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Brüllaffe

Laute Schreie aus dem Dickicht

Teil 4 von 73

von Kai Hirschmann

Wer schreit denn da so herzzereißend? Ist etwa ein Kind in Gefahr? Nein, ein Brüllaffe macht sich gerade lautstark bemerkbar. Seine Rufe könntest du sogar im dichten Regenwald noch aus über drei Kilometern Entfernung hören.

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(Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

Rote Brüllaffen gehören zu den lautesten Tieren der Welt. Sie leben im dichten Urwald des Amazonasbeckens in Südamerika. Mit ihrem Geschrei wollen die Männchen ihr Revier markieren. Andere Affenhorden sollen wissen, dass sie dem Trupp besser nicht bei der Futtersuche über den weg laufen sollten.

Schon früh am Morgen, wenn die Sonne gerade erst aufgegangen ist, fängt das stärkste Männchen der Horde an zu brüllen. Die anderen sechs bis acht Affen der Horde fallen dann mit ein - und die Nachtruhe im Regenwald ist beendet.

Greifschwänze mit "Fingerabdrücken"

Brüllaffen sind die größten Affen der "Neuen Welt". Sie werden bis zu 70 Zentimeter lang, dazu kommt der genauso langer Greifschwanz. Weibchen wiegen bis zu fünf, Männchen sogar bis zu neun Kilogramm.

Der Greifschwanz ist für Brüllaffen sehr wichtig. Er dient als Sicherung beim Klettern in den hohen Bäumen. Damit der Affe gut Halt findet, ist der Schwanz an der Unterseite nicht behaart. Stattdessen ist dort eine Leistenhaut wie bei den menschlichen Fingern. Man könnte also am Schwanz eines Brüllaffen einen unverwechselbaren Fingerabdruck nehmen.

Brüllaffen hängen manchmal am Schwanz in den Bäumen und angeln mit Händen und Füßen allerlei Blätter und Früchte von den umliegenden Bäumen. Denn sie sind strenge Vegetarier. Bei der Futtersuche hangeln die Brüllaffen von Ast zu Ast. Sie sind sehr geschickte, aber gemächliche Kletterer. Verwegene Sprünge von einem Urwaldriesen zum nächsten wagen sie nur ganz selten. Da ist ihnen das Risiko zu groß, dass sie abstürzen.

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Nur das stärkste Männchen darf sich fortpflanzen

(Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

Brüllaffen leben in Horden von sechs bis zwanzig Tieren zusammen. Dabei gehören immer mehr Weibchen als Männchen zu einer Horde. Das stärkste Männchen ist der Anführer. Es muss sich immer wieder in Kämpfen gegen seine Rivalen behaupten.

Die Affenhorde ist kein fester Familienverbund. Junge Männchen verlassen irgendwann ihre Horde, um in einer anderen Gemeinschaft ihr Glück zu versuchen. Mit lautem Gebrüll fragen sie dann an, ob sie zur Gruppe stoßen dürfen. So herrscht immer ein Kommen und Gehen.

Wenn der Anführer einer Horde wechselt, dann kommt es immer wieder vor, dass er alle Jungtiere tötet. Das klingt grausam, doch in der Natur gibt es so etwas immer wieder. So werden nur die stärksten und besten Erbanlagen weitergegeben.

Affen in Gefahr

(Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

Brüllaffen können über zwanzig Jahre alt werden. Allerdings haben sie in ihrer Heimat viele Feinde. Sie müssen sich vor Raubkatzen und Greifvögeln in acht nehmen. Auch Menschen machen wegen ihrem Fleisch Jagd auf die Affen. Das laute Gebrüll der Affen führt die Jäger direkt zum Ziel.

Doch die größte Gefahr für die Brüllaffen ist die Abholzung des Regenwaldes. Die Menschen roden immer mehr Bäume, um aus ihnen Papier oder Möbel herzustellen. Auch für Straßen und neue Dörfer werden immer mehr Urwaldriesen gefällt. So verlieren die Tiere ihren Lebensraum.

letzte Aktualisierung: 01.11.2009

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Teil 4 von 73

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