Angkor Wat

Vergessene Weltwunder - Teil 6

Teil 7 von 11

Die größte Tempelanlage der Welt steht mitten im Urwald Kambodschas. Der Khmer-König Suryavarnam II. ließ die "Stadt der Tempel" zwischen 1113 und 1150 errichten. Für dieses Bauwerk wurden mehr Steine verwendet als für die ägyptische Cheops-Pyramide. Zudem haben die Baumeister jeden einzelnen Stein kunstvoll dekoriert.

ANZEIGE

Von Angkor Wat aus herrschten die Gottkönige der Khmer über ihr Reich. (Quelle: Jens Kerckhoff)

Die Tempelstadt Angkor Wat ist 1.470 mal 1.300 Meter lang und ist von einem 190 Meter breiten Wassergraben umgeben. Über einen Damm gelangt man durch ein prächtig verziertes Tor ins Innere der Anlage. Dort trifft man auf fünf rechtwinkligen Höfe mit Türmen in Form von Lotosblüten, von denen der größte 50 Meter hoch ist.

Die fünf zentralen Türme stellen die Spitze des Berges Meru dar. Die Khmer glaubten, dass dieser Berg der Mittelpunkt des Universums sei. Alle Wände des Tempels sind mit flachen Felsbildern verziert, in denen Hindu-Legenden dargestellt sind - heute würde man die Darstellungsform als "Comic" bezeichnen. Die Höfe des Tempels sind mit Säulengängen verbunden, in denen viele Skulpturen aus Stein stehen.

Ein Tempel für Vishnu

Die Tempel in Form von Lotusblüten ragten weithin sichtbar aus dem dichten Regenwald. (Quelle: Manfred Werner (Wikipedia))

Das ganze Heiligtum Angkor Wat ist dem höchsten hinduistischen Gott Vishnu geweiht. Nach dem Glauben der Khmer kam dieser in Gestalt ihrer Herrscher auf die Erde. Angkor Wat wurde als himmlischer Palast der Gottkönige gebaut. Die Könige wurden hier auch beerdigt, damit sich ihr Geist wieder mit Vishnu vereinigen konnte.

Angkor Wat ist das Zentrum einer viel größeren Anlage von rund 200 Quadratkilometern Fläche und über 200 weiteren Tempeln. Er war aber nicht nur Priestern vorbehalten. In und um Angkor Wat wohnten damals bis zu eine Million Menschen. Damit war die Stadt im zwölften Jahrhundert eine der größten Metropolen der Welt.

Nahrung im Überfluss

Die fünf zentralen Türme symolisieren den Mittelpunkt der Welt, nämlich die Spitze des Berges Meru. (Quelle: Wikipedia (Andrew Lih))

Im elften Jahrhundert ließ König Jasowarman zahlreiche Bewässerungsanlagen und Stauseen errichten. So konnten die Bauern bis zu drei mal im Jahr Reis ernten. Niemand musste mehr hungern. Die Khmer konnten sogar noch viel Reis und Gemüse an ihre Nachbarvölker verkaufen und wurden dadurch sehr reich. Sie nutzten den Reichtum zum Bau von Tempelanlagen und um weiterer Gebiete zu erobern.

ANZEIGE

So kam es, dass ihr Reich neben China zur stärksten Macht in Asien aufstieg. Von Angkor Wat regierten die Khmer ein Gebiet, das neben dem heutigen Kambodscha auch Teile von Laos, Myanmar, Vietnam und Thailand umfasste.

Vom Urwald verschlungen

Die Natur hatte die Ruinenstadt völlig überwuchert, bis sie 1860 wieder entdeckt wurde. (Quelle: Jens Kerckhoff)

500 Jahre lang herrschten die Khmer über ihr Reich. Ab dem 13. Jahrhundert wechselten sie aber ihre Religion und wurden zu Buddhisten. Danach hatten sie keine Verwendung mehr für ihre hinduistischen Heiligtümer. Mitte des 15. Jahrhunderts ging dann auf rätselhafte Weise das ganze Khmer-Reich unter und geriet in Vergessenheit. Der Urwald überwucherte die verlassenen riesigen Tempelanlagen von Angkor Wat.

Erst im Jahr 1860 entdeckte der französische Forscher Henri Mouhot die Mauern und Türme der Tempelstadt mitten im Urwald Kambodschas wieder. Heute ist Angkor Wat das wichtigste Touristenziel Kambodschas. Auch Hindu-Mönche suchen Inspiration in den Tempelruinen.

Wolfgang Beyer (Wikipedia)Im siebten Teil der Serie "Vergessene Weltwunder" erfährst du alles über die unterirdischen Städte Kappadokiens. In der Türkei gibt es über 200 dieser rätselhafte Felsstädte, deren Bauwerke bis zu zwölf Stockwerke tief in den Boden reichen. Es ist heute kaum vorstellbar, dass dort tief unter der Erde einmal über eine Million Menschen gelebt haben.

letzte Aktualisierung: 15.08.2009

Wenn dir ein Fehler im Artikel auffällt, schreib' uns eine E-Mail an redaktion@helles-koepfchen.de. Hat dir der Artikel gefallen? Unten kannst du eine Bewertung abgeben.
ANZEIGE

12 Bewertungen für diesen Artikel

Teil 7 von 11

Hinweis zum Copyright für Schüler und Lehrer: Die Texte von Helles-Koepfchen.de dürfen für den Schulunterricht (z.B. zur Unterrichtsvorbereitung, als Unterrichtsmaterialien, für Hausaufgaben oder Referate) auch für die ganze Schulklasse kostenlos ausgedruckt und vervielfältigt werden. Einzige Voraussetzung ist eine korrekte Quellenangabe, die wie folgt aussieht: Quelle: Helles-Koepfchen.de, [Link zum Artikel]. Die Druckversionen aller unserer Artikel beinhalten in der Fußzeile bereits die passende Quellenangabe - diese muss auf den Ausdrucken sichtbar sein.

ANZEIGE