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Weltkindertag - Ein Tag für die Rechte der Kinder

von Andreas Fischer - aktualisiert - 19.09.2019

Am 20. September feiern die Menschen in Deutschland und Österreich jährlich den Weltkindertag. "Wir Kindern haben Rechte!" - so lautet das Motto 2019. Der Tag wurde vor 30 Jahren ins Leben gerufen und macht darauf aufmerksam, dass alle Kinder ein Recht auf Fürsorge, Aufmerksamkeit und Förderung sowie auf ein sicheres Zuhause haben, das sie in ihren Bedürfnissen ernst nimmt und sie in ihren Fähigkeiten unterstützt. Nicht nur in armen Ländern leben viele Kinder in Not und Armut, auch bei uns werden Kinderrechte oft nicht eingehalten. Dabei sind Kinder vollwertige Menschen, deren Wünsche und Nöte ernst genommen werden müssen. Erstmals ist der Weltkindertag sogar Feiertag in einem Bundesland, nämlich in Thüringen.

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In Deutschland und Österreich feiert man den Weltkindertag am 20. September, in den meisten anderen Ländern am 20. November. Es wird daran erinnert, dass die Rechte der Kinder eingehalten werden müssen.
Dieter Schütz/ Pixelio.de

UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, hat den Tag für die Rechte der Kinder im Jahr 1954 ins Leben gerufen. Das Hilfswerk setzt sich für Kinder weltweit ein, deren Lage verbessert werden muss oder die in Not sind. Nicht überall findet der Weltkindertag am gleichen Datum statt - in den meisten Ländern fällt er auf den 20. November. In Deutschland und Österreich wird er jährlich am 20. September gefeiert.

Im Jahr 2019 steht der Weltkindertag unter dem Motto "Wir Kinder haben Rechte", um darauf aufmerksam zu machen, dass Kinder ein Recht auf Sicherheit, Unversehrtheit und Geborgenheit haben, ebenso wie darauf, dass ihre Wünsche, Interessen und Sorgen ernst genommen werden und sie sich nach ihren Interessen und Talenten entfalten können. Dies gilt gerade auch für Kinder, die in Armut oder in Krisengebieten leben oder aus Flüchtlingsfamilien kommen, welche ihre Heimat aufgrund von Krieg und Gewalt verlassen mussten. Sie sind zwar an einen "sicheren Ort" geflüchtet, leben jedoch in notdürftigen und gemeinschaftlichen Unterkünften und blicken in eine ungewisse Zukunft. in Ländern wie Deutschland gilt zwar der Grundsatz, die Familien bei der Eingliederung in die Gesellschaft zu unterstützen und den Kindern zum Beispiel Plätze in Kindergärten und Schulen zur Verfügung zu stellen, doch zum Schutz und zur Unterstützung der Flüchtlingskinder muss noch vieles getan und verbessert werden.

Egal aus welchem Land sie kommen, Kinder haben ein Recht darauf, in einem Umfeld aufzuwachsen, das für sie sorgt, sie unterstützt, sie in ihrer Entwicklung fördert und ihre Bedürfnisse ernst nimmt. Allgemein macht der Weltkindertag jährlich darauf aufmerksam, dass Kinder Rechte haben und dass es vielen Kindern auf der Welt schlecht geht. Sie müssen für wenig Geld harte Arbeit verrichten, leiden unter Kriegen, Krankheiten oder müssen hungern. Vor allem in armen "Entwicklungsländern" und Krisenregionen, aber auch bei uns, geht es vielen Kindern schlecht. In Deutschland wächst die Kluft zwischen den Kindern, etwa weil sie aus reicheren oder ärmeren Familien kommen oder ihre Familien unterschiedliche Nationalitäten haben.

Einige Menschen fordern deshalb, dass die Rechte der Kinder bei politischen Entscheidungen und Regelungen viel mehr berücksichtigt werden sollten. Die Welt wird von den Erwachsenen gestaltet, die oft kein Verständnis für die Bedürfnisse von Kindern haben - das fängt schon bei Einrichtungen, Freizeitmöglichkeiten, Spiel- und Sportplätzen für Kinder an. Dabei sind Kinder vollwertige Menschen, deren Wünsche und Nöte ernst genommen werden müssen.

Kinderrechte im Grundgesetz?

Damit die Kinderrechte auch in Deutschland wirklich beachtet werden, fordern viele, dass sie im Grundgesetz festgehalten werden.
Wikipedia

Am Weltkindertag wird daran erinnert, dass Kinder auf der ganzen Welt festgeschriebene Rechte haben, die die Erwachsenen beachten müssen. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedete am 20. November 1989 die "UN-Konvention über die Rechte des Kindes". In dem Übereinkommen wurden erstmals weltweit gültige Grundwerte für den Umgang mit Kindern festgehalten. So dürfen Kinder zum Beispiel nicht geschlagen oder körperlich misshandelt werden. Eltern verstoßen selbst dann schon gegen das Gesetz, wenn sie ihren Kindern eine Ohrfeige geben. Einen Link zur Internetseite, auf der deine Rechte aufgelistet sind, findest du unten.

Damit die Kinderrechte in Deutschland aber auch wirklich beachtet werden, fordern viele Politiker, dass sie extra im Grundgesetz formuliert werden. Dort sind alle Rechte, die die Menschen in Deutschland haben, niedergeschrieben. Diese gelten zwar auch für Kinder - aber viele Menschen sind dafür, dass ihre Rechte zusätzlich im Gesetzestext festgehalten werden.

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Weltweit leben Kinder in elenden Zuständen

Viele Kinder in armen Ländern besitzen keine Geburtsurkunde. Niemand hilft ihnen, wenn sie krank werden.
Christian Schneider / UNICEF

In vielen armen Ländern - besonders in Afrika, Südamerika und Asien - kämpfen Kinder täglich ums Überleben. Sie haben zu wenig zu essen und zu trinken, müssen für einen Hungerlohn hart arbeiten - und viele von ihnen leben auf der Straße. Eine Menge Produkte, die man bei uns kaufen kann - zum Beispiel Spielzeug, Kleidung, Teppiche, Textilien und Lebensmittel -, stammen aus aubeuterischer Kinderarbeit.

Manche der Kinder müssen sogar als Kindersoldaten in Kriege ziehen. Auch Kinderprostitution ist vor allem in armen Ländern weit verbreitet: Mädchen und auch Jungen verkaufen ihren Körper, um sich mit dem dadurch verdienten Geld durchzuschlagen. Sie sehen keine andere Möglichkeit, an Geld für Nahrung zu kommen, oder sie werden von Erwachsenen dazu gezwungen.

Viele von ihnen stecken sich dann mit Aids und Geschlechtskrankheiten an. Einige Kinder, vor allem in afrikanischen Ländern, kommen schon HIV-positiv auf die Welt, weil ihre Mutter das Virus in sich trägt. Einige Kinder haben ihre Eltern durch einen Bürgerkrieg oder eine Krankheit verloren und sind gezwungen, sich alleine durchzuschlagen.

Arme Kinder in reichen Ländern

Auch bei uns wachsen Kinder in Armut auf. Sie müssen zwar nicht verhungern, aber sie leiden im Stillen sehr unter ihrer Situation.
Die Arche

Aber sogar in unserer eigentlich wohlhabenden Gesellschaft gibt es Kinderarmut. Die betroffenen Kinder können keine angesagte Markenkleidung tragen, haben keinen Computer und müssen auch auf sonstige Luxusartikel, die für viele andere selbstverständlich sind, verzichten. Ihre Eltern sind arbeitslos geworden oder verdienen mit ihren Jobs kaum Geld.

Einige Kinder bekommen zu Hause nicht einmal jeden Tag ein warmes Essen. Sie leiden meist im Stillen darunter - nicht selten sind sie Außenseiter und werden auch noch von anderen Kindern verspottet.

Vielleicht hast auch du Einfälle, was geändert werden sollte und wie man die Welt verbessern kann. Der Weltkindertag ist eine Gelegenheit, Vorschläge und Ideen mit Freunden oder in der Klasse zu sammeln und sie an Eltern, Lehrer oder auch Politiker weiterzugeben.

letzte Aktualisierung: 01.10.2019

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