Von Sternen, Monden, Asteroiden und Schwarzen Löchern

Weltall - Teil 2

Teil 2 von 6

von Kai Hirschmann

Was fliegt eigentlich so alles durch das Weltall? Was sind Asteroiden? Und welche Planeten gibt es in unserem Sonnensystem?

Sterne

Sonne mit Protuberanz (Quelle: NASA)

Sterne sind selbstleuchtende Himmelskörper. Der zur Erde nächste Stern ist die Sonne. Sie ist der mit Abstand größte Himmelskörper in unserem Sonnensystem. Die Sonne vereint auf sich 99,8% der Gesamtmasse unseres Sonnensystems. Das heißt, dass alle anderen Planeten und Monde zusammen nur 0,2% von der Sonne wiegen. Dabei ist die Sonne nur etwa 100mal größer als die Erde. Damit hat die Sonne eine so riesige Schwerkraft, dass noch in Millionen von Kilometern Entfernung Planeten von ihr angezogen werden und um sie kreisen - wie zum Beispiel unsere Erde. Die Sonne strahlt außerdem soviel Licht und Energie ab, dass es auf der Erde hell und warm wird, wenn eine Erdseite der Sonne zugewand ist (Tag) und dunkel und kalt, wenn sie sich wegdreht (Nacht).

Sterne sind unvorstellbar heiß - an der Außenhülle einige tausend Grad - im Kern bis zu mehreren Milliarden Grad. Die Sonne besteht zu 92,1 % aus Wasserstoff und zu 7,8 % aus Helium. Bei den riesigen Temperaturen kommt es ständig zu Kernfusionen, die wie ein riesiges Atomkraftwerk unvorstellbar große Mengen an Energie erzugen.

Am Himmel ist aber nicht nur unsere Sonne zu sehen. Mit dem bloßen Auge kannst du nachts, wenn die Sonne nicht alles überstrahlt, etwa 6.000 Sterne im Himmel erkennen. Auch das sind Sonnen in weit entfernten Sonnensytemen - und auch um sie kreisen Planeten und Monde. Doch da die nicht leuchten, können wir sie nicht sehen. Die Sterne am Himmel sind ewig weit weg und wirken daher winzig. Doch unsere Sonne ist nur durchschnittlich groß - es gibt noch viel größere Sterne. Der zu uns nächste Stern nach der Sonne ist Proxima Centauri in einer Entfernung von 4,24 Lichtjahren.

Alle Sterne, die du mit bloßem Auge sehen kannst, gehören unserer Galaxis an. Alle diese Sonnen liegen im Weltall wie ein riesiges Band, das man Milchstraße nennt. Neben unserer Galaxis gibt es noch viele weitere Galaxien im Weltall, die man mit Weltraumteleskopen wie Hubble erforscht.

Übrigens können auch Sterne sterben: nach Millionen von Jahren werden sie kälter und verglühen. Sie werden dann zu Neutronensternen und weißen Zwergen. Oder sie explodieren in einer Supernova und hinterlassen ein Schwarzes Loch.

Die Planeten unseres Sonnensystems (Pluto war früher der 9. Planet, mittlerweile zählt er nicht mehr dazu und es gibt in unserem Sonnensystem nur noch acht Planeten) (Quelle: NASA)

Planeten

Planeten sind Himmelskörper, die nicht selbst leuchten und um einen Stern/ eine Sonne kreisen. Der Name Planet kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet 'der Wanderer'. Um Planeten kreisen ihrerseits meistens Monde.

Planeten unseres Sonnensystems


Die vier inneren Planeten, unter ihnen die Erde, haben eine Hülle aus felsigem Untergrund:

1 Merkur
2 Venus
3 Erde
4 Mars

Der Asteroidengürtel trennt die inneren von den äußeren Planeten.

Die vier 'äußeren Planeten' sind Gasriesen (Iovianische Planeten):

5 Jupiter
6 Saturn
7 Uranus
8 Neptun

Außerdem kreisen noch weitere Objekte um die Sonne. Der Zwergplanet Pluto galt bis 2006 als der 9. Planet unseres Sonnensystems, zählt aber mittlerweile nicht mehr zu den Planeten.

(9 Pluto)
Quaoar
2004 DW
Sedna

Exoplaneten


Auch außerhalb unseres Sonnensystems gibt es Planeten. Diese sind von der Erde aus aber nicht zu erkennen, da sie nicht selbst leuchten und unvorstellbar weit weg sind. Aber mit Hilfe von Weltraumteleskopen und Computertechnik wurden Ende der 90er Jahre die ersten Exoplaneten entdeckt.

Monde

Der Mond (Quelle: NASA)

Ein Mond ist ein Himmelskörper, der nicht selbst leuchtet und einen Planeten oder Asteroiden umkreist.

Fast alle Planeten unseres Sonnensystems haben einen oder mehrere Monde.

Erdmond

Der Erdmond kreist in 384.400 km einmal im Monat um die Erde. Er ist 3.476 km groß. Die größere Erde zieht den Mond an und hält ihn auf seiner Bahn. Aber auch der Mond zieht die Erde an. Das erzeugt unter anderem die Gezeiten der Meere (Ebbe und Flut).

Der Erdmond ist der einzige Planet, auf dem jemals Menschen tatsächlich gelandet sind. Der erste Besucher auf dem Mond war 1959 die sowjetische Raumsonde Luna 2. Am 20. Juli 1969 setzte dann der US-Astronaut Neil Armstrong seinen Fuß auf den Mond. Es war ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit.

Asteroid (Quelle: NASA)

Asteroiden (Kleinplaneten & Planetoiden)

Asteroide sind kleinere, planetenähnliche, nicht selbst leuchtende Himmelskörper, die sich um die Sonne bewegen. Heute bezeichnet man sie meist als Kleinplanet oder Planetoid (planetenähnliches Objekt).

Die meisten Asteroiden kreisen zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter um die Sonne. Diesen Raum bezeichnet man auch als Asteroidengürtel. Er trennt die inneren von den äußeren Planeten unseres Sonnensystems. Asteroiden sind uralt - sie stammen aus der Entstehungsphase des Sonnensystems.

Ende 2003 wurde der etwa 1.500 km große Asteroid Sedna entdeckt, der von manchen Wissenschaftlern als 10. Planet unseres Sonnensystems angesehen wird.

Wenn ein Asteroid auf die Erde trifft, dann verglüht er meistens als Sternschnuppe in der Athosphäre. Kleinere Asteroidenreste kommen immer mal wieder bis zur Erde durch. Diese Steine kannst du mit etwas Glück mitten im Feld finden. Zum Glück kommt es nur sehr selten vor, dass die Erde die Umlaufbahn eines großen Asteroiden aus Stein oder Metall kreuzt.

Beim letzten großen Einschlag starben die Dinosaurier aus. Denn außer der großen Explosion am Aufprallort wurde auch sehr viel Staub aufgewirbelt, der die ganze Erde in eine schwarze Wolke hüllte. Das Klima veränderte sich für viele Jahre dramatisch.

Wissenschaftler beobachten heute Asteroidenbahnen genau und entwickeln Szenarien, um einen Zusammenprall in Zukunft verhindern zu können, zum Beispiel mit der rechtzeitigen Sprengung des Himmelskörpers.

Kometen

Komet Hale-Bopp (Quelle: NASA)

Ein Komet ist ein kleiner Himmelskörper, der auf einer sehr stark eierförmigen (elliptischen) Bahn um die Sonne kreist und dabei einen Schweif hinter sich herzieht. Kometenkerne sind im äußeren Bereich des Sonnensystems entstanden.

Ein Komet besteht aus einem festen Kern (einem 'eisigen Matschbrocken'), einem diesen umgebenden nebeligen Koma und einem Schweif. Der Schweif entsteht, wenn Koma bei der Reise durchs All quasi vom Fahrtwind weggeblasen wird und erreicht bis zu 100 Millionen Kilometern Länge.

Die Teilchen des Staubschweifs verteilen sich entlang der Kometenbahn um die Sonne. Wenn die Erde dann diese Bahn kreuzt, entstehen Meteorströme wie die Leoniden oder die Perseiden. Diese Sternschnuppen kannst du dann am Himmel beobachten.

Schwarze Löcher

Ein Schwarzes Loch ist eine Sammlung von Teilchen mit sehr hoher Dichte. Je dichter Teilchen sind, desto stärker ziehen sie andere an. Sogar Licht wird "verschluckt". (Quelle: NASA)

Ein Schwarzes Loch ist ein Bereich im Weltraum, in dem die Schwerkraft so stark ist, dass selbst Licht nicht mehr entweichen kann. Alles erscheint schwarz. Alle Materie und Energie, die in die Nähe eines schwarzen Lochs kommt, wird in dieses hineingezogen und verschwindet in einem kosmischen Raum-Zeit-Strudel im Nichts.

Zur Entstehung wird angenommen, dass nach einer Supernova (der Explosion eines Sternes) ein Teil des Sterns weggeschleudert wird und der Rest zu einem schwarzen Loch zusammengeschmolzen wird.

Schwarze Löcher sind wahrscheinlich das Zentrum jeder Galaxis, auch unserer Milchstraße.

Galaxien

Galaxien (Quelle: NASA)

Als Galaxie wird eine durch Schwerkraft gebundene große Ansammlung von Sternen und Sternsystemen, Gasnebeln, Staubwolken und sonstigen Objekten bezeichnet. Im Zentrum aller Galaxien werden schwarze Löcher vermutet. Wenn die Schwarzen Löcher beginnen, alles um sie herum aufzusaugen - die Galaxien also sterben, spricht man von Quasaren. Die verschiedenen Galaxien sind durch große, weitgehend leere Zwischenräume voneinander getrennt. Es gibt aber auch Doppelgalaxien.

Unsere eigene Galaxis wird auch Milchstraße genannt. Sie ist eine 5-armige Spirale und besteht aus ca. 300 Milliarden Sternen und großen Mengen interstellarer Materie, die nochmals 600 bis einige Milliarden Sonnenmassen ausmacht.

Unsere Galaxis ist ca. 100.000 Lichtjahre (30 kpc) lang, ca. 3.000 Lichtjahre (920 pc) hoch und im Zentrum ca. 16.000 Lichtjahre (5 kpc) breit. Umgeben ist sie von einer Art kugelförmigen galaktischen Atmosphäre (Halo) mit einem Durchmesser von ca. 165.000 Lichtjahren (50 kpc). In ihr befinden sich neben den Kugelsternhaufen nur wenige weiteren Sterne und Gas sehr geringer Dichte.

Unsere Sonne umkreist das Zentrum der Milchstraße in einem Abstand von 25.000 bis 28.000 Lichtjahren. Für einen Umlauf benötigt sie 220 bis 240 Millionen Jahre. Das Zentrum der Milchstraße liegt etwa im Sternbild Schütze und ist vermutlich ein Schwarzes Loch.

letzte Aktualisierung: 17.09.2013

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