Thema: Shoff Ki - Ein Kampf um Leben und Tod

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Eyyya (23) aus meiner eigenen Fantasywelt

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#1

Hey Fantasyfans!

MaggyG. und ich sind grad an einer echt coolen Story (zumindest finden wir das). Ich stelle nach und nach immer wieder ein Kapitel rein. Wenn ihr wollt, könnt ihr sie euch ja durchlesen!

Bis dann!

Eure Eyyya

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Ma**** (abgemeldet) - Avatar
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Ma**** (abgemeldet) (23)

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#7

 @Eyyya:Hast du die Geschichte eigentlich mal kopiert? Also auf Word oder so? Schön das du das Posting gemacht hast. Dankeschön :)

@Lightsword:Ich weiß, aber ich schreib nun mal mehr in der Vergangenheit. Du doch auch, also musst du mich eigentlich am besten verstehen können. trotzdem Danke.

 

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Li**** (abgemeldet) (23)

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#6

Bis dahin kenne ich die Geschichte schon :) Aber ich kann je trotsdem Bewerten:Daumen nach oben Icon klasse, klasse, klasse!!!

@Maggy (Fals du das auch liest): Du solltest dich ein bisschen an die Zeitform gewöhnen ;)

@Eyyya: Auf deinem Profil steht Dies und das Forum, aber das ist Geschichten, Erzählungen und Gedichte. Soltest du vielleicht ändern

Ich hoffe ihr schreibt schnell weiter...

LG Sword

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#5

Da fällt mir ein, warum ich eigentlich hier bin. Ich steige wieder aus dem Schrank, oder mehr aus der Umkleidekabine. Also, was hatte Ronny… äh… Sheefs gesagt? Ich bin die Tochter des Sommerkönigs? Also, äh… der Mann… Slesoflo… ist mein Vater??? Ich habe meinen Vater nie kennen gelernt. Aber einen Sommerkönig hab ich mir nicht vorgestellt. Oh nein!!! Was soll ich denn jetzt machen? Meine Mutter sucht mich bestimmt! Ich sinke auf dem Boden zusammen. Meinen Vater kannte ich bis vor Kurzem gar nicht! Wieso soll ich dann jetzt mir nichts dir nichts hier einziehen und Mama einfach sitzen lassen? Eine Träne rollt mir über die Wange. Was soll ich denn in diesem Land? Wo man sich außerhalb einer Grenze gegenseitig einfach erschießen darf? Außerdem, wenn Ronny… äh, Sheefs, der Sohn von Slesoflo ist und ich die Tochter, dann sind wir ja… Geschwister! Und ich… wie hatten sie mich nochmal genannt? Ich weiß meinen eigenen Namen nicht mehr! Inzwischen laufen mir schon Sturzbäche aus den Augen. Ich will nicht mehr denken! Ich will nicht mehr denken!!! Hört auf!!! Ich kann nicht mehr! Meine Gedanken wirbeln in meinem Kopf herum, als würden sie Karrussell fahren. Ich fühle mich, als würde mein Kopf gleich zerbrechen. Plötzlich zieht mich eine Hand hoch. Ich schreie auf. »Ganz ruhig, ich bin's nur.« »Wer?« Ich drehe mich um. Vor mir steht eine Frau, die ich noch nie vorher gesehen hab. »Wer bist du?« Ich mustere sie skeptisch. »Darf ich mich vorstellen, Eure Hoheit?« Sie macht einen eleganten Knicks, bei dem ihre offenen Haare über ihre Schultern fallen. »Sloto mein Name. Ich bin Eure Dienerin.« Ich schaue sie verwirrt an, bis mir wieder einfällt, dass ich ja die Prinzessin bin. »Ah!«, gebe ich nicht sehr prinzessinenhaft von mir. »Ciara«, stelle ich mich nun vor. Sloto schaut auf und guckt mich verdattert an. »Ich dachte, Eure Hoheit heißt Ociesh. Aber wenn Ihr möchtet, nenne ich Euch gerne Ciara.« Stimmt, ich heiße ja Ociesh! »Nein, ist schon okay, ich hab nur gerade meinen Namen vergessen.« »Schon in Ordnung«, beruhigt sie mich. »Ich soll Euch in den Innenhof führen«, erklärt sie dann ihren Grund für ihr Auftauchen. »Okay…« Ich folge ihr aus meinem Zimmer in den Flur, bevor sich die Tür hinter mir schließt und wir zum Innenhof laufen.

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#4

Wir folgen dem komischen kleinen Mann, der uns die Tür geöffnet hat, durch etliche von Fluren, bevor wir vor einem ebenso großen Portal stehen, wie die Eingangstür. Der kleine Mann klopft und wartet schließlich, bis von drinnen eine tiefe Stimme ertönt: »Herein!« Der kleine Mann öffnet die Tür und macht uns Platz, damit wir eintreten können. Schließlich schließt er die riesige Tür wieder. Ich schaue mich im Raum um. Er ist riesengroß und in der Mitte steht ein Thron aus allen möglichen Blütenblättern und Ranken. Und darauf sitzt jemand, der mich extrem an Ronny erinnert. Er hat spitze Ohren und ein genauso freundliches Lächeln wie mein bester Freund. »Ah, Sheefs! Da bist du ja wieder.« Der Mann erhebt sich und kommt auf uns zu. »Und meine Tochter Ociesh!« Er lächelt mich an und nimmt uns zwei schließlich in den Arm. »Ronny?«, flüstere ich meinem besten Freund zu und schaue ihn fragend an, doch er lächelt nur. »Willkommen zu Hause, meine Kleine!«, meint er zu mir, als er uns wieder loslässt. »Ähm…« Ich habe keine Ahnung, was ich sagen soll. »Hat dein Bruder dich denn nicht eingeweiht?«, fragt er mich und winkt Ronny zu uns. »Ähm… nein«, antworte ich zögernd, »zumindest nicht, dass ich wüsste.« »Mensch, Sheefs!« Der Mann dreht sich zu Ronny um und klopft ihm auf die Schulter. »Du bist wohl nicht unvergesslicher hierhergekommen, oder?« Ronny schüttelt mit dem Kopf und grinst. »Okay, dann bring Ociesh jetzt bitte in ihr Zimmer und weih sie dort ein!« »Ja, Vater«, meint er zu dem Mann und schließlich zu mir: »Komm, Ociesh!« »Meinst du mich?«, frage ich ihn  und er nickt. Also folge ich ihm aus dem riesigen Saal und durch die vielen Flure, bis wir an einer großen Tür ankommen. Ronny kramt ein bisschen in seiner Hosentasche, bis er findet, was er gesucht hat und mir einen goldgrünen Schlüssel überreicht. »Schließ auf!«, meint er und zeigt auf die Tür. Ich mache einen Schritt nach vorne und möchte gerade den Schlüssel ins Loch stecken, als sich die Tür öffnet und eine pummelige kleine Zentaurin in grüner Schürze vor uns steht. »Ich bin noch nicht fertig!«, meint sie und schaut uns wütend an. Hinter ihr erstreckt sich ein glänzender großer Raum. »Cichoo, lass uns durch! Ich denke, Ociesh wird das Zimmer auch so gefallen.« »Na gut«, murmelt sie und lässt uns durch, bevor sie herausgeht und hinter sich die Tür ins Schloss fällt. »WOW!«, ist das Einzige, was ich herausbringe. »Das ist dein Zimmer, Ociesh«, meint Ronny und schaut mich an. »Wieso nennst du mich Ociesh?« Ich schaue meinen besten Freund fragend an. »Weil das dein echter Name ist«, erklärt er. »Ciara ist nur dein Menschenname, aber du bist jetzt im Shoff Ki, was heißt, dass du Ociesh heißt. Und ich heiße Sheefs. Ach ja, der Mann, bei dem wir eben waren, ist dein Vater. Er heißt Slesoflo und ist der Sommerkönig im Shoff Ki.« »Aha« OH MEIN GOTT, DAS KANN ICH MIR GAR NICHT ALLES MERKEN!!! »Also, mach es dir gemütlich!« Ronny alias Sheefs geht in Richtung Tür. Doch bevor er sie öffnen möchte, dreht er sich nochmal um. »Ach übrigens, zieh das an, was im Schrank ist. Gleich beginnt eine Feier, die dir gewidmet ist und da möchtest du doch bestimmt nicht in Menschenklamotten auftreten, oder?« Ich schüttele mit dem Kopf. »Okay, dann bis dann! Sloto holt dich ab! Ach ja, klatsch mal bitte zweimal kurz hintereinander in die Hände.« Ich mache es und meine Zimmertür öffnet sich. »Danke!« Ronny verschwindet und die Tür schließt sich automatisch wieder. Ich schaue auf den riesigen Kleiderschrank, der an der Wand steht. Vorsichtig mache ich einen Schritt auf ihn zu und als nichts passiert, gehe ich hin und öffne ihn. Was ich sehe, verschlägt mir die Sprache. Nicht, dass ich irgendwas sagen wollte, aber trotzdem! Im Schrank hängt ein goldgrünes Kleid. Ich erkenne kleine Feen, die um es herumschwirren und hier und da noch etwas verbessern. Als sie fertig sind, kommt eine auf mich zugeflogen und meint mit hoher Stimme: »Komm in den Schrank!« Ich zögere, doch als ich merke, dass die kleinen Feen mich nicht hereinlegen wollen, trete ich ein und werde augenblicklich von grünem Licht umgeben. In Null komma Nichts stecke ich in dem Kleid. Ich schaue an mir herunter. Das Kleid ist der Hammer! Es fühlt sich an, als würde es leben. Die kleinen Goldstickereien sind so fein, dass man die einzelnen Fäden nicht erkennen kann und mir kommt es vor, als würden sie atmen. »Aus was ist das gemacht?«, frage ich eine der kleinen Feen neben mir. »Feengeheimnis.« Pff! Sehr gesprächig, diese Biester! Ich schaue noch einmal an mir herunter, doch dieses Mal achte ich mehr auf mich als auf das Kleid. Wow! Ich sehe echt megaschön aus.

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#3

Das Shoff Ki

 

»Wow!!! Aber wie...?« »Sag jetzt gar nichts!« Er legt mir einen Finger auf die Lippen und schubst mich mit der anderen Hand sachte durch die Tür. »Schau es dir erst an.« »Ja...« Mehr sage ich nicht mehr, denn jetzt sehe ich erst die ganze Landschaft. Es ist atemberaubend! Wie eine Welt aus Watte! Ich setze einen Fuß auf die Wolke vor mir und lasse ein bisschen Gewicht darauf. Sie trägt mich! Wirklich, ich kann auf Wolken gehen! Ich mache noch einen Schritt… und noch einen. Dann lache ich auf und eine warme Windböe erfasst meine Haare. Ich schaue nach vorne und sehe Ronny ein paar Meter vor mir auf einer Wolke stehen und warten. Er lächelt mir zu. Ich lächele zurück und mache einen weiteren Schritt. In dieser Welt fühle ich mich frei! Ich fange an zu rennen und merke nicht, wie alles an mir vorbeifliegt. Dann fange ich an zu lachen. Wie ein kleines Kind renne ich lachend auf Ronny zu. Wie frei man sich doch auf Wolken fühlt! Ich merke gar nicht, dass ich Ronny immer näher komme, bis ich plötzlich in seine Arme renne. Immer noch lachend schaue ich zu ihm auf. Auch er lacht. Schließlich lässt er mich los, nimmt meine Hand und zieht mich mit sich über das Wolkenmeer. Immer weiter rennen und springen wir da über die Wolken und vergessen ganz die Zeit. Irgendwann lasse ich mich auf eine der Wolken fallen und schaue zu ihm hoch. »Toll!« ist das Einzige, was aus meinem Mund herauskommt. »Ich wusste, es würde dir gefallen«, meint Ronny grinsend und setzt sich neben mich. Doch was ist das? Ich höre ein Knacken in den Wolken und kurz darauf wird es eiskalt. Ronny springt auf und zieht mich hoch. »Wir müssen von hier verschwinden. Sofort!« Er murmelt einen Spruch und verwandelt sich vor meinen Augen in ein braunes Pferd. »Spring auf!«, meint er und ich tue, was er sagt. Sobald ich einigermaßen gut sitze, galoppiert Ronny los und ich ducke mich, damit ich nicht so viel Wind abbekomme. Kurz bevor wir die nächste atemberaubende Landschaft erreichen, saust ein eisblauer Pfeil direkt über meinem Kopf vorbei. Ich schaue nach hinten, kann allerdings nichts sehen. Und dann sind wir gerettet. Ronny bleibt stehen, buckelt mich leicht von sich herunter und verwandelt sich wieder in meinen besten Kumpel. »Na, das hat doch Spaß gemacht, findest du nicht?« »Sehr witzig!«, entgegne ich und lächele ihn an. »Ich wurde fast von einem eisblauen Pfeil getroffen.« »Dann war meine Vermutung also richtig«, meint Ronny und schaut hinter sich. Die Luft ist inzwischen wieder wärmer geworden, aber ich zittere immer noch. »Ist dir kalt?«, fragt Ronny, als er mich sieht, doch ich schüttele nur mit dem Kopf. »Okay, dann lass uns mal weitergehen.« Ronny führt mich durch das dichte Gebüsch, das mit lauter Blumen beschmückt ist, die golden glitzern. »Wo sind wir hier?«, frage ich Ronny und er antwortet mir: »Das ist das Sommerreich. Eben waren wir in der Unbegrenzten Wildnis. Dort darf jeder jeden töten, ohne bestraft zu werden. Also, jede Fee des Winters kann jede Fee des Sommers töten und umgekehrt. Natürlich dürfen die Bewohner der Wildnis auch alle Personen töten, die ihr Reich betreten. Zum Beispiel dachte ich eben erst, die Wolkis hätten uns verfolgt, aber als du mir das mit dem Pfeil erzählt hast, wusste ich, dass es Sqohz war, der Prinz des Winterreichs.« »Aha«, gebe ich von mir, während wir weiter durch das Gestrüpp laufen. Ich schaue auf den Boden, damit ich nicht über irgendwelche Wurzeln stolpere, die mir ein Bein stellen wollen. Plötzlich bleibt Ronny abrupt stehen und schaut nach vorne. Ich renne fast in ihn hinein und schaue schließlich mit offenem Mund auf eine gigantische Tür, deren Torbogen aus grünen Ranken besteht, die die goldenen Türflügel halten. »Wo sind wir denn hier?«, staune ich, bekomme allerdings keine Antwort. Stattdessen klopft Ronny wieder dreimal, sagt allerdings nichts, sondern wartet stattdessen. Ich höre sich nähernde Schritte hinter der Tür und klammere mich an Ronnys Arm fest. Dann öffnet sich das gigantische Tor und… ein kleines schrumpeliges Männchen steht vor uns. Als es uns sieht, verwandelt sich sein alltäglicher Blick in ein Lächeln und er meint mit piepsiger Stimme: »Tretet ein, meine Hoheiten!« Damit macht er uns mit einer Verbeugung Platz und wir gehen durch die Tür. Ich schaue in eine riesige Eingangshalle. Sie ist sehr prunkvoll. Überall stehen schmucke Blumenvasen und die Säulen, die die Himmelsdecke halten, sind fien bemalt. »Wie schön… Ronny, was ist das?« »Der Palast.« »Ihr habt einen Palast? Wie toll! Er ist so schön verziert! Ronny?« »Ja?« »Wer bist du für die Leute hier?« »… ein ganz normaler Bürger…« »Das glaub ich dir nicht. Sag mir die Wahrheit! Du hast mich hierhergebracht, also musst du mir auch sagen, was hier Sache ist! Dieser Mann da hat 'Hoheit' gesagt.« Ich starre ihn an. »Sag es!!!« »Nein, das möchte ich nicht.« Jetzt schaut er mich an, wie ich es bei ihm noch nie erlebt habe. Es erschreckt mich. Er schaut wütend… sehr wütend. Aber auch irgendwie anders. Irgendwie betroffen oder so was. Ich kann es nicht ausdrücken. »Na gut… W-w-wenn du es nicht sagen willst…« Er schaut mich immer noch mit diesem Blick an. VERFLUCHTER BLICK!!! DA KANN MAN JA NICHT MAL MEHR NORMAL REDEN!!! Ich schüttele mich. Keine Ahnung warum, aber danach sitzt der Blick nicht mehr so festgefressen in mir. »Schau mich verflucht noch mal nicht so an!« Ronny wendet seinen Blick von mir ab. Erst jetzt merke ich, dass wir immer noch draußen stehen. Ronny muss es wohl auch aufgefallen sein. »Komm, wir gehen rein.« Ich nicke nur. Irgendwie habe ich momentan nicht den Mut, mit ihm zu sprechen.

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#2

Wie alles begann

 

»Hey, Ciara!« Ich zucke zusammen und drehe mich um. Hinter mir steht mein bester Freund Ronny und grinst mich verschmitzt an. »Wie bist du denn hier reingekommen?«, frage ich ihn flüsternd und er antwortet mir grinsend mit einem Blick zum Fenster. »Na, immerhin hast du's wieder zu gemacht«, meine ich erleichtert, schaue ihn danach aber wieder an. »Moment, wie hast du das Fenster denn aufgekriegt?« Für einen Moment schaut er entschulidgend, doch nach zwei Sekunden grinst er mich wieder an, als hätte ich die Frage nie gestellt. »Ich geb's auf, deine Sprache zu kapieren«, meine ich spielerisch genervt und drehe mich zur Wand um. »Lass mich in Ruhe, ich will schlafen!« »Dazu bin ich jetzt aber wirklich nicht hierher gekommen!«, meint Ronny und dreht mich mühelos wieder um, dass ich ihm in die Augen schauen muss. »Was denn jetzt noch?« Dass ich ihm in die Augen schauen muss, macht das Ganze nicht gerade leichter. »Das fragst du noch?« Er grinst mich immer noch an, aber ich habe keine Ahnung, was er von mir will. »Ja, das frag ich noch… Ich habe nämlich keinen blassen Schimmer, was du von mir willst.« Ich muss ihn angeschaut haben, als stehe ein Alien oder sonst ein Fantasiewesen vor mir, jedenfalls bricht er in schallendes Gelächter aus. »Hey, das ist nicht witzig!« »Doch!« Vor Lachen kann er kaum noch reden. Ich blamiere mich hier gerade zu Tode und er steht da und lacht mich aus. Toller Freund! »Du siehst echt süß aus, wenn du lachst.« Inzwischen hat er sich von seinem Lachanfall befreit. »Ach ja, tu ich das?« »Ja, das tust du.« Ronny schaut mich wie ein Welpe an und ich muss unwillkürlich grinsen. Er ist manchmal einfach so süß! Klar, er ist nur mein Kumpel-Freund und nicht mein fester Freund und ich bin in jemand anderen verliebt, aber manchmal frage ich mich echt, wieso ich Max und nicht ihn liebe. Und noch etwas, was ich nicht verstehe, ist, warum meine Mom sich immer in alles einmischt, was mein Privatleben angeht. Ich meine, ihr kann es doch eigentlich egal sein, wen ich liebe und wen nicht, oder? »Ciara, alles okay mit dir?« »Äh, ja klar!« Ich schaue Ronny an und stehe auf. Die Sonne geht gerade auf. »Lust auf einen kleinen Spaziergang an einen geheimnisvollen Ort?« Es klopft an meiner Zimmertür. »Versteck dich irgendwo!«, flüstere ich ihm zu, während ich mich wieder unter meiner Kuscheldecke verstecke und so tue, als würde ich schlafen. Die Tür geht auf und meine Mom steckt den Kopf herein. »Aufwachen, Ciara, es ist Zeit zum Frühstücken!« Oh Mann, das hat mir gerade noch gefehlt!!! »Nur noch eine Minute, Mom!«, murmele ich 'verschlafen' und drehe mich auf die andere Seite. »Okay, Schatz, in einer Minute bin ich wieder da, okay?« Als ich nicht antworte, drückt sie mir einen Kuss auf die Stirn, verlässt das Zimmer wieder und schließt die Tür. »Puuuh!«, kommt es aus der Richtung des Kleiderschranks. »Du solltest deinen Kleiderschrank mal ausmisten!« »Du hast mir gar nix zu sagen!«, meine ich gespielt, schlage die Decke über und schaue Ronny wieder in die Augen. »Okay, was meintest du eben mit dem geheimnisvollen Ort?« »Dann komm mit. Ach ja, es könnte ein etwas längerer Spaziergang sein, also wäre es am besten, wenn du deinen Eltern einen Brief oder so was hinlegen würdest.« »Okay, mach ich.« Ich drehe mich um, gehe zum Schreibtisch und kritzel irgendwas auf einen kleinen Zettel. »Soll ich mich auch noch umziehen?«, frage ich ihn schließlich, doch er schüttelt mit dem Kopf und meint: »Schau doch mal, was du anhast.« Ich schaue an mir runter und merke, dass ich in Klamotten geschlafen habe. »Oh verdammt!« »Nicht so schlimm. Komm jetzt!« »Wo gehen wir denn jetzt hin?«, frage ich ihn ein letztes Mal und er antwortet mir endlich mit: »Ins Shoff Ki« Mit diesen Worten klopft er dreimal kurz an meine Tür, murmelt »Shoff Ki« und öffnet sie. »Was hat das jetzt ge...?« Weiter komme ich nicht, denn vor mir erstreckt sich eine Wolkenlandschaft bis zum Horizont und noch weiter. Ich trete durch meine Zimmertür und spüre eine leichte Brise auf meiner Haut. »Ciara, herzlich Willkommen im Shoff Ki!«

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