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Ökologische Weihnachten: Festmahl, Weihnachtslichter und Schmuck

Tipps für eine umweltfreundliche Advents- und Weihnachtszeit - Teil 2

Teil 2 von 2

von Britta Pawlak

Ausgerechnet zu Weihnachten, dem "Fest der Liebe", werden nicht nur unzähliche Tannenbäume abgeholzt, sondern millionenfach Zuchttiere aus Massentierhaltung wie Enten oder Gänse geschlachtet. Diese Tiere werden unter Qualen gezüchtet und gehalten und hinzu kommt, dass der hohe Konsum von Fleisch und Fisch extrem umweltbelastend ist. Was sollten wir beachten, wenn wir ein möglichst tier- und umweltfreundliches Fest feiern wollen? Wie sieht es mit weihnachtlichen Lichtern, Baumschmuck, Weihnachts-Deko und Geschenkpapier aus? Hier findest du viele Anregungen und Tipps für eine "grüne Weihnacht'".

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Massenhaft gequälte und gemästete Tiere

Millionen Gänse, Enten oder Truthähne, die an Weihnachten auf den Tellern landen, erleiden große Qualen. Sie werden gemästet und oft sogar an Maschinen zwangsernährt, um schnell dick zu werden. (Quelle: PETA e.V./ www.peta.de)

Für viele Menschen gehört zu Weihnachten ein Gänsebraten auf die Weihnachtstafel. Allein in Deutschland landen zwischen Sankt Martin und Weihnachten etwa zehn Millionen Gänse auf den Tellern. Jedoch sollte man bedenken, dass die große Mehrheit dieser Tiere aus Massentierhaltung stammt und unter Qualen gehalten und geschlachtet wurde. Die meisten Gänse kommen aus Polen oder Ungarn und werden dort in kürzester Zeit gemästet, damit sie schnell dick werden und möglichst viel Fleisch auf die Waage bringen. Nicht selten werden die Vögel qualvoll gestopft - also an Maschinen zwangsweise ernährt - und bei lebendigem Leib gerupft. Ähnlich schlimm ergeht es vielen Enten und Truthähnen, die zu Weihnachten auf den Tellern landen.

Zuchttiere aus der Region leben in vielen Fällen zumindest doppelt so lange, bevor sie geschlachtet werden. Ein "artgerechtes" Leben führen allerdings nur wenige von ihnen. Will man also nicht auf den Weihnachtsbraten verzichten, sollte man am besten ein Tier aus Bio-Haltung kaufen - hier werden wenigstens gewisse Mindeststandards zum Tierschutz eingehalten und die Tiere erhalten weder künstliches Kraftfutter noch vorbeugende Medikamente, wie in der herkömmlichen Zucht. Da bei der Öko-Haltung auch kein Futter von Pflanzen eingesetzt wird, die mit giftigen Spritzmitteln und Kunstdünger behandelt wurden, ist sie nicht nur tierfreundlicher, sondern auch viel schonender für die Umwelt und besser für das Klima, da weniger schädliches Kohlenstoffdioxid produziert wird. Ebenso der Verzehr von Fisch ist in vielen Fällen problematisch - zahlreiche Gewässer sind überfischt und in Fischzuchten werden viele Arznei- und Giftstoffe eingesetzt. Deshalb sollte man auch hier auf das Bio-Siegel achten.

Was wir nicht vergessen sollten: Zu den von Menschen erzeugten schädlichen Klimagasen steuert der hohe Fleischkonsum mit 18 Prozent den größten Anteil bei. Am besten für Tier und Umwelt ist also ein vegetarisches oder veganes Gericht - zunehmend mehr Menschen kochen auch zu Weihnachten mal ganz ohne Fleisch oder Fisch. Es gibt eine Menge Möglichkeiten, ein Festmahl fleischlos zuzubereiten. Nicht nur gibt es auch leckere "Würstchen", "Schnitzel" und vieles mehr aus Soja, Weizeneiweiß oder Lupine. Man kann auch mal etwas ganz Neues ausprobieren und zum Beispiel einen "Nuss-Braten" zubereiten. Genauso lecker sind Quiche-Varianten, Gemüsestrudel oder Gemüselasagne. Dazu kann man beispielsweise einen gemischten Salat servieren. Am besten kauft man der Umwelt zuliebe auch hier Lebensmittel mit einem Bio-Siegel.

Weihnachtliche Lichter - aber ökologisch

Nach Schätzungen verbrauchen weihnachtliche Lichterketten allein in Deutschland so viel Strom wie zwei Kleinstädte in einem ganzen Jahr. (Quelle: Lumentzaspi/ Wikimedia Commons)

Lichterketten und Kerzen gehören für die meisten Menschen zur Adventszeit einfach dazu. Die weihnachtlichen Lichter sind zwar gemütlich und schön anzusehen, aber nicht gerade umweltfreundlich. Was man einmal bedenken sollte: Nach Schätzungen verbrauchen weihnachtliche Lichterketten allein in Deutschland so viel Strom wie zwei Kleinstädte in einem ganzen Jahr.

Verwendet man die gemütliche Weihnachtsbeleuchtung in Maßen oder statt anderer Lichtquellen, um in der kalten Jahreszeit für eine schöne Atmosphäre zu sorgen, ist dagegen natürlich nichts einzuwenden. Der Umwelt zuliebe sollte man es mit den Lichterketten allerdings nicht übertreiben und auf energiesparende Modelle achten. Außerdem muss die Wohnung, der Weihnachtsbaum oder der Garten nicht Tag und Nacht weihnachtlich beleuchtet werden - es reicht, wenn man die Lichter zu bestimmten Zeiten einschaltet. Besonders wenig Strom verbrauchen Lichterketten und andere Leuchtmittel aus LED-Lampen. Diese haben auch eine längere Lebensdauer als die meisten anderen Glühbirnen. Übrigens ist es allgemein eine Überlegung wert, seinen Stromanbieter zu überprüfen und auf rein erneuerbare Energie zu setzen - es gibt immer mehr Ökostrom-Produzenten, die auch relativ günstige Tarife anbieten.

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Kerzen verbrauchen zwar keine elektrische Energie, aber auch sie sind in vielen Fällen nicht ökologisch: Herkömmliche Kerzen aus dem Laden enthalten meist Paraffin. Dieses wird wie Benzin oder Heizöl unter hohem Energieaufwand aus Erdöl gewonnen, was mit Schäden und Gefahren für die Umwelt verbunden ist. Außerdem sind die weltweiten Erdöl-Reserven begrenzt. Beim Abbrennen der Kerze werden bestimmte Mengen an Schadstoffen frei. Zu empfehlen sind die viel umweltfreundlicheren Natur-Kerzen aus Bienenwachs sowie gentechnikfreiem Raps oder Sojawachs, die man in Öko-Läden, Reformhäusern und teilweise auch in "normalen" Geschäften kaufen kann.

Baumschmuck, Geschenkpapier und die Umwelt

Bei der Entsorgung von herkömmlichem Baumschmuck wie Lametta oder Goldkugeln entstehen giftige Gase und die Böden und Gewässer werden mit Blei verseucht. (Quelle: Grace Winter/ pixelio.de)

Lametta, Goldkugeln und Glitzerschleifen sind für viele Menschen am Baum hübsch anzusehen, aber ökologisch sind sie nicht. Solcher Weihnachtsschmuck kann nur schwer entsorgt werden - es entstehen dabei giftige Gase und die Böden und Gewässer werden mit Blei verseucht. Auch Schnee- und Glitzersprays sind nicht nur gesundheitsschädlich, sondern belasten die Umwelt, denn die darin enthaltenen Stoffe sind nicht biologisch abbaubar. Allein die Fäden zum Aufhängen des Baumschmucks enthalten sehr häufig Kupfer, das eigentlich zum Sondermüll zählt.

Stattdessen kannst du den Baum(-ersatz) oder die Tannenzweige mit umweltverträglichen Alternativen schmücken - dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und ökologischen Weihnachtsbaumschmuck kannst du sehr gut selbst anfertigen. Zur Dekoration eignen sich besonders Stoffbänder, Nüsse, Tannenzapfen, Obst, Plätzchen sowie Figuren und Basteleien aus Holz, Papier, Ton oder Stroh (viele umweltfreundliche Bastelideen findest du auch auf unseren Weihnachts-Bastelseiten!). Außerdem kannst du zum Beispiel selbst duftende Ketten aus Zimtstangen, Nelken, Lorbeerblättern und getrockneten Mandarinenscheiben anfertigen und aufhängen - sie sind zudem ein schönes Geschenk. Watte eignet sich sehr gut als Schnee-Ersatz. Was aber auch hier zu bedenken ist: Watte besteht meist aus Baumwollfasern. Die herkömmliche Baumwollproduktion ist sehr umweltbelastend und mit dem Einsatz von Gentechnik und großen Mengen an Giften wie Pestiziden verbunden. Auch hier ist Watte aus ökologischer Herstellung also die bessere Wahl.

Wenn du deine Geschenke zu Weihnachten gerne einpacken möchtest, muss es nicht unbedingt ein extra Geschenkpapier sein. Besonders Glitzer-Papier und Alu-Folie sind sehr belastend für die Umwelt. Farbiges Geschenkpapier enthält häufig giftige Azofarbstoffe, Blei-, Cadmium- oder Chromverbindungen. Viel ökologischer sind beispielsweise Karton, alte Zeitungen, Recycling- oder Packpapier. Auch diese kannst du sehr schön und individuell gestalten - etwa indem du das Papier bemalst und beklebst oder das Geschenk mit Zweigen, Blättern, Blumen oder Nüssen und kleinen Leckereien verzierst.

Du kannst dein Geschenkpapier auch selbst bedrucken - wie das geht, zeigen wir in unserer Bastelanleitung. Wer es unbedingt bunt mag, kann Ton-, Krepp- oder Seidenpapier als Verpackung verwenden, dieses ist im Vergleich zu anderem Farbpapier relativ umweltschonend. Mittlerweile ist auch im Laden manchmal umweltschonendes Geschenkpapier aus Alt- oder Packpapier erhältlich. Möchtest du lieber eine edel glänzende Verpackung, kannst du auch schöne Tücher aus umweltfreundlichen Materialen wie Seide verwenden, die dann nicht weggeworfen werden, sondern Teil des Geschenks sind.

Ebenso auf bunte und glitzernde Weihnachtskarten aus umweltbelastenden Materialien solltest du verzichten. Besonders problematisch sind Karten mit Musikmelodien, denn sie sind mit einer Knopfzelle ausgestattet, die giftiges Quecksilber enthält und nicht in den normalen Hausmüll gehört. Es gibt auch Weihnachtskarten aus Recyclingpapier zu kaufen. Natürlich kannst du auch hier wieder kreativ werden und aus umweltschonenden Materialien wie Filz, Pack- oder Tonpapier oder recycelten Materialien selbst Weihnachtskarten basteln und bekleben - wie das geht, zeigen wir dir hier in unserer Bastelanleitung.

In diesem Sinne wünscht Helles-Köpfchen allen eine schöne und ökologische Weihnachtszeit - nur was das Wetter betrifft, darf es natürlich auch ruhig eine "weiße Weihnacht'" werden. Nicht zuletzt hängt es auch vom Umwelt- und Klimaschutz ab, ob wir in Zukunft noch kalte und schneereiche Wintertage erleben können. Wir freuen uns, wenn wir ein paar Anregungen geben konnten, um die eine oder andere gewohnte Tradition zu überdenken und auch die Weihnachtsbräuche möglichst umweltfreundlich zu gestalten.

letzte Aktualisierung: 13.12.2016

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