Con" bezeichnet. Das erste solcher Fantreffen von Science-Fiction-Liebhabern fand schon im Jahr 1939 statt!

Aber wieso ruft Science-Fiction so große Begeisterung bei vielen Menschen hervor? Ein Grund dafür ist vielleicht Neugierde - denn wer fragt sich nicht, was die Zukunft bringt oder welche Geheimnisse die unendlichen Weiten des Weltraums bergen? Science-Fiction macht es möglich, spannende Abenteuer in fremden Welten zu erleben, die nicht unmöglich erscheinen.

letzte Aktualisierung: 01.10.2011

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