Dürrekatastrophen

Wenn vor der Haustür nur noch Wüste ist...

Teil 2 von 10

von Kai Hirschmann

Es kommt immer wieder vor, dass in ganzen Landstrichen über lange Zeit kaum Regen fällt. Während wir in Deutschland uns im Sommer über schönes, trockenes Wetter freuen, geht es anderen Ländern genau umgekehrt. Wo kaum Regen niedergeht, freuen sich die Menschen, wenn es endlich regnet.


Alter Mann auf ausgetrocknetem Boden in Gujarat (Indien). Ein riesiger Stausee soll den Bauern und Fabriken nun stetig Wasser liefern. Doch für den Staudamm mussten 250.000 Menschen ihre Häuser verlassen. (Quelle: Sardar Sarovar Reservoir)

Dass es am Rande von Wüsten, aber auch in Steppen und Savannen wenig regnet, daran sind die Bewohner gewöhnt. Sie haben sich an das Leben mit wenig Wasser angepasst. So haben sie zum Beispiel sehr tiefe Brunnen gegraben, die allen als Wasserquelle dienen. Und sie haben Pflanzen angebaut, die mit sehr wenig Wasser auskommen. Aber auch in diesen Regionen fällt mindestens einmal im Jahr in der Regenzeit ziemlich viel Niederschlag, der die Brunnen füllt und die Pflanzen bewässert.

Wenn der wenige Regen dann auch noch ausbleibt, dann vertrocknen die Pflanzen der Einwohner auf den Feldern. Auch der Grundwasserspiegel fällt immer weiter - und so trocknen auch noch so tiefe Brunnen irgendwann aus. In dieser Dürrekatastrophe sind die Menschen dann auf Hilfe aus anderen Ländern angewiesen, um nicht zu verhungern.

Manche Länder trifft es immer wieder

Besonders hart werden arme Länder in Afrikas Sahelzone immer wieder von Dürren getroffen. In manchen Ländern gehört die Katastrophe schon fast zum Alltag. Die Millionen Menschen, die in diesen Ländern leben, sind in ständiger Angst. Wenn sie anfangen, ihr Ackerland zu bepflanzen und Brunnen zu bauen, dann können sie nur hoffen, dass nicht die nächste Katastrophe wieder alles zunichte macht.

Auf diesem ausgetrockneten Boden wächst nichts mehr. Die Kinder sehnen daher Regen herbei. (Quelle: Südasien.Net)

Sie können auch nicht auswandern, denn die Nachbarstaaten sind meistens genauso arm und überbevölkert. Daher sind die Hungerflüchtlinge nicht gern gesehen und werden meistens an der Grenze abgefangen und in Notlagern untergebracht. Fast alle Hungerflüchtlinge Afrikas bleiben übrigens in Afrika - kaum einer schafft es, nach Europa oder Amerika durchzukommen. Das würde ihnen auch gar nichts bringen, denn Verhungern ist kein anerkannter Asylgrund. Hungernde Menschen nimmt Deutschland nicht auf. Sie werden also an Europas Grenzen abgefangen und sofort wieder zurückgeschickt.

Auch Europa ist gefährdet

Doch Dürre trifft nicht nur die armen Länder Afrikas, die immer mehr zur Wüste werden. Auch in Westeuropa, den USA, in China, in Indien und in Australien nehmen die Landstriche zu, auf die kaum mehr Regen fällt. Viele Wissenschaftler meinen, dass das auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Dabei wird die Erdatmosphäre durch das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) immer weiter aufgeheizt. Das Gas entsteht beim Verbrennen von Öl und Gas, zum Beispiel beim Autofahren und beim Betrieb von Fabriken. Wenn es immer wärmer wird, dann verschieben sich auch die alten Klimazonen. Das Wetter ändert sich. Dabei könnten auch Teile von Frankreich und Spanien langsam zur Wüste werden.

letzte Aktualisierung: 16.02.2010

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