Wahlen in Bayern und Hessen 2018 - wie geht es weiter?

von Britta Pawlak - 30.10.2018

Im Oktober 2018 standen Wahlen in zwei deutschen Bundesländern an: In Bayern wählten die Bürger am 14. Oktober ihren neuen Landtag, die Hessen gingen am 28. Oktober wählen. Sowohl in Bayern als auch in Hessen mussten die beiden "großen Parteien" - die CDU/ CSU sowie die SPD - herbe Verluste hinnehmen. Als "Gewinner" der Wahl gelten die Grünen und die AfD, da sie im Vergleich zur vorherigen Wahl deutlich an Wählerstimmen gewonnen haben. Was sind die Ergebnisse der Landtagswahlen und wie geht es nun weiter?

Die Wahlen in Bayern und Hessen sind eine große Schlappe für die beiden "großen Parteien" CDU/CSU und SPD, die momentan gemeinsam auf Bundesebene regieren. Links: CDU-Chefin Angela Merkel, rechts: SPD-Chefin Andrea Nahles
Bild links: Berkeley Lab (CC BY-NC-ND 2.0), Bild rechts: Sandro Halank, Wikimedia Commons (CC-BY-SA 3.0)

Es gibt Ähnlichkeiten bei den Ergebnissen der Landtagswahlen in Bayern und Hessen, die beide im Oktober 2018 stattfanden: Zwar bleibt die CDU/CSU jeweils stärkste Kraft, verliert aber im Vergleich zu den vorherigen Wahlen deutlich an Stimmen. Auch die SPD muss in beiden Bundesländern viele Stimmen einbüßen, während sich sowohl die Grünen als auch die AfD über einen deutlichen Zuwachs an Wählerstimmen freuen können. Die AfD ist nun erstmals sowohl im Landtag in Bayern als auch in Hessen vertreten.

Bei den beiden "großen Volksparteien" in Deutschland - der CDU/CSU und der SPD - herrschten nach den Wahlen Ratlosigkeit und Krisenstimmung. Nicht zuletzt die vielen Auseinandersetzungen innerhalb der beiden "großen Parteien" der großen Koalition - der CDU/CSU und der SPD - werden für das schlechte Abschneiden beider Parteien verantwortlich gemacht. Vor allem Themen wie die Debatte um Flüchtlinge nach Deutschland haben für viele Konflikte gesorgt und die Wähler sowie selbst Politiker innerhalb der Parteien gespalten.

Die CDU hat bereits Konsequenzen angekündigt und Parteichefin Angela Merkel hat verkündet, dass dies ihre letzte Amtszeit als Bundeskanzlerin ist und sie den Weg in der Partei für andere Politiker frei machen will. Sie hat auch vor, ihren Parteivorsitz abzugeben, den sie seit 2005 innehat. Als mögliche Nachfolger sind Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn, der derzeitige Gesundheitsminister, im Gespräch.

Die Ergebnisse der Wahl in Bayern:

CSU-Chef Horst Seehofer und seine Partei erzielten bei der Wahl in Bayern eines der schlechtesten Ergebnisse der CSU überhaupt.
J. Patrick Fischer, Creative Commons (CC BY 3.0)

Die CSU, die bayerische "Schwesterpartei" der CDU, erhielt mit 37,2 Prozent zwar die meisten Stimmen, erzielte aber dennoch eine ihrer schlechtesten Wahlergebnisse in Bayern überhaupt - im Vergleich zur vorherigen Landtagswahl in Bayern verlor sie 10,5 Prozent der Wählerstimmen. Sie kann nun nicht alleine die Regierung stellen, da sie weniger als die Hälfte aller Stimmen erhalten hat. Ähnlich viele Stimmen verlor die SPD bei diesen Wahlen und ist mit 9,7 Prozent nur noch fünfstärkste Partei im Landtag. Seit dem 2. November 2018 steht fest, dass die CSU künftig gemeinsam in einem Bündnis mit den Freien Wählern regieren wird, die mit zusammen 112 Sitzen eine Mehrheit im Landtag erreichen.

Die Grünen stellen mit 17,6 Prozent der Stimmen die zweitstärkste Kraft und haben damit 9 Prozent mehr Wählerstimmen erhalten, als bei der letzten Wahl in Bayern. Freuen kann sich auch die AfD ("Alternative für Deutschland"), die zum ersten Mal in den Bayerischen Landtag einzeihen darf und mit 10,2 Prozent der Stimmen viertstärkste Partei ist - hinter den Freien Wählern (FW), die 11,6 Prozent erhielten. Leicht hinzugewinnen konnten auch die FDP und die Linke - während die FDP es mit 5,1 Prozent der Wählerstimmen knapp in den Landtag schaffen, scheitert die Linke jedoch an der 5-Prozent-Hürde. Ebenso die Stimmen der Bayernpartei (BP) sowie der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) reichten für einen Einzug in den Landtag nicht aus.

Die Ergebnisse der Wahl in Hessen:

Spitzenkandidatin der Grünen in Hessen, Priska Hinz (Foto), und ihre Partei können sich über einen deutlichen Zuwachs an Stimmen freuen.
Stephan Röhl (CC BY-SA 2.0)

Bei der Landtagswahl in Hessen zeigen sich Ähnlichkeiten zur Wahl in Bayern: Die CDU, erhielt mit 27,0 Prozent die meisten Stimmen, verlor aber im Vergleich zur vorherigen Landtagswahl ganze 11,3 Prozent der Wählerstimmen. Genau wie in Bayern verlor die SPD auch in Hessen 10,9 Prozent der Stimmen und ist mit 19,8 Prozent gleichauf mit den Grünen. Momentan regieren in Hessen die CDU und die Grünen in einem gemeinsamen Bündnis - so wie es aussieht, wird dieses Regierungsbündnis auch in Zukunft fortgeführt.

Wie in Bayern hat die AfD auch in Hessen erstmals den Einzug in den Landtag geschafft und erhielt mit 13,1 Prozent das viertbeste Ergebnis aller Parteien. Die FDP gewann im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl in Hessen 2,5 Prozent und kam auf 7,5 Prozent der Wählerstimmen, die Linke gewann mit 1,1 Prozent leicht hinzu und bleibt mit einem Ergebnis von 6,3 Prozent im hessischen Landtag vertreten. Die Freien Wähler (FW) scheiterten in Hessen an der 5-Prozent-Hürde.

letzte Aktualisierung: 02.11.2018

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