Lexikon: DDR - Die Deutsche Demokratische Republik

von Britta Pawlak

Am 9. November fiel auf Druck der Bevölkerung die Berliner Mauer. Damit wurde der Zerfall der DDR eingeleitet. Bild: Menschenmengen jubeln am Brandenburger Tor (Quelle: Wikipedia)

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland von den alliierten Siegermächten besetzt. Die USA, die Sowjetunion (kurz UdSSR), Großbritannien und Frankreich bemühten sich zunächst um eine gemeinsame Politik: Man entwaffnete Deutschland und verurteilte die Hauptverbrecher der Nazi-Herrschaft. Berlin wurde unter den Siegermächten in vier "Sektoren" aufgeteilt. Uneinig war man sich schließlich über die zukünftige Staatsform des Landes: Die Vorstellungen der sozialistischen Sowjetunion und der westlichen Länder gingen auseinander.

Nach mehrjähriger Besatzungszeit wurde Deutschland in "West" und "Ost" aufgeteilt. Im Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland und fünf Monate später die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegründet. Die Trennung des Landes war mit der Verfassung der DDR am 7. Oktober 1949 endgültig vollzogen. Zur DDR gehörten die heutigen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Während in Westdeutschland nach den Schrecken der Nazi-Diktatur eine Demokratie aufgebaut wurde, war der Osten sowjetische Besatzungszone. Dort wurde die DDR mehr und mehr dem Vorbild eines kommunistischen Staates angeglichen. Die UdSSR war 1922 gegründet worden und stand unter der Führung Russlands. 14 asiatische und europäische Länder gehörten zum sowjetischen Reich, das kommunistisch geführt wurde.

Der Sozialismus strebt eine "ideale Gesellschaft" an - sie ist das kommunistische Endziel (Sozialismus gilt somit als Vorstufe des Kommunismus). Der Grundgedanke dieser Gesellschaftsform ist Gemeinschaft und Gleichheit - es soll keine Unterscheidung in "Arm" und "Reich" geben, und Privateigentümer werden größtenteils dem Staat übergeben. In den sozialistisch geführten Staaten, die unter der Herrschaft der Sowjetunion standen, wurde aber sehr viel Macht und Zwang auf die Bürger ausgeübt.

So überwachte und bespitzelte die DDR-Politik das Volk, um es unter ihrer Kontrolle zu halten und "Staatsfeinde" auszuschalten. Durch den Geheimdienst der Stasi ("Staatssicherheit") wurden viele Menschen abgehört, festgenommen und auch gefoltert. DDR-Bürger wurden immer wieder dazu angehalten oder sogar genötigt, geheime Informationen an die Stasi weiterzugeben und "auffällige" oder nicht staatstreue Mitmenschen anzuschwärzen. Die Menschen hatten nicht - wie in einer Demokratie - die Möglichkeit, politisch mitzuentscheiden. Es gab keine freien Wahlen und nur eine herrschende Partei im Land. Die DDR stand von Beginn an unter der Führung der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands). Daneben gab es noch vier Blockparteien, die mit der SED zusammen arbeiteten: die Christlich-Demokratische Union, die Liberaldemokratische Partei, die Nationaldemokratische Partei und die Demokratische Bauernpartei.

Die Menschen in der DDR durften nur bestimmte Radio- und Fernsehsender empfangen, nur bestimmte Zeitungen und Bücher lesen, und über die Medien wurde Volkspropaganda betrieben - es wurde also eine sehr einseitige, unkritische Berichterstattung geführt, in der die kommunistische Politik und die Regierung nur positiv dargestellt wurden. Die westlichen Länder galten hingegen als Feindbild, gegen sie wurde massiv gehetzt. Aufstände von Bürgern in den von der Sowjetunion dominierten Ländern, die sich gegen die Zwangsherrschaft auflehnten und mehr Freiheit einforderten, wurden immer wieder niedergeschlagen - am 17. Juni 1953 walzten sowjetische Panzer einen Volksaufstand in der DDR blutig nieder.

Immer mehr Menschen wollten die DDR verlassen, um ein neues Leben im Westen zu beginnen - doch eine "Republikflucht" war verboten und wurde vom Staat hart bestraft. Am 13. August 1961 zog man mitten durch Berlin eine Mauer und bildete somit eine Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten, die von Soldaten streng bewacht wurde. Bei dem Versuch, die von der DDR als "anti-faschistischen Schutzwall" bezeichnete Grenze zu überwinden, wurden Hunderte von Menschen erschossen. Insgesamt wurden mehr als Tausend Bürger auf der Flucht aus der DDR getötet.

Der von 1985 bis 1991 amtierende sowjetische Generalsekretär Michail Gorbatschow änderte den politischen Kurs der UdSSR. Die so genannte "Perestroika" (russisch: "Umgestaltung") bezeichnet seinen Wechsel zu mehr Freiheit und weniger Zentralsteuerung. Die neue Freiheit führte in den Ländern Osteuropas Ende der 1980er Jahre zu immer größeren Volksbewegungen: Die Bürger begannen, sich zunehmend gegen die lange währende kommunistische Herrschaft aufzulehnen und es kam zu einer friedlichen Revolution. In der DDR fanden schließlich regelmäßig "Montagsdemonstrationen" in Leipzig und anderen Städten statt. Am 9. November 1989 wurde die Berliner Mauer geöffnet. Millionen von Menschen feierten diesen Schicksalstag, mit dem das Ende der DDR besiegelt sein sollte. Nach dem Einigungsvertrag der deutschen Staaten mit den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges trat die DDR am 3. Oktober 1990 offiziell der BRD bei. Die Berliner Mauer wurde größtenteils abgerissen. Einige Überreste erinnern uns auch heute noch an die einstige Teilung Deutschlands.

letzte Aktualisierung: 20.12.2011

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