Die Pyramiden von Gizeh

Teil 2 von 8

von Kai Hirschmann

Vor 4.500 Jahren ließ sich der ägyptische Pharao Cheops ein Denkmal für die Ewigkeit bauen: eine riesige Pyramide. Tatsächlich sind die Pyramiden von Gizeh das einzige der sieben antiken Weltwunder, das heute noch steht.

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Die Pyramiden von Gizeh sind in der Geröllwüste um Kairo von Weitem zu sehen (Quelle: Kai Hirschmann)

Es war sehr mühsam und erforderte lange Vorbereitungen, bis die Cheops-Pyramide errichtet werden konnte. Zunächst mussten 4.000 Menschen Straßen vom Fluss Nil zum Pyramidenplatz bauen und den ganzen Grund absolut eben planieren. Erst nach zehn Jahren waren sie damit fertig. Dann konnte es endlich losgehen.

Aus ganz Ägypten wurden Architekten, Steinmetze und Arbeiter angeworben, um für die nächsten 20 Jahre an der Pyramide zu arbeiteten. Sie lebten in einem Arbeiterdorf direkt neben der riesigen Baustelle und bekamen für ihre Arbeit einen guten Lohn. Es waren also keine Sklaven, die die Pyramiden gebaut haben, obwohl das oft behauptet wird.

Bauwerk aus über zwei Millionen Steinblöcken

Im Steinbruch, der viele Kilometer vom Bauplatz entfernt lag, arbeiteten je acht Männer zusammen. Sie schlugen riesige, genau würfelförmige Kalksteinblöcke aus dem Fels. Jeder Würfel wog um die 2.500 Kilogramm (2,5 Tonnen) und war etwa 1,45 Meter hoch, breit und tief. Diese Steine wurden mit Seilen und Hebeln auf einen Schlitten verladen und zum Nilufer gezogen.

Von dort ging es anschließend mit einem ägyptischen Frachtschiff, einer so genannten Barke, weiter. In der Nähe der Baustelle wurden die Blöcke aus der Barke gehoben und erneut auf Schlitten gehievt. Auf diese Weise kamen die tonnenschweren Würfel schließlich in Gizeh an.

Ohne die kleinste Ritze in den Außenmauern

Die Cheops-Pyramide in Gizeh ist eines der beeindruckendsten Bauwerke, die Menschen je erschaffen haben. (Quelle: Kai Hirschmann)

Mit der Zeit ist der Bau immer weiter in die Höhe gewachsen. Die Arbeiter bauten eine schräge Rampe zur oberen Plattform für die Schlitten. Jeder der über zwei Millionen riesigen Steinblöcke wurde dann noch einmal behauen und passte anschließend genau an der vorgesehenen Stelle in die Pyramide.

Ganz oben auf die Spitze ließ der Bauherr einen zehn Meter hohen Stein setzen, den so genannten "Pyramidon". Zum Abschluss wurde die Pyramide noch mit leuchtend weißen, glatten Kalksteinplatten verkleidet. Sie passten ganz genau aneinander - keine Ritze war zu sehen. Wenn man nun vor der Cheops-Pyramide stand, dachte man, sie sei aus einem einzigen riesigen Stein geschaffen. Doch da wäre bei ihren gigantischen Ausmaßen unmöglich: Sie ist so hoch wie ein 50-stöckiger Wolkenkratzer - 147 Meter.

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Die ägyptischen Baumeister haben sehr genau gearbeitet. Die vier Seiten der Pyramide zeigen exakt nach Süden, Westen, Norden und Osten. Die Seiten der Pyramide sind alle gleich lang: 230 Meter.

Der nasenlose Wächter der toten Pharaonen

Der große Sphinx steht direkt neben den Pyramiden von Gizeh (Quelle: Wikipedia)

Ob in der Cheops-Pyramide nach ihrer Fertigstellung tatsächlich einmal ein Pharao beerdigt wurde, ist bis heute unklar. In der Cheops-Pyramide haben Forscher zwar Gänge entdeckt, die ins Innere führen - aber keine Goldschätze oder Sarkophage (Gräber). Nun weiß man nicht, ob sie niemals darin gestanden haben, oder ob Räuber die wertvollen Grabbeigaben vor langer Zeit gestohlen haben.

In Gizeh stehen noch zwei weitere, große Pyramiden: die Chephren-Pyramide und die Mykerinos-Pyramide. Sie wurden kurz nach der Cheops-Pyramide gebaut. Chephren war der Sohn des Pharaos Cheops, Mykerinos sein Enkel.

Neben den Pyramiden von Gizeh steht der große Sphinx.
Er stellt einen sitzenden Löwen mit einem Menschenkopf dar und wurde direkt vor dem Bau der Cheops-Pyramide fertiggestellt.

Er sollte wahrscheinlich die neuen Grabstätten der Pharaonen bewachen. Die Farbe ist schon lange abgeblättert und türkische Truppen schossen die Nase des Sphinx ab, doch er ist immer noch sehr beeindruckend.

Heute, 4.500 Jahre nach dem Bau, stehen die Pyramiden von Gizeh noch immer - als einziges der sieben Weltwunder der Antike. Natürlich ist auch an ihnen die Zeit nicht spurlos vorbei gegangen. Die weiße Außenverkleidung wurde von den Ägyptern abgebaut und zum Bau ihrer Häuser in Kairo verwendet. Auch der zehn Meter hohe Pyramidon ist weg. Trotzdem lassen die Pyramiden von Gizeh noch heute jeden staunen, der vor ihnen steht.

Die Cheops-Pyramide im Überblick

  • Ort: Gizeh bei Kairo (Ägypten)
  • Entstehungszeit: etwa 2590 bis 2470 vor Christus
  • Bauherr: Pharao Cheops von Ägypten
  • Höhe: 146,6 Meter
  • Grundfläche: 230 x 230 Meter
  • Material: etwa 2,3 Millionen Kalksteinblöcke
  • Gewicht: etwa 6.400.000 Tonnen

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