Atombombe: Zerstörer der Welten

Explosion der ersten Kernwaffe am 16. Juli 1945

Der 16. Juli 1945 war ein Tag, der die Welt veränderten sollte. An jenem Montag zündeten die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) unter dem Codenamen "Trinity" (Dreifaltigkeit) ihre erste Atombombe auf einem Versuchsgelände in New Mexico.

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Feuerball 0,025 Sekunden nach Atomexplosion (Trinity-Test), 1945

Atombomben sind die schrecklichsten und zerstörerischsten Waffen, die jemals gebaut worden sind. Sie gewinnen ihre Explosions-Energie durch Kernspaltung oder Kernfusion und heißen deshalb auch Kern- oder Nuklearwaffen. Damit stehen sie im Gegensatz zu herkömmlichen (konventionellen) Bomben, die ihre Sprengkraft durch chemische Reaktionen erhalten.

Während des Zweiten Weltkrieges arbeiteten us-amerikanische Wissenschaftler mit Hochdruck an der Atombombe. Sie hatten das Ziel, die alles zerstörende "Wunderwaffe" vor Nazi-Deutschland und vor der Sowjetunion zu besitzen.

Voraussetzungen für die Entwicklung der Atombombe war, dass die französischen Physiker Pierre und Marie Curie Röntgenstrahlung und Radioaktivität entdeckt haben. Auch Albert Einsteins Relativitätstheorie trug in entscheidendem Maße dazu bei, dass Otto Hahn im Jahr 1938 erstmals einen Atomkern spalten konnte.

Ein Kriegsgegner für die Atombombe

Otto Hahn mit der Physikerin Lise Meitner im Labor. Mit ihr arbeitete er an der Entdeckung der Kernspaltung.

Obwohl Albert Einstein - wie du in unserer Einstein-Serie nachlesen kannst - ein großer Freund des Friedens war, setzte er sich zunächst dafür ein, dass die USA Atombomben entwickeln. Er forderte US-Präsidenten Franklin Delano Roosevelt auf, sein Atomwaffenprogramm voranzutreiben.

Der Grund: Er fürchtete, dass die Nazis ebenfalls versuchen, Kernwaffen zu entwickeln. Und er wollte sich nicht vorstellen was passiert, wenn ein verrückter Massenmörder wie Adolf Hitler zuerst über eine solch schreckliche Waffe verfügt.

Tatsächlich rief US-Präsident Roosevelt 1941 das Manhattan-Projekt ins Leben, in dem Wissenschaftler wie Einstein und Robert Oppenheimer die Atombombe bauten. 1943 übernahm Oppenheimer die Leitung des Projekts und verlagerte die Entwicklung der Bombe nach Los Adamos in die Wüste von New Mexico.

Als sich die Welt veränderte

Albert Einstein mit Robert Oppenheimer

Zwei Jahre später war die Atombombe fertig. Noch hatte niemand eine Ahnung davon, welche Sprengkraft die Waffe haben würde. Darum legte Oppenheimer fest, dass die Atombombe am 16. Juli 1945 getestet wird. Am besagten Montag beobachtete Oppenheimer in der Wüste von New Mexico die erste Explosion seiner Bombe aus sicherer Entfernung.

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Die Legende erzählt, dass Robert Oppenheimer während der "Trinity"-Explosion gesagt haben soll: „Ich bin zum Tod geworden, zum Zerstörer der Welten." Als er später einmal über das Ereignis befragt wurde, sagte er: "Wir wussten, dass die Welt danach nicht mehr dieselbe sein würde."

Viele Menschen mussten qualvoll sterben

Die Atombombe "Little Boy" kurz vor dem Abflug nach Hiroshima. (Quelle: Wikipedia )

Knapp drei Wochen nach der ersten Versuchsexplosion begann der Atomkrieg. Die Zahl der Menschen, die durch die Bombe „Little Boy“ (Kleiner Junge) am 6. August 1945 in Hiroshima getötet wurden, ist auch heute noch umstritten. Sicher ist, dass es weit über 150.000 waren.

Noch viele Jahrzehnte nach dem Bombenabwurf starben Menschen an der radioaktiven Strahlung. Und sogar noch heute kommen in Hiroshima viel mehr behinderte Kinder auf die Welt als anderswo. Drei Tage nach dem ersten Atombomben-Abwurf löschte die US-Luftwaffe am 9. August 1945 die japanische Hafenstadt Nagasaki mit einer weiteren Kernwaffe aus. Kurz darauf war der Zweite Weltkrieg beendet.

Die Reue der Wissenschaftler

Albert Einstein sagte später: "Ich habe den großen Fehler meines Lebens begangen, als ich den Brief an Präsident Roosevelt unterschrieb, der Atombomben zu machen empfahl. Aber es gab eine gewisse Rechtfertigung - die Gefahr, dass die Deutschen sie machen." Einstein setzte sich den Rest seines Lebens dafür ein, dass die Kernenergie ausschließlich friedlich, zur Stromerzeugung, genutzt wird.

Auch Robert Oppenheimer überkamen später große Schuldgefühle. Er setzte sich in den folgenden Jahren für eine scharfe Rüstungskontrolle ein. Wenn es diese schreckliche Waffe schon gab, dann sollte sie wenigstens nicht in zu viele Hände gelangen. Denn je mehr Menschen und Länder sie besitzen, desto größer ist die Gefahr, dass sie auch eingesetzt wird. Doch trotz der strengen Rüstungskontrollen sind immer mehr Länder in den Besitz der Atomwaffe gelangt. Zuletzt meldete der Diktator von Nord-Korea, Kim Jong Il, im Februar dieses Jahres: "Auch wir haben jetzt die Bombe."

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letzte Aktualisierung: 17.02.2010

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