Bergkänguru

Das Känguru, das Steine leckt

Teil 2 von 73

von Kai Hirschmann

Das Wallaroo lebt in den Bergen und Halbwüsten Australiens. Es hat sich an die lebensfeindliche Umgebung perfekt angepasst. Es braucht kaum Wasser und spart Kraft, wo es kann.

Das Bergkänguru hat wachsam die Ohren aufgestellt: droht etwa Gefahr? (Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

Kängurus sind sicher die bekanntesten Tiere Australiens. Es gibt drei Arten "echter Kängurus": Riesenkängurus, kleine Wallabies und dazwischen die mittelgroßen Bergkängurus. Sie werden in Australien Wallaroos genannt, wenn sie in Wüstenregionen leben Euro. Dabei handelt es sich um dieselben Tiere.

Bergkängurus bewohnen die trockenen Gebiete Australiens. Auch wenn sie keine ausgesprochenen Kletterspezialisten sind, halten sie sich am liebsten in gebirgigem Gelände auf. Denn dort finden sie tagsüber genügend Höhlen, Felsüberhänge oder Felsspalten, in denen sie sich vor der brennenden Hitze verstecken können. So verbringen sie den Tag mit Dösen. So sparen Bergkängurus genauso gut Wasser und Energie wie Kamele. Sie verbrauchen am Tag nur zwei bis vier Prozent ihres Körpergewichtes.

In der heißen Mittagssonne döst das Wallaroo im Schatten vor sich hin. (Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

Das Känguru, das Steine leckt

Am späten Nachmittag kommen die Bergkängurus dann hervor, um im Tal dürres Gras und Blätter zu fressen. Wie alle Kängurus sind sie reine Vegetarier. Bergkängurus brauchen kaum Wasser zum Trinken. Im Sommer reichen ihnen zur Not auch Gräser und Blätter als Futter und Flüssigkeitsspender.

Manchmal kannst du Bergkängurus beobachten, wie sie an Steinen lecken. Das ist für die Beuteltiere überlebenswichtig, denn aus mineralstoffreichen Steinen lösen beim Lecken Spurenelemente heraus.

Ein Einzelgänger, der an seiner Heimat hängt

Wie die meisten Kängurus haben auch Bergkängurus sehr kraftvolle, lange Hinterbeine. Die Sehnen der Hinterbeine dienen ihnen als "Sprungfedern". Mit dem kräftigen Schwanz halten sie beim Springen das Gleichgewicht. Diese Art sich fortzubewegen, ist sehr energiesparend.

Das ganze Leben eines Bergkängurus spielt sich normalerweise in einem ziemlich kleinen Gebiet ab. Wallaroos sind Einzelgänger und entfernen sich selten weiter als zwei bis drei Kilometer von ihrem heimatlichen Höhenzug.

Bergkängurus werden bis zu 1,40 Meter lang, dazu kommt noch mal ein bis zu 90 Zentimeter langer Schwanz. Sie wiegen dann bis zu 47 Kilogramm, wobei die Männchen doppelt so schwer werden können wie die Weibchen.

So eine saftige, grüne Wiese ist ein traumhafter Weidegrund für Bergkängurus. Doch sie kommen auch mit viel weniger Futter aus. (Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

Baby aus dem Beutel

Wenn Kängurus Babys bekommen, dann läuft das anders als bei den meisten Säugetieren. Nach rund 32 Tagen Tragzeit kommt ein einziges Jungtier zur Welt. Wenn es geboren wird, ist es noch miniklein, wiegt gerade mal 0,75 Gramm und ist völlig nackt. Es ist zwar auf der Welt, aber noch lange nicht fertig entwickelt - ein Embryo.

Sobald es geboren wurde schnüffelt es sich mit seiner Nase zur Zitze seiner Mutter, saugt sich fest und lässt diese für die nächste Zeit nicht mehr los. Das kleine Känguru lebt die nächsten acht bis neun Monate im geöffneten Hautbeutel am Bauch seiner Mutter. Erst wenn es groß genug ist, um aus dem Beutel zu kriechen, lässt das Babykänguru die Zitze seiner Mutter los.

Bei australischen Farmern sind Kängurus nicht sehr beliebt. Sie glauben, die Beuteltiere würden ihren Schafen das Futter wegfressen. (Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

...und das nächste wartet schon

Nun springt das kleine Känguru neben seiner Mutter her und lernt die Welt kennen. Es kann sich für die nächsten acht Monate noch an einer der restlichen Zitzen außerhalb des Beutels ernähren. Es gibt aber kein Zurück in den Beutel. Die Zitzen außerhalb des Beutels geben übrigens anders zusammengesetzte Milch als die im Beutel.

Bereits wenige Tage nach der Geburt kann das Weibchen dann wieder trächtig werden. Das befruchtete Ei wartet dann aber so lange in der Gebärmutter, bis sein großes Geschwisterchen den Beutel verlassen hat - oft mehrere Monate lang. Erst dann wird es geboren. Das nennen Biologen eine "verzögerte Geburt".

letzte Aktualisierung: 17.02.2010

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