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Das Rätsel von Stonehenge

Vergessene Weltwunder - Teil 2

Teil 3 von 11

von Kai Hirschmann

Seit über 4000 Jahren stehen seltsame Steinblöcke auf einem freien Feld nahe Salsbury in Großbritannien. Handelt es sich um die Überreste einer Grabstätte, eines Tempels oder einer uralten Sternwarte? Manche Menschen glauben sogar, Stonehenge sei ein Geschenk von Außerirdischen.

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Die riesigen Steinkreise von Stonehenge geben immer noch viele Rätsel auf. (Quelle: Stefan Kühn (Wikipedia))
Niemand kann sich heute so recht erklären, wie die Steinzeitmenschen zwischen 2400 und 2200 vor Christus die riesigen Felsblöcke transportieren und aufstellen konnten. Denn jeder der riesigen Türpfosten ist über vier Meter hoch und wiegt über 40 Tonnen - etwa soviel wie 40 Autos. Und der Sandstein wurde aus etwa 30 Kilometern Entfernung nach Stonehenge gebracht.

Die Steine, die man heute noch sehen kann, sind aber nicht die ältesten Fundstücke in Stonehenge. Die ältesten Pfostenlöcher für Steinriesen sind etwa 10.000 Jahre alt. Die beiden Steinkreise, die man heute noch sehen kann, kamen jedoch erst 6.000 Jahre später hinzu. Von diesem Zeitpunkt an bildeten sie das Zentrum der rätselhaften Anlage.

Lange Bauzeit

Gegen 1.500 vor Christus, also weitere 2.500 Jahre später, kam dann in der Mitte der Kreise ein "Altarstein" hinzu - genauso wie ein paar kleinere Blöcke, die hufeisenförmig um den "Altar" liegen. Das Wort "Altar" ist in Anführungszeichen gesetzt, weil man nur vermuten kann, dass der Stein diesen Zweck erfüllte - doch erwiesen ist das nicht.

Zu dem Steinkreisen führte eine drei Kilometer lange Straße, an deren Seiten hunderte von Obelisken aufgestellt waren. Die Kultstätte wurde noch bis zum Jahr 600 nach Christus mehrfach umgebaut. Sie war also etwa achteinhalb tausend Jahre lang ständig im Wandel.

Der Alpenkönig von Stonehenge

Kaum vorstellbar, dass Steinzeitmenschen diese Steinriesen mit Seilen und Holzschlitten herangeschafft und aufgestellt haben. (Quelle: Wikipedia)

Im Jahr 2004 haben Forscher in Stonehenge ein Grab entdeckt. Darin lag ein Mann, der genau zu der Zeit gelebt hatte, in der die riesigen Steinblöcke aufgestellt wurden - also um das Jahr 2300 vor Christus herum. In seinem Grab lagen außerdem wertvolle Gegenstände aus Gold und Bronze. Deshalb gaben die Wissenschaftler dem Mann den Namen "König von Stonehenge".

Bei späteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass der König von Stonehenge aus den Alpen kam. Das konnten die Wissenschaftler durch die Untersuchung seiner Zähne beweisen. Außerdem stammten einige Grabbeigaben aus Südeuropa. Somit ist bewiesen, dass es schon in der Steinzeit einen regen Handel zwischen den Inselbewohnern und den Menschen vom europäischen Festland gab.

Friedhof, Tempel oder Sternwarte?

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Markus Nielbock von der Ruhr-Uni Bochum hat gezeichnet, wie die Stätte früher einmal ausgesehen haben muss. (Quelle: Markus Nielbock, Ruhr-Uni Bochum)

Warum die Steinzeitmenschen mit so gewaltigem Aufwand diese Kultstätte errichteten, ist bis heute ein Geheimnis geblieben. Sicher ist, dass es in Stonehenge viele Gräber gibt. Aber die Stätte war höchstwahrscheinlich mehr als nur ein Friedhof.

Der Eingang der Steinkreise und die Straße weisen genau auf den Punkt, an dem die Sonne nach der Mittsommernacht, also jedes Jahr am 22. Juni, aufgeht. Noch heute kann man anhand der Steine eine Sonnenfinsternis berechnen. Die ganze Anlage könnte also ein riesiger Kalender gewesen sein. Viele Wissenschaftler halten Stonehenge auch für eine vorgeschichtliche Sternwarte.

Besuch aus dem All

Die Steinkreise könnte darüber hinaus als Tempel gedient haben. Wahrscheinlich wurde die Anlage für Sonnenwendfeiern genutzt, bei denen auch ein Totenkult eine Rolle gespielt haben könnte. Denn die Sonne, nach der das Bauwerk ausgerichtet ist, ist ein uraltes Symbol für den Untergang und die Auferstehung. So wären auch die vielen Gräber zu erklären, die man in Stonehenge gefunden hat.

Manche Menschen sind überzeugt davon, dass Besucher aus dem Weltall die Steinkreise geschaffen haben. Das ist jedoch eine mehr als abenteuerliche Theorie, für die es keine wissenschaftliche Bestätigung gibt. Wahrscheinlich wird man niemals erfahren, was wirklich in Stonehenge geschah. Die nächsten Generationen dürfen also weiterrätseln.

Im dritten Teil der Serie "Vergessene Weltwunder" erfährst du alles über die Osterinsel. Auf einer einsamen Insel mitten im Pazifik stehen rätselhafte, riesige Steinfiguren. Diese so genannten Moais wurden vor 600 Jahren aufgestellt. Aber warum bloß? - klicke einfach auf "Weiter".

letzte Aktualisierung: 27.08.2009

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