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Ausflug in andere Welten

Teil 3 von 6

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Kontakt aufnehmen zu anderen Kulturen, im Urlaub in eine andere Welt eintauchen und voneinander lernen - das macht das Leben spannend. Der Mensch ist ein ziemlich neugieriges Wesen. Es langweilt ihn, immer nur zu Hause zu hocken und jeden Tag das Gleiche zu erleben.

Mit Kreuzfahrtschiffen und Flugzeugen reisen wir heute in die ganze Welt. So lernen wir sehr fremde Kulturen kennen.

Natürlich kannst du auch zu Hause glücklich sein. Jeden Morgen zur selben Zeit aufstehen, frühstücken, in die Schule gehen, Mittag essen, in den Sportverein gehen, Computer spielen, zu Abend essen und schlafen gehen. Jeden Tag wieder. Alles geht seinen gewohnten Weg - fast automatisch.

In dieser bekannten Welt fühlst du dich sicher und wohl. Du weißt, wo du hingehörst, hast deine Familie und Freunde um dich. Und du brauchst dir keine Sorgen machen, dass plötzlich etwas völlig Unerwartetes passiert. Ist das nicht schön? Ja sicher, aber vielen Menschen wird es irgendwann langweilig.

Im Bikini in die Kirche

Sie wollen aus ihrem Alltag ausbrechen, weil ihnen irgendwann "die Decke auf den Kopf fällt". Zumindest einmal im Jahr brauchen sie Abwechslung. Das ist auch ein Grund, warum wir alle gerne in Urlaub fahren. Dort können wir nämlich mal in eine ganz andere Welt eintauchen und Dinge sehen, die uns verblüffen, beeindrucken, erschüttern oder amüsieren.

Manchmal tapsen einige Urlauber von einem Fettnäpfchen in das nächste, weil sie sich in der Kultur des Urlaubslandes nicht so schnell zurechtfinden. So gibt es Frauen und Männer, die im Bikini oder in Badehosen antike Kirchen besichtigen wollen.

Schön und anstrengend

Wir sehen, dass das Leben auch ganz anders ablaufen kann als wir es gewohnt sind. Vielleicht warst du überrascht, dass du dich mit den Menschen im Urlaubsland unterhalten konntest, obwohl deine Noten in Englisch, Französisch oder Spanisch nicht immer die besten sind. Doch mit Händen und Füßen hast du dich verständigen können - und vielleicht sogar ein paar neue Freunde gefunden. Auf jeden Fall gibt es viel zu erzählen. Die neuen Erfahrungen bereichern von nun an deinen Alltag. Jeder Ausflug in eine andere Welt verändert dich ein bisschen.

Am Ende einer Reise freust du dich meistens darauf, wieder nach Hause zurückkehren zu können. Das ist eigentlich nicht sehr überraschend. Denn in einer anderen Kultur, in die du im Urlaub eingetaucht bist, musst du immer aufpassen, nichts falsch zu machen. Du musst neue Freunde finden und neu lernen, wem du vertrauen kannst. All das Neue kann irgendwann auch zu viel werden. Es ist spannender, aber auch anstrengender als dein Leben daheim. Du fühlst dich in deiner Kultur am wohlsten - auch wenn du dich von Zeit zu Zeit nach etwas Abwechslung sehnst.

Ein Jahr lang in die Fremde

Die Wikinger waren gefürchtete Eroberer, aber auch geschätzte Handelspartner.

Urlaubsreisen sind natürlich nicht die einzige Möglichkeit, wie du mit anderen Kulturen in Berührung kommen kannst. Es gibt auch Schüleraustauschprogramme, mit denen du für ein paar Wochen - oder sogar für ein ganzes Schuljahr - ins Ausland gehen kannst.

Einige Jugendliche entschließen sich, nach der Schule als Au-Pair für ein ganzes Jahr in die USA oder nach Australien zu gehen. Da müssen sie sich dann in Familien um die Kinder kümmern - und lernen so nebenbei das Land und dessen Kultur kennen.

Viele Erwachsene haben über ihre Arbeit immer wieder mit Menschen im Ausland zu tun. In der modernen Welt ist es sogar wahrscheinlich, dass du später auch einmal mit Menschen aus anderen Ländern zusammenarbeiten wirst. Vielleicht verschlägt es dich sogar einmal für ein paar Jahre ins Ausland.

Immer unterwegs

Für einige Völker ist es sogar ganz normal, nicht immer an einem Ort zu leben. Man nennt sie Nomaden. Sie leben mit ihren Viehherden in Zelten, die sie immer wieder abbrechen, wenn das Weideland abgegrast ist. Dann packen sie all ihr Hab und Gut auf Pferde oder Kamele und ziehen weiter. Sie treiben aber auch Handel mit anderen Völkern.

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Zu diesen Nomadenkulturen gehören die Tuareg in Nordafrika, die Inuit Grönlands sowie die Turkmenen und Mongolen in Zentralasien. Weil sich ihre Kultur so sehr von der unseren unterscheidet, können wir uns kaum vorstellen, dass man überhaupt so leben kann. Für diese Völker ist die Nähe zur Natur sehr wichtig. Und sie könne sich genauso wenig vorstellen, so zu leben wie wir.

Krieg, Flucht und Vertreibung

Nicht alle Leute, die in ein anderes Land umziehen, tun das immer freiwillig. Vielen fällt es sehr schwer, die Heimat zu verlassen. In die unbekannte Fremde zu ziehen, oft ohne Familie und Freunde, ohne die Sicherheit der eigenen Kultur, das macht kein Mensch ohne Grund.

Doch in der Welt gibt es arme Länder, in denen die Einwohner täglich ums Überleben kämpfen müssen. Inseln wie Tuvalu drohen durch den steigenden Meeresspiegel zu versinken, in anderen Ländern fiel schon seit Jahren kein Tropfen Wasser vom Himmel.

Außerdem flüchten Menschen vor schrecklichen Kriegen. Oder sie werden von der eigenen Regierung verfolgt, weil sie offen ihre Meinung gesagt haben. Die meisten von ihnen flüchten nicht sehr weit. Sie stranden in oft ebenfalls sehr armen Nachbarländern und hoffen, möglichst bald wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können.

Die lange Reise in eine andere Welt

In überfüllten Booten versuchen viele Afrikaner, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Für etwa 500 Menschen endet die Reise jedes Jahr tödlich. (Quelle: Foto: Cap Anamur)

Einige Menschen aus Afrika oder Asien wollen sich bis nach Europa durchschlagen, weil sie dort auf ein besseres Leben hoffen. Sie haben es besonders schwer, da sich die Kultur in Europa sehr von dem Leben unterscheidet, das sie bisher kannten. Der Weg nach Europa ist lang und gefährlich, weil die reichen Länder eigentlich keine armen Einwanderer aus anderen Ländern wollen.

Hoffnungslosigkeit in der Heimat und die Aussicht auf ein besseres Leben trieb die Menschen immer schon dazu, ihre Heimat zu verlassen und in der Fremde ihr Glück zu suchen. So brachen nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus viele Europäer in die "Neue Welt" auf. Die meisten wollten dort als einfache Farmer oder Kuhhirten ein neues Leben aufbauen.

In ihren europäischen Heimatländern fühlten sie sich von ihrem König unterdrückt, andere verließen ihre Heimat, weil dort Hungersnöte herrschten. Diese Siedler gingen in der Neuen Welt jedoch oft ohne jede Rücksicht vor. Statt die Ureinwohner zu achten und deren Kultur zu respektieren, zwangen sie die Indianer, sich ihrer eigenen Lebensweise unterzuordnen. Die Indianer mussten nach und ihrer Heimat räumen und sich in Reservate zurückziehen. Dafür sorgten die Soldaten mit den modernen Schusswaffen, die die Siedler stets begleiteten.

Tausche Alkohol gegen Kartoffel

Als Christoph Kolumbus Amerika entdeckte, war er getrieben vom Forscherdrang. Doch er schaute auf die "Wilden" herab und brachte ihnen viel Leid.

Damit sind wir auch schon bei einer weiteren Art, mit anderen Kulturen Kontakt aufzunehmen: dem Krieg. Berühmte Eroberer wie die Wikinger, die Hunnen oder die Azteken eroberten mit ihren Soldaten ein Reich nach dem anderen. Ähnlich machten es nach der Entdeckung Amerikas die Eroberer aus Spanien, Großbritannien oder den Niederlanden. Später teilten die Europäer auch Afrika, Asien und Australien unter sich auf.

Sie waren auf Reichtümer wie Gold und Gewürze aus. Die Bewohner der eroberten Gebiete mussten anschließend einen Teil ihrer Ernte als Steuern an die neuen Herrscher abgeben. Dadurch wurden die europäischen Länder immer reicher und die Völker in den eroberten Regionen immer ärmer.

Die Verteilung von armen und reichen Ländern in der Welt ist noch heute eine Folge der europäischen Eroberungen und der Besatzungszeit, die auch als Kolonialzeit bekannt ist. Trotz der Kriege und der Unterdrückung fand ein Austausch der Kulturen statt. Dieser Austausch nutzte jedoch vor allem den Kolonialherren und schadete den Ureinwohnern. So "verdanken" die Indianer dem Weißen Mann den Alkohol. Und der Weiße Mann brachte im Gegenzug den Mais und die Kartoffel mit nach Europa. Heute ist die Kartoffel - ob nun als Brei, Reibekuchen, Krokette oder Pommes frites - aus Europas Küche nicht mehr wegzudenken.

letzte Aktualisierung: 15.08.2009

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