Lexikon: Agenda 21

von Lars Borgschulze

Mithilfe der Agenda 21 sollen Umweltschutz und Nachhaltigkeit ins Zentrum der Öffentlichkeit rücken, wie zum Beispiel der Schutz der Waldflächen der Erde. (Quelle: Wikimedia Commons, Dirk van der Made, CC BY-SA 3.0)

Die Agenda 21 ist ein von den Vereinten Nationen (UN) im Jahre 1992 auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro beschlossenes Programm, das sich mit nachhaltiger Entwicklung beschäftigt. Nachhaltigkeit bedeutet, dass man in all seinem Tun und in allen Vorhaben nicht nur an die Gegenwart, sondern auch an die Auswirkungen auf die Zukunft denkt, damit spätere Generationen in einer lebenswerten Welt leben können. Dies schließt sowohl große politische Entschlüsse ein, als auch Maßnahmen im alltäglichen Leben eines jeden Menschen. An der Agenda 21 haben insgesamt 179 Staaten der Erde mitgearbeitet. Das Wort "Agenda" kommt dabei aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie "Das, was getan werden muss".

In der Agenda 21 wurden Handlungsweisen formuliert, die man befolgen soll, damit man die Verschlechterung der Umweltsituation vermindern und eine gewissenhaftere Nutzung der Ressourcen der Welt (wie zum Beispiel Erdöl, Holz und Wasser) sicherstellen kann. Dafür wurde die Agenda 21 in insgesamt vier Bereiche eingeteilt. Die erste Kategorie beschäftigt sich mit den sozialen und wirtschaftlichen Aspekten. Dazu zählen wichtige Punkte wie die Bekämpfung der Armut, die Verbesserung der gesundheitlichen Situation und die Fragestellung, wie man in Siedlungen nachhaltig und umweltfreundlich bauen kann. Im zweiten Bereich der Agenda geht es um die sinnvolle Nutzung und die Erhaltung der Ressourcen. Wichtige Punkte sind in dieser Kategorie der Schutz der Waldflächen der Erde und der Schutz der Weltmeere, nachhaltige Landwirtschaft und ebenso die umweltfreundliche Entsorgung von Müll.

In der dritten Kategorie werden gesellschaftliche Themen behandelt. Dazu gehören die Förderung von Kindern und Jugendlichen im aktiven Umweltschutz, der Respekt vor und Schutz von eingeborenen Völkern und die Stärkung der Rollen von Kommunen (Gemeinden) und Gewerkschaften. Im vierten und letzten Bereich der Agenda 21 geht es um die Umsetzungsmöglichkeiten der Handlungsvorgaben in der Praxis. Dabei rücken vor allem die Themen Finanzierung, Wissenschaft, Technologie und die Förderung des öffentlichen Bewusstseins für Umweltthemen und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt.

Die Agenda 21 erkennt aber an, dass die Umsetzung all dieser Vorhaben nur funktioniert, wenn jede einzelne Regierung in ihrem eigenen Land auf nationaler Ebene die Planungen vorantreibt. So soll jeder Staat eigene Strategien und Umweltpläne erarbeiten. Dennoch ist es auch von äußerster Wichtigkeit, dass die Staaten untereinander gemeinsam zusammenarbeiten. Diese Zusammenarbeit wird von unterschiedlichen Institutionen, wie zum Beispiel den Vereinten Nationen, organisiert. Besondere Unterstützung sollen bei der Umsetzung der Agenda vor allem auch die armen "Entwicklungsländer" erhalten. Bisher ist der Stellenwert von Umweltschutz und Nachhaltigkeit jedoch relativ gering, denn wirtschaftliche Interessen werden von den Staaten und auch vielen Organisationen und Institutionen immer wieder höher gewichtet. Nicht nur die Regierungen und (zwischen-)staatliche Organisationen sind aufgerufen: Auch andere Einrichtungen können eigene Strategien entwickeln und sich an der Agenda 21 beteiligen. Dazu zählen vor allem auch die Verwaltungen der einzelnen Kommunen und Gemeinden, die die so genannte "Lokale Agenda 21" zusammen mit den Bürgern umsetzen sollen. Aus diesem Grund ist es für den Erfolg der Agenda entscheidend, dass man die Bevölkerung informiert und ihnen die Wichtigkeit der Nachhaltigkeit bewusst macht.

Mittlerweile wurde die Lokale Agenda 21 in Deutschland in über 2.600 Kommunen eingeführt und sie wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Um die Menschen noch weiter über das Thema zu informieren, wurde ebenfalls die bundesweite Servicestelle Lokale Agenda 21 eingeführt. Zudem wurde im Jahre 2001 von der damaligen Regierung ein Nachhaltigkeitsrat eingerichtet, der sich mit den Möglichkeiten der Umsetzung der Punkte der Agenda beschäftigt und das Thema in das Zentrum des öffentlichen Interesses rücken soll.

Zehn Jahre nach der Konferenz in der Rio de Janeiro wurden im Jahre 2002 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg in Südafrika die ersten Ergebnisse der Lokalen Agenda 21 präsentiert. Es zeigte sich, dass bisher keine großen Erfolge erzielt werden konnten. Es ist entscheidend, die Agenda noch weiter öffentlich zu machen und das Interesse der Menschen für die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu lenken, damit sie selbst anfangen, Maßnahmen zu entwickeln, umzudenken und zu handeln.

letzte Aktualisierung: 07.07.2015

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