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Die hängenden Gärten der Semiramis in Babylon

Teil 5 von 8

Der erste große botanische Garten der Menschheitsgeschichte entstand mitten in der Wüste des heutigen Irak, in der sagenumwobenen Stadt Babylon. Es war ein Wunder, dass diese prachtvolle, grüne Terrassenlandschaft in der kargen Gegend entstehen konnte - ein Weltwunder sogar.
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Die hängenden Gärten des Semiramis (Quelle: Liebig-Sammelbild, 1895)

Der babylonische König Nebukadnezars II. ist vor allem wegen seiner Grausamkeit berühmt geworden und in die Geschichte eingegangen. So berichtet die Bibel, dass er im Jahre 586 vor Christus Jerusalem zerstörte und das Volk der Juden in die "Babylonische Gefangenschaft" verschleppte.

Doch der Herrscher hatte auch eine ganz andere Seite: Er schenkte seiner Frau die hängenden Gärten, weil diese sich stark nach ihrer grünen Heimat sehnte. Sie stammte aus dem Land Medien, das im heutigen Iran liegt.

Die bepflanzten Terrassen Babylons erhielten später den Namen "Hängende Gärten der Semiramis". Diese babylonisch-assyrische Königin war auch unter dem Namen Sammuramat bekannt und lebte erst 300 Jahre nach Nebukadnezar. Die Gärten waren unter ihrer Herrschaft aber wohl besonders prächtig.

Babylon, die schönste Stadt des Altertums mit drei Weltwundern

Babylon lag an den Ufern des Euphrats und war die wohl größte und prächtigste Stadt ihrer Zeit. Neben den hängenden Gärten wurde auch die mächtige Stadtmauer zu den sieben Weltwundern des Altertums gezählt. Doch sie wurde zerstört, anschließend nahm der Pharos-Leuchtturm von Alexandria ihren Platz als Weltwunder ein.

Der sicher auch bemerkenswerte riesige "Turm von Babel", von dem die Bibel erzählt, war schon zerstört, als der Reiseführer zu den sieben Weltwundern geschrieben wurde. Er fiel wahrscheinlich bei einem Angriff des Perserkönigs Xerxes I. um 500 vor Christus. Alexander der Große ließ den Babel-Turm dann völlig abtragen, weil er ihn in neuer Pracht wieder aufzubauen wollte. Dazu kam es aber nicht mehr, da er vorher starb. In den folgenden Jahrhunderten nahmen dann die Bewohner der Umgebung die Ziegesteine, die eigentlich für den Neubau des Turms bestimmt waren, um ihre eigenen Häuser zu bauen. So blieb der Stadt Babylon nur noch ein Weltwunder: die hängenden Gärten.

Terrassen mit tropischen Pflanzen

Die hängenden Gärten der Semiramis wurden als Terrassen-Treppen angelegt. (Quelle: Oppis World)

Die hängenden Gärten lagen mitten in der Stadt Babylon am Fuße des Königspalastes. Sie waren wohl etwa 100 Meter breit und 100 Meter lang. Angelegt waren sie als Stufenterrassen. Man vermutet, dass auf der untersten Ebene eine zweite, kleinere Ebene stand, die etwa fünf Meter hoch war. Auf dieser stand dann eine dritte usw. Insgesamt waren es wohl sieben Terrassen (siehe Bild).

Die Mauern waren sehr stabil gebaut, da sie das Gewicht der Erde und der Pflanzen aushalten mussten. Sie wurden mit Schilf und Asphalt, dann einer doppelten Schicht gebrannter Ziegeln bedeckt. Die Fugen wurden mit Gips ausgegossen. Damit keine Feuchtigkeit in die Mauern gelangen konnte, kam auf die Ziegel eine Schicht aus Blei. Darauf wurden schließlich drei Meter Erde geschüttet. So konnten alle exotischen Pflanzen, sogar große Bäume, hier Wurzeln schlagen.

Die Blumen des Feindes

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Die Soldaten Babylons brachten immer neue, fremde Pflanzen von ihren Feldzügen mit - so hatte der Garten immer wieder etwas Neues zu bieten. Ein sehr gut durchdachtes Bewässerungssystem leitete Wasser von den oberen Terrassen nach unten.

Besonders im Sommer, wenn es in Babylon bis zu 50 Grad Celsius heiß wurde, mussten Sklaven ständig Wasser aus den Brunnen der Stadt in die Bewässerungsgräben nachfüllen. Es gab außerdem einen Brunnen im Inneren der Gewölbe, aus dem Wasser nach oben geschöpft wurde. Nur durch die ständige Bewässerung konnte die Oase mitten in der Wüste erblühen.

Die letzten Herrscher Babylons waren ab 539 vor Christus die Perser und dann ab 331 vor Christus die Griechen. Doch nach dem Tod von Alexander dem Großen brachen Kriege, Plünderungen und Hungersnöte über das babylonische Reich herein. Im 1. Jahrhundert vor Christus eroberten dann die Parther Mesopotamien. Sie zerstörten die Stadt Babylon und die babylonische Kultur endgültig.

Die Zweifel der Wissenschaftler

Ob es die Gärten tatsächlich gab, konnte bis heute nicht bewiesen werden. Der deutsche Archäologe Robert Koldewey entdeckte 1899 unter haushohem Schutt die Überreste eines Brunnens und von Gewölben, die unter den hängenden Gärten gelegen haben könnten.

Aber manchen Forschern reichen die Beweise nicht. Sie haben vor allem deshalb Zweifel, weil keiner der antiken griechischen Geschichtsschreiber die Gärten je mit eigenen Augen gesehen hatte.

Die Hängenden Gärten der Semiramis im Überblick

  • Ort: Babylon (Zweistromland, heute Irak)
  • Entstehungszeit: um 600 vor Christus
  • Bauherr: König Nebukadnezar II. (604 bis 562 vor Christus)
  • Schicksal: mit der Stadt Babylon untergegangen

  • letzte Aktualisierung: 11.03.2010

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