Indianer: Die Comanchen

Kriegervolk auf "Gotteshunden"

Teil 5 von 9

von Kai Hirschmann

Es gab im Wilden Westen wohl keine besseren Reiter als die kriegerischen Comanchen. Hier erfährst du ihre Geschichte.


Comanche Feats of Horsemanship, Gemälde von George Catlin (Quelle: George Catlin)

Die Comanchen lebten bis zur Ankunft der ersten Europäer wie Steinzeitmenschen als Jäger und Sammler. Sie waren ein unbedeutender Indianerstamm unter vielen. Da die Männer nur etwa 1,65 Meter und die Frauen nur 1,50 Meter groß waren, hatten sie bei der Jagd Nachteile gegenüber anderen, großgewachseneren Indianerstämmen.

Gefürchtete kriegerische Reiter

Doch das Blatt wendete sich zu ihren Gunsten. Der Aufstieg der Comanchen zu einem der mächtigsten Kriegervölker begann, als die Spanier Pferde in Amerika einführten. Die Comanchen raubten Pferde von den Spaniern und den Apachen - und stellten ihr Leben um. Es stellte sich schnell heraus, dass die Comanchen sehr gute Reiter waren. Schon um das Jahr 1680 besaß der gesamte Stamm Pferde. Er nannte sie "Gotteshunde".

Bei allen Zeitgenossen galten die Comanchen schon bald als "die besten Reiter der Erde". Es war unglaublich, was sie auf dem Rücken der Pferde alles vollbringen konnten. Sie waren in der Lage, im vollen Galopp aus allen Positionen heraus blitzschnell zu schießen. Jetzt waren es keine Kleintiere mehr, die sie von der Jagd mitbrachten, sondern Büffel, die zu ihrer Nahrungsgrundlage wurden.

Auch als Krieger waren die Comanchen ab nun überall gefürchtet. Sie besiegten feindliche Indianerstämme wie die Apachen, Navaho, Cherokee und Pawnee und vertrieben sogar die Spanier aus Mexiko. Dabei wurde das Volk immer größer. Anfang des 19.Jahrhunderts wurden die Comanchen auf über 14.000 geschätzt. Die Weißen nannten die Comanchen »Lords of the Plains« - die Edlen der Steppe. Denn keiner konnte so gut reiten wie die kleinen Comanchenkrieger. Der Name der Comanchen kommt vermutlich vom spanischen Begriff "camino ancho". Das heißt "breiter Weg" und deutet auf die Größe des Stammes. Der Stamm selbst nennt sich "Ne'me'ne", was "Volk" heißt.

Erste Friedensverhandlungen

Comanchen-Häuptling Quanah Parker (1852 -1911)

Die Comanchen waren immer mit all ihren Nachbarn verfeindet gewesen und so ständig im Krieg. Mitte des 19. Jahrhunderts schlossen die Comanchen dann Frieden mit den Apachen, aber auch mit einigen Europäern. In einem Friedensvertrag mit den Deutschen aus Friedrichsburg wurde etwa beschlossen, dass die Comanchen die Deutschen beschützen und mit ihnen freien Handel treiben durften. Der Beistandspakt wurde nie gebrochen.

Der Untergang eines Volkes

Doch das Kriegsglück verließ die Comanchen nach und nach. Colonel Kit Carson schlug sie mit seiner texanischen Armee vernichtend. Sie mussten sich daraufhin am 18. Oktober 1865 auf einen ersten Friedensvertrag mit den Vereinigten Staaten einlassen. Nicht alle Stämme der Comanchen akzeptierten die Verträge, doch die US-Armee verfolgte die Nomadenstämme mit brutaler Härte. Obwohl sich die Comanchen mit den Kiowa, den Apachen, den Arapaho und den Cheyenne verbündeten, schafften sie keinen großen Sieg gegen die US-Truppen mehr. Immer wieder wurden sie geschlagen und die Überlebenden in ein kleines Reservat verschleppt. Am 2. Juni 1875 zog der große Häuptling Quanah Parker mit den letzten 1.500 Comanchen von einst 12.000 Stammesmitgliedern in ein Reservat bei Fort Sill nach Oklahoma.

Die Comanchen heute

1985 war die Bevölkerungszahl wieder auf 3.642 Personen angewachsen, von denen aber nur noch 800 bis 900 die eigene Sprache sprechen.

letzte Aktualisierung: 15.08.2009

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