Indianer: Die Sioux (Lakota)

Aus Siegern wurden Opfer

Teil 2 von 9

von Kai Hirschmann

Sitting Bull, Crazy Horse und Big Foot - diese Häuptlinge kennst bestimmt auch du. Hier erfährst du von ihrem großen Sieg gegen die US-Armee und der grausamen Antwort des weißen Mannes.

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Indianerhäuptling Conquering Bear von den Oglala Sioux Indianer. (Quelle: Indian Faces)

Sioux ist die Kurzform von "Nadouessioux" und bedeutet "kleine Schlangen". So wurde der Indianerstamm von seinen langjährigen Feinden den Chippewa - und später von den Weißen, genannt. Die Sioux selbst bezeichnen sich als Dakota, Lakota oder Nakota - je nach ihrer Sprache. Ursprünglich gab es sieben Stämme welche eine Allianz, die "Oceti Sakowin" ("Das Feuer der sieben Stämme"), bildeten.

Der Aufstieg der Büffeljäger

Bis zum Jahr 1750 waren die Sioux ein recht kleiner Stamm, der vor den Chippewa in immer entlegenere Waldgebiete flüchten musste. Doch dann stellten die Sioux ihr Leben um. Sie erkannten die Vorzüge von Pferden und Gewehren, die der "weiße Mann" nach Amerika gebracht hatte und wurden zu erfolgreichen Büffeljägern. Der Stamm stieg innerhalb von nur 50 Jahren zu einem der mächtigsten und kriegerischsten Indianerstämme auf. 15.000 Sioux-Krieger beherrschten 1850 die Prärie.

Siedler im Goldrausch

Doch dann drangen immer mehr weiße Büffeljäger und Goldgräber in das Land der Sioux vor. Die US-Regierung schloss mit den Indianern "ewige Verträge", die ihnen wenigstens einen Teil ihres eigenen Landes garantieren sollten. Doch immer mehr Weiße drangen immer tiefer in das Sioux-Reservat vor - geschützt von der US-Armee. Der Strom der Siedler wurde immer größer, als im Sioux-Reservat auch noch Gold gefunden wurde. Die "ewigen Verträge" wurden immer weiter gebrochen. Weiße Siedlungen wurden mitten im Sioux-Gebiet gebaut, verbunden durch eine Eisenbahnlinie.

Aus Spaß schossen die Weißen aus den Zügen auf Büffel. Innerhalb von nur zehn Jahren wurden so 30 Millionen Büffel getötet. Noch 1850 lebten Millionen von Büffeln in den Weiten der Prärie - nur wenige Jahrzehnte später war das Tier in Amerika ausgestorben. Der Büffel, der den Sioux einst so viel Macht gebracht hatte - nun besiegelte er ihren Untergang.

Der größte Sieg der Indianer

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Die Sioux waren ein stolzes Volk, das sich nicht einfach immer weiter zurückdrängen ließ. Die Indianer wehrten sich gegen die fremden Siedler und die Armee des weißen Mannes. Sie überfielen Trecks und Armeeposten, um die Fremden wieder aus ihrem Land zu vertreiben. Unter der Führung der drei Indianerhäuptinge Sitting Bull, Crazy Horse und Big Foot gelang ihnen 1876 in der Schlacht am Little Bighorn River ein großer Sieg. Das 7. Kavallerieregiment des Generals George A. Custer wurde besiegt. Es war die größte Niederlage der US-Armee gegen die Indianer.

Das Massaker am Wounded Knee

Doch der große Sieg brachte keinen Frieden. Schon 1877 kehrte die US-Armee mit noch mehr Soldaten zurück und besiegte die Sioux. Die meisten Überlebenden wurden in abgelegene Reservate gebracht. Am 29. Dezember 1890 rächte sich dann das 7. US-Kavallerieregiment grausam an den Indianern für die zurück liegende Niederlage. Bei Wounded Knee wurden über 300 Männer, Frauen und Kinder der Sioux-Indianer unter Häuptling Big Foot brutal ermordet. Dieses Massaker brach den letzten Widerstand der Indianer gegen die Weißen.

Ein Häupting als Zirkusattraktion

Sitting Bull trat als Hauptattraktion in Buffalo Bill's Wild West Show auf. (Quelle: Wilder-Westen-Web)

Im Jahr 1883 gründete Buffalo Bill, ein ehemaliger Büffeljäger und Soldat, eine Wild-West-Show. Dort traten echte Cowboys und Indianer auf. Sie stellten Jagdszenen mit lebenden Büffeln und Indianerkämpfe nach. Die Show war über mehrere Jahrzehnte ein riesiger Publikumserfolg. Der berühmteste Indianer, der hier für zwei Saisons als Stargast auftrat, hieß Sitting Bull. Der ehemalige Held des Indianer-Widerstands war zur Zirkusattraktion verkommen.

Die Lakota heute

Etwa 16.000 Lakota-Indianer leben heute noch in dem zweitgrößten Indianerreserat der USA, im Südwesten des US-Bundesstaates Süd Dakota. Die meisten Indianer im Reservat sind heute recht arm. Schlechte Bildung, Arbeitslosigkeit und Alkoholmissbrauch sind heute große Probleme, mit denen die Indianer kämpfen müssen.


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