Rote Speikobra

Vorsicht Giftspritze!

Teil 51 von 73

Die Rote Speikobra kann ihr Gift über zwei Meter genau in die Augen eines Angreifers spucken. So schlägt sie ihre Feinde in die Flucht. Das Gift lässt auch Menschen sofort erblinden.

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Wenn eine Rote Speikobra sich aufrichtet, dann fühlt sie sich bedroht. (Quelle: Dr. Guido Westhoff (Universität Bonn))

Die Rote Speikobra wird bis zu 1,50 Meter lang und lebt in Südostafrika. Sie ist eine eher scheue und friedliche Schlange, die sich tagsüber im Schatten versteckt und erst gegen Abend aktiv wird. Dann jagt sie bis in die Nacht hinein in Palmenhainen kleine Beutetiere wie Kröten, Echsen, Vögel, kleine Nagetiere und andere Schlangen.

Blitzschnell überrascht die Kobra ihre Beute - und beißt mit ihren Giftzähnen zu. Das starke Nervengift der Speikobra führt bei den Opfern zur Lähmung des Atemzentrums und schließlich zum Herzstillstand. Es ist auch für uns gefährlich - mehrere tausend Menschen sterben jährlich am Biss einer Kobra. Kein Wunder, denn die Speikobras sind in ihrer Heimat weit verbreitet und kriechen auf der Suche nach Schatten auch schon mal bis in die Städte und Häuser der Menschen.

Normalerweise schlängeln sich Rote Speikobras durch ihre karge Heimat und flüchten vor größeren Tieren. (Quelle: Zoo Frankfurt)

Meister im Zielspucken

Wenn eine Speikobra Gefahr wittert, flüchtet sie sofort. Denn sie ist eigentlich nicht aggressiv. Doch wenn sie keinen Ausweg mehr sieht, geht sie zum Angriff über. Wie jede Kobra warnt sie zuerst ihre Feinde, indem sie sich aufstellt und ihr Nackenschild ausbreitet. So wirkt sie für ihre Feinde größer. Außerdem beginnt sie laut zu zischen. Einige Sekunden steht sie so da und beginnt dabei zu zielen. Spätestens jetzt sollte man sich schnell zurückziehen.

Doch wenn ein Zebra oder Büffel sich der kleinen Schlange nähert, dann zeigt die Drohgebärde oft keine Wirkung. Um nicht zertrampelt zu werden, spuckt sie ihrem übermächtigen Gegner Gift entgegen. Ihr Kopf zuckt blitzartig nach vorne und vollführt dabei, kaum sichtbar, sehr schnelle Kreisbewegungen. So wird das Gift in einer zwanzigstel Sekunde perfekt auf dem Ziel verteilt. Die rote Speikobra trifft auf diese Weise bei jedem Spucken mindestens ein Auge des Gegners.

Hier schlüpft eine kleine Speikobra gerade aus ihrem Ei. Doch Voricht! Auch sie kann sich schon verteidigen. (Quelle: Dr. Guido Westhoff (Universität Bonn))

Das Gift brennt bei jeidem noch so großen Gegner ganz schlimm im Auge - und er ergreift die Flucht. Auch wenn das Gift auf diese Weise nicht tödlich ist - nach der Begegnung mit der Speikobra erblindet das Auge, wenn es nicht sofort mit Wasser ausgewaschen wird.

Kobras legen, wie fast alle Schlangen, Eier. Aus acht bis zwanzig Eiern schlüpfen dann Babyschlangen. Die sehen zwar noch ziemlich niedlich aus, sind aber schon sehr giftig. Und sie können bereits ihr Gift spucken, während sie noch aus dem Ei schlüpfen.

letzte Aktualisierung: 19.01.2010

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