Nobelpreis - Das Vermächtnis des Dynamit-Erfinders

von Andreas Fischer und Sandra Müller

Jedes Jahr im Oktober wartet die ganze Welt mit Spannung auf Neuigkeiten aus der schwedischen Hauptstadt Stockholm und der norwegischen Hauptstadt Oslo. Sechs verschiedene Komitees geben dann die neuen Nobelpreisträger bekannt. Die nach dem Dynamit-Erfinder Alfred Nobel benannten Preise gelten als die "bedeutendsten Auszeichnungen der Welt". Sie sind nach dem Wissenschaftler Alfred Nobel benannt worden. Er entdeckte den Sprengstoff Dynamit, der auch dem Bau von Waffen dient. Gleichzeitig setzte sich Nobel für den Frieden ein. Wer war dieser Mann?


Alfred Nobel wurde am 21. Oktober 1833 in Stockholm, der Hauptstadt Schwedens, geboren.

Jedes Jahr werden sechs verschiedene Nobelpreise (die Betonung bei Nobel liegt übrigens auf dem "E") verliehen: für Medizin, Physik, Chemie, Wirtschaftswissenschaften, Literatur - sowie der Friedensnobelpreis. Auf den Tag genau fünf Jahre nach dem Tod Alfred Nobels wurde am 10. Dezember 1901 erstmals ein Nobelpreis vergeben.

Seitdem werden die Auszeichnungen jedes Jahr an genau diesem Datum den Gewinnern überreicht. Die feierliche Zeremonie findet in der schwedischen Hauptstadt Stockholm statt, nur der Friedensnobelpreis wird in Oslo, der Hauptstadt Norwegens, verliehen. Bekannt gegeben werden die Nobelpreisträger bereits im Oktober eines Jahres.

Es gibt zwar viele Preise für Forscher, Schriftsteller und Menschen, die sich für den Frieden einsetzen. Aber der Nobelpreis gilt mit Abstand als der "bedeutendste". Meist feiert das ganze Land mit, wenn eine seiner Bürgerinnen oder einer seiner Bürger diese Auszeichnung erhält.

Woher kommt der Name "Nobelpreis"?

Nobel soll zwar gegen Kriege gewesen sein, machte aber dennoch ein riesiges Vermögen, indem er Sprengstoff und Waffen verkaufte.

Alfred Bernhard Nobel war einer der reichsten und bedeutendsten Erfinder des 19. Jahrhunderts. Er wurde am 21. Oktober 1833 in Stockholm, der Hauptstadt Schwedens, geboren. Als er neun Jahre alt war, zog er mit seiner Familie nach Sankt Petersburg in Russland. Aus heutiger Sicht gingen Alfreds Eltern dort einer sehr zweifelhaften Tätigkeit nach: Sie gründeten eine Werkstatt, in der sie Tretminen herstellten. Eine Mine ist eine schreckliche Waffe, die explodiert, sobald jemand auf sie tritt. Noch heute fallen in vielen Ländern selbst Kinder diesen schlimmen Waffen zum Opfer.

Die Minen-Firma des Vaters hatte einen so großen Erfolg, dass Alfred und seine Brüder Privatunterricht bei ausgezeichneten Lehrern erhalten konnten. Neben Mathematik, Physik, Chemie, Literatur und Geschichte lernten sie dort auch die Sprachen Schwedisch, Russisch, Französisch, Englisch und Deutsch. Als Alfred ein junger Mann war, schickte ihn sein Vater auf eine zweijährige Studienreise nach Deutschland, Frankreich, Italien und in die USA. Während dieser Zeit kam Alfred Nobel zum ersten Mal mit einer Flüssigkeit in Berührung, die sein Leben verändern sollte: Sie heißt Nitroglycerin.

Ein Waffenbauer, der sich für den Frieden einsetzte

Die Goldmedaille, die jeder Nobelpreisträger neben einem hohen Geldbetrag und einer Urkunde erhält, zeigt das Profil Alfred Nobels. (Quelle: nobelprize.org)

Nitroglycerin ist eine extrem gefährliche chemische Lösung. Eine kleine Erschütterung reicht bereits aus, um eine gewaltige Explosion hervorzurufen. Wer auch nur ein Reagenzglas davon versehentlich fallen ließe, wäre verloren. Alfred Nobel forschte einige Jahre lang an einem Sprengstoff, der nicht so gefährlich aber genauso wirkungsvoll ist.

Als im Jahr 1864 bei Versuchen mit Nitroglycerin sein Labor in die Luft flog, starben mehrere Menschen, darunter auch sein Bruder Emil. Trotzdem forschte Nobel weiter und hatte im Jahre 1867 sein Ziel erreicht. Der Durchbruch gelang ihm, als er Nitroglycerin mit Kieselgur, einem weißen Pulver aus fossilen (versteinerten) Algen, mischte.

Das mit Nitroglycerin vollgesogene Pulver füllte er in Stangen, die man mit voller Wucht auf den Boden werfen konnte, ohne dass sie explodierten. Wenn man die Stangen jedoch an einer Zündschnur anzündete, kam es zu einer gewaltigen Sprengung. Alfred Nobel ließ seinen neuen, sichereren Sprengstoff patentieren und nannte ihn - Dynamit. Ein Patent ist ein rechtlicher Schutz des Inhabers, damit andere seine Erfindung nicht einfach unerlaubt verwenden können.

"Gutes für die Menschheit"

Albert Einstein (1879 - 1955) erhielt mit 14-jähriger Verspätung den Nobelpreis für Physik.

Nach seiner Entdeckung gründete Nobel viele Fabriken in verschiedenen Ländern. Dynamit war nicht nur in Bergwerken sehr gefragt, um neue Schächte zu sprengen, sondern auch in Kriegen, um damit Bomben zu bauen. Und vor allem die Kriege des 19. Jahrhunderts trugen dazu bei, dass Alfred Nobel schon bald ein reicher Mann wurde. Zum Zeitpunkt seines Todes im Jahre 1896 hatte er 355 Patente angemeldet und Firmen in 90 Städten gegründet.

Heute sagt man, dass Alfred Nobel Kriege verabscheut habe. Er soll angeblich bei der Erfindung des Dynamits nur an die Sicherheit der Bergleute gedacht haben. Ob das allerdings so stimmt, ist schwer zu sagen. Denn gerade durch die zahlreichen Kriege hat er unglaublich viel Geld verdient. Fest steht, dass Nobel schon zu Lebzeiten die Friedensbewegung unterstützt hat.

Vielleicht hat ihn ja sein schlechtes Gewissen getrieben, als er in seinem Testament festlegte, dass von seinem Vermögen eine ganz besondere Stiftung gegründet werden soll. Diese Nobel-Stiftung soll jedes Jahr besonderen Menschen, die "Gutes für die Menschheit tun", in den Kategorien Physik, Chemie, Medizin, Literatur die hohe Auszeichnung verleihen - sowie natürlich den Friedensnobelpreis. Erst im Jahr 1961 kam noch die Wirtschaftswissenschaft als sechste Nobelpreis-Kategorie hinzu.

Bekannte Nobelpreisträger

Die zweifache Nobelpreisträgerin Marie Curie (1867 - 1934) gilt bis heute als die bedeutendste Wissenschaftlerin aller Zeiten.

Alle Preisträger erhalten eine Urkunde, eine Goldmedaille und einen hohen Geldbetrag. In den vergangenen 100 Jahren haben diesen begehrten Preis nur vier Menschen gleich zweimal erhalten: die Entdeckerin der Radioaktivität, Marie Curie (1903 für Physik und 1911 für Chemie), der US-amerikanische Linus Pauling (1954 für Chemie und 1962 für Frieden), der US-Amerikaner John Bardeen (1956 und 1972 jeweils für Physik) und der britische Biochemiker Frederick Sanger (1958 und 1980 jeweils für Chemie).

Zu den bekanntesten Nobelpreis-Gewinnern zählt Albert Einstein. Seit dem Jahr 1908 wurde er immer wieder für den Physik-Nobelpreis vorgeschlagen. Der Schwede Allvar Gullstrand, ein Mitglied des Nobel-Komitees und selbst Nobelpreisträger, verhinderte Einsteins Auszeichnung jedoch viele Jahre lang. Einstein erhielt den Nobelpreis für Physik am 9. Dezember 1922 rückwirkend für das Jahr 1921 - für seinen Beitrag zur Quantenphysik. Bemerkenswert ist, dass Einstein den Nobelpreis nicht für seine spezielle Relativitätstheorie erhalten hat.

letzte Aktualisierung: 08.10.2011

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