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"Fördern statt fordern" - Vorbild finnisches Schulsystem

Teil 2

Teil 2 von 3

von Britta Pawlak - 29.05.2007

Die Meinungen darüber, wie Schüler am besten lernen, gehen weit auseinander. Während zum Beispiel in den englischen Schulen stark auf Wettbewerb und Disziplin geachtet wird, lautet das Motto der Schulen in Finnland "Keiner darf zurückbleiben". Auch behinderte Kinder besuchen mit anderen zusammen dieselbe Schule. Das finnische Schulsystem hat Erfolg: Schon drei Mal landete Finnland bei der Pisa-Studie auf dem ersten Platz. Welches Schulsystem ist das beste?

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Die deutschen Schüler haben bei den Pisa-Studien bisher mäßig abgeschnitten. Das Schulsystem steht in Kritik: Individuelle Betreuung sowie Unterstützung ärmerer und ausländischer Kinder seien mangelhaft. (Quelle: Pixelio )

Bei den regelmäßigen Pisa-Studien untersucht man den Leistungsstand von 15-jährigen Schülern aus verschiedenen Ländern. Bei den ersten Pisa-Tests schnitten die deutschen Schüler recht mäßig ab. Die Reaktionen darauf waren heftige Diskussionen und Kritik zum deutschen Schulsystem.

Welches Schulsystem optimal ist und wie Kinder am besten lernen, ist umstritten. In den Schulen Englands zum Beispiel werden Konkurrenzdenken und Wettbewerb zwischen den Schülern noch viel mehr gestärkt. Damit sollen die jungen Menschen zu besseren Leistungen angetrieben und auf das spätere Berufsleben vorbereitet werden. Lernt es sich unter Druck aber wirklich besser? Oder sollte man mehr auf die Besonderheiten der einzelnen Kinder eingehen? Da gehen die Ansichten weit auseinander.

Welches Schulsystem ist das beste?

Welches ist das beste Schulsystem? Viele Kritiker bemängeln die Art der Benotung und das frühe Trennen der Kinder nach der Grundschule in Deutschland. (Quelle: Helles Köpfchen )

Sowohl das gängige Notensystem als auch die frühe Trennung der Kinder nach der Grundschule werden in Deutschland von vielen kritisiert. Einige fordern sogar, das Sitzenbleiben abzuschaffen. Vor allem die mangelnde Chancengleichheit ist an deutschen Schulen - aber auch in vielen anderen Ländern - problematisch. Weiterhin haben Schüler aus wohlhabenderen Familien, deren Eltern selbst einen guten Bildungsgrad haben, bessere Chancen als andere. Die Leistung ausländischer Kinder, die in ihrem Elternhaus nicht Deutsch sprechen, ist deutlich schlechter

Auch in Deutschland gibt es einige private Schulen und Gesamtschulen, in denen die Kinder bis zur 10. Klasse - also der Abschlussklasse zur Mittleren Reife - nur in Ausnahmefällen eine Stufe wiederholen. Bei Schwierigkeiten bekommen die Schüler persönliche Hilfestellungen. Die Klassen sind üblicherweise kleiner als im Durchschnitt. Um im Anschluss die gymnasiale Oberstufe zu besuchen, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt worden sein.

In den USA können die Schüler in der Sommerschule den Stoff nachlernen, bei dem ihre Leistungen mangelhaft waren. Wenn sie am Ende die Prüfungen bestehen, können auch sie die nächste Klassenstufe besuchen. Diese Kinder und Jugendlichen haben dann allerdings keine Ferien gehabt. Viele sind der Ansicht, dass auch diese Zeit für junge Menschen wichtig ist, um sich zu erholen und den Schulstress für eine Zeit hinter sich lassen zu können.

"Keiner darf zurückbleiben" - Vorbild Finnland

Finnland hat ein anderes Konzept. "Keiner darf zurückbleiben" lautet das Motto. Schüler werden viel mehr betreut. Auch behinderte Kinder können mit anderen die gleiche Schule besuchen. (Quelle: Pixelio )

In Finnland dagegen bleibt so gut wie kein Schüler sitzen. Und es findet auch keine frühe Trennung statt, wie wir sie nach der Grundschule kennen. Ebenso werden behinderte Kinder nicht abgesondert, sondern eingegliedert. Sie können mit den anderen gemeinsam auf dieselbe Schule gehen. Richtige Noten bekommen die finnischen Schüler erst ab der 7. Klassenstufe.

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"Keiner darf zurückbleiben", lautet das Motto der Schulen in Finnland. Bis zu neun Jahre bleiben die Kinder zusammen, bis diejenigen, die gute Noten haben, das weiterführende Gymnasium besuchen können. Das finnische System hat Erfolg: Kein Land konnte sich bei den Pisa-Studien so gut behaupten wie Finnland.

Das Besondere an den dortigen Schulen ist die individuelle Betreuung der einzelnen Schüler. Wer bei etwas Probleme hat, bekommt viele persönliche Hilfestellungen. Es gibt auch die Möglichkeit, im Anschluss an den regulären Unterricht spezielle Nachhilfe zu nehmen - einzeln oder auch in kleineren Gruppen. Bei uns sind die Klassen oft sehr groß, sodass die Lehrer nicht wirklich auf einzelne Schüler und ihre Talente oder Schwierigkeiten eingehen können. Dadurch haben auch Kinder aus ärmeren Familien bessere Chancen. In den meisten Ländern sind Schüler aus reichen, gebildeten Familien noch immer stark im Vorteil.

Wie lerne ich richtig?

Lernen in Gruppen kann sehr hilfreich sein. Man kann sich gegenseitig unterstützen und auf Fehler aufmerksam machen. (Quelle: stock.xchng )

Motivation ist wichtig - du solltest dich aber auf keinen Fall zu sehr unter Druck setzen lassen oder selbst unter Druck setzen. Wenn dein Zeugnis mal nicht so gut ausgefallen ist: Lass' dich nicht entmutigen, sondern setze dir klare Ziele für das nächste Schulhalbjahr. Das soll nicht heißen, dass du überall nur die besten Noten erreichen musst. Fast jeder hat seine Stärken und Schwächen - und nicht alle sind nun einmal ein "Mathe-Genie" oder ein "As" in Sprachen und im Texte-Schreiben.

Bis zu einem gewissen Grad kannst du dich dennoch in ein Gebiet einarbeiten, das nicht unbedingt zu deinen Lieblingsfächern gehört. Und mancher Stoff muss auch einfach in "Fleißarbeit" auswendig gelernt werden - so wie Vokabeln. Auch das richtige Lernen will geübt sein - und kann sogar Spaß machen. Wenn du dann kleine Erfolgserlebnisse hast, kannst du dich wiederum umso besser motivieren. Im zweiten Teil unseres Beitrags haben wir die wichtigsten Lern-Tipps für dich aufgelistet.

Klicke auf den Weiter-Pfeil rechts unten, um zum Teil "Lern-Tipps für die Schule" zu gelangen. Mit dem Zurück-Pfeil kommst du zum Artikel "Hilfe bei Schulstress und Prüfungsangst".

letzte Aktualisierung: 15.01.2010

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