Cowboys und Indianer

Die USA und ihre Minderheiten

In den USA leben Menschen aus sehr vielen verschiedenen Kulturen zusammen. Da gibt es die Nachkommen der indianischen Ureinwohner und der Sklaven aus Afrika, der europäischen Siedler aus der Zeit des Wilden Westens und Flüchtlinge aus aller Herren Ländern, die ihren ganz persönlichen "amerikanischen Traum" leben wollen.

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Comanchen-Häuptling Quanah Parker (1852 -1911)

Die indianischen Ureinwohner Amerikas besiedelten die Weiten des Landes lange bevor die Europäer kamen. Doch mit den Indianern, die du aus den Winnetou-Filmen kennst, hatten die Wenigsten etwas zu tun.

Einige Stämme lebten vor der Eroberung noch fast wie Steinzeitmenschen. Sie waren Jäger und Sammler und lebten in Höhlen. Ein paar Stämme gingen auf die Jagd nach Büffeln, die damals zu Millionen über die amerikanischen Prärien zogen. Andere Stämme waren "zivilisiert". Sie lebten in kleinen Orten mit Steinhäusern und lebten als Bauern, Handwerker und Händler. Hoch im Norden lebten die Inuit in Iglus aus Eis und trotzten der Kälte Alaskas. Alle diese unterschiedlichen Völker werden Indianer genannt.

Die Eroberung des Landes durch europäische Siedler

Den Indianern war nur eines gemeinsam: als die europäischen Siedler mit ihren überlegenen Waffen kamen, wurden sie aus ihrer Heimat vertrieben. Einige gingen freiwillig, andere leisteten Widerstand. Viele der stolzen Kriegervölker wurden von den Weißen ausgerottet. Manche Einwanderer sahen in den "unzivilisierten" Ureinwohnern nämlich nicht einmal Menschen und schossen sie wie wilde Tiere ab. Einige besonders grausame und schießwütige Banditen wurden später in amerikanischen Western zu Helden gemacht. Die wenigen Überlebenden des Völkermordes leben heute meist in sehr armen Verhältnissen in Reservaten. Das sind unfruchtbare Gegenden der USA, an denen die weißen Siedler kein Interesse hatten.

Religiöse Sonderlinge und Sklaven

In den USA ist die Religionsfreiheit ein sehr wichtiges Gut. Glauben ist hier für die meisten ein wichtiger Eckpfeiler ihres Lebens. Obwohl die Amerikaner keine Kirchensteuer zahlen müssen, geben sie sehr viel Geld an ihre Kirche, durchschnittlich etwa 10% ihres Monatslohnes. Das ist weit mehr als bei uns. Wie kam es dazu, dass für die Amerikaner der Glaube so wichtig wurde?

Ein Blick zurück zeigt es: Nach Amerika kamen anfangs viele Menschen, die sich in ihrer europäischen Heimat verfolgt fühlten. Sie wurden zu den Gründervätern des Staates USA. Später kamen viele schwarze Sklaven aus Afrika in die USA. Sie mussten viel Leid ertragen - und schafften das nur mit Hilfe ihres tief verwurzelten Glaubens. Das Recht, seine Religion frei zu bestimmen und auszuüben war all diesen Menschen wichtig.

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Kutsche der Amish People (Quelle: Solsinberlin.com)

Unter den ersten Einwanderern waren auch die Amischen. Sie lehnen noch heute jeden Fortschritt wie Elektrizität, Autos oder moderne Medizin ab. Sie leben als gottesfürchtige, unauffällig gekleidete Bauern und Handwerker auf Farmen oder in kleinen Dörfern - abgeschnitten von der Außenwelt. Sie sind gewaltfrei und erkennen keine staatliche Macht an. In Amerika haben sie ihre Heimat gefunden. Da ihr Glauben ihnen diese Lebensweise vorschreibt, brauchen sie nicht zum Militär und auch keine Steuern zahlen.

Glaubensfreiheit schließt in den USA aber auch moderne Sekten mit ein. So dürfen die Mormonen oder die Scientology hier genauso um Anhänger werben wie die Baptisten oder Katholiken. Die meisten Amerikaner sind Christen, aber es gibt auch viele Juden, Muslime und Hindus in den Vereinigten Staaten. In den Großstädten leben sie meist friedlich Tür an Tür.

Flucht vor den Nazis

Während der Diktatur der Nationalsozialisten in Deutschland und dem von ihnen angezettelten 2. Weltkrieges flüchteten viele Juden nach Amerika. In den USA wurden so viele Ärzte, Bankiers, Künstler und Wissenschaftler aufgenommen. Sie trugen hier zum Wirtschaftswachstum bei. Noch heute hat die jüdische Gemeinde in den USA ein gewichtiges Wort in der amerikanischen Politik.

"Illegale" Amerikaner

Ins reiche Amerika flüchten auch heute noch viele Menschen aus den umliegenden ärmeren Ländern Lateinamerikas. Sie träumen den "amerikanischen Traum" vom besseren Leben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Anzahl der 'Illegalen' ist vor allem an der mexikanischen Grenze groß. Ohne diese sehr billigen Arbeiter ginge es der US-Wirtschaft recht schlecht, daher werden sie geduldet. Doch sie dürfen nicht wählen und können auch nicht einfach zur Polizei gehen, wenn ihnen etwas passiert. Das ist sicher kein schönes Leben.
Einige "Illegale" leben schon Jahrzehnte in den USA. Die US-Regierung hat das Problem erkannt und eine Lotterie ins Leben gerufen: 'Illegale' können sich bei der 'Green Card-Lotterie' bewerben. Wer gezogen wird, erhält die amerikanische Staatsbürgerschaft. Für viele Menschen bringt das Hoffnung in ihr Leben.

letzte Aktualisierung: 18.02.2010

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