Lexikon: AfD - "Alternative für Deutschland"

von Britta Pawlak


Neben Jörg Meuthen ist Alexander Gauland (Bild) Vorsitzender der AfD.
Metropolico.org, Flickr.com (CC BY-SA 2.0)
Die "Alternative für Deutschland" (AfD) ist eine relativ neue Partei, die 2013 in Deutschland gegründet wurde und bereits im Jahr darauf ins Europäische Parlament und schließlich auch in einige Landtage einziehen konnte. Mittlerweile ist sie in den Landtagen aller Bundesländer und im Bundestag vertreten. Die AfD sieht sich als "Alternative" zu den anderen bekannten Parteien, das bedeutet, sie steht für einen "anderen" politischen Weg. Sie ist eine politisch "rechte" Partei, einige ihrer Parteimitglieder gelten sogar als "rechtsextrem".

Es herrscht jedoch auch innerhalb der AfD immer wieder Uneinigkeit über den eigenen politischen Kurs und bei der Frage, wie "konservativ", "rechts" oder gar "extrem" die Partei zu vielen Themen wie Europa oder der Flüchtlingskrise eigentlich ist. Es kam immer wieder zu heftigen Konflikten innerhalb der AfD und bereits mehrfach wechselte die Führung der Partei. So konnte sich die frühere AfD-Politikerin Frauke Petry 2015 gegen den damaligen Parteivorsitzenden Bernd Lucke durchsetzen, der schließlich aus der Partei austrat. Seitdem galt der Kurs der AfD als "nationalkonservativer" und weiter "rechts". Nach der Bundestagswahl 2017 verkündete wiederum Petry ihren Rücktritt aus der Partei - es hatte zuvor bereits Konflikte zwischen ihr und anderen Parteimitgliedern gegeben. Petry gab an, dass sie den neuen, rechtsextremeren Kurs der AfD nicht unterstütze und kündigte ihren Austritt aus der Partei an. Parteivorsitzende sind mittlerweile Jörg Meuthen und Alexander Gauland, Oppositionsführerin im Bundestag ist Alice Weidel.

Zunächst war der Euro eines der wichtigsten Themen der AfD. Sie machte sich für dessen Abschaffung stark und war der Ansicht, dass die Euro-Währung zu großen Teilen Schuld an der Finanzkrise sei, die ab 2008 vor allem die Banken und die Wirtschaft in Deutschland und anderen westlichen Ländern betraf. Schließlich widmete sich die AfD verstärkt den Themen Flüchtlinge und Muslime in Deutschland. Laut der AfD sollten die Grenzen strenger überwacht und deutlich weniger Flüchtlinge ins Land gelassen werden.

Außerdem warnt die Partei vor der Gefahr einer "Islamisierung" Deutschlands und behauptet, der Islam "gehöre nicht zu Deutschland" - er sei mehr als "nur" eine Religion und dessen "politische Ziele" ließen sich nicht mit den Grundsätzen des deutschen Staates vereinbaren. Diese Haltung sorgt für viel Empörung in der Politik und Gesellschaft und immer wieder wird der AfD vorgeworfen, fremdenfeindliche Ansichten zu vertreten oder mitunter gar der Neonazi-Szene nahe zu stehen. Andererseits gibt es nicht wenige Menschen, die finden, die AfD spreche - anders als die anderen Parteien - "Wahrheiten" aus und vertrete die Meinung vieler Bürger in Deutschland. So ist die AfD auch "europakritisch" eingestellt und findet, dass die Europäische Union viele Nachteile mit sich bringe und durch den immer größeren Einfluss der EU die Selbstbestimmung und Demokratie der einzelnen Länder wie Deutschland geschwächt werde.

Dass sich die Partei bei den deutschen Bürgerin immer größerer Beliebtheit erfreut, beobachten viele Politiker und Menschen im Land mit wachsender Sorge. Sie wird sogar vom Verfassungsschutz beobachtet, da sie im Verdacht steht, inhaltlich immer wieder radikal und "demokratiefeindlich" zu sein, sich also nicht mit den Werten und Prinzipien unserer Demokratie vereinen ließe und diese ablehne. Unter den Wählern der AfD sind viele von der Politik Enttäuschte und Menschen, die der Partei ihre Stimme aus Protest gegeben haben. Sie sehen in ihr eine neue Hoffnungsträgerin in Zeiten, in denen sie sich längst nicht mehr von den regierenden Politikern ernst genommen und vertreten fühlen. Dabei spielen die Sorgen vieler Bürger im Zuge der "Flüchtlingswellen" ab 2015 sowie jüngsten radikal-islamischen Terroranschlägen ebenso eine Rolle wie die Nachteile, die die EU in den Augen vieler Menschen mit sich bringt, Armut, Perspektivlosigkeit und wirtschaftliche Bedrohungen. Unter den Wählern sind sowohl Menschen, die die AfD trotz ihrer rechten und teils fremdenfeindlichen Haltungen wählen als auch welche, die der Partei gerade deshalb ihre Stimme geben. In der mittlerweile deutlich gewachsenen Wählerschaft der AfD versammeln sich also Politikverdrossene, Unentschlossene und Protestwähler ebenso wie politisch rechts-konservative bis fremdenfeindlich eingestellte Wähler.

letzte Aktualisierung: 04.11.2018

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