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Wandelndes Blatt

Tarnung ist alles

Teil 60 von 73

von Kai Hirschmann

Manche Insekten sind echte Meister der Tarnung. Wenn man etwa durch die Wälder Südasiens wandert, dann trifft man auf Wandelnde Blätter. Sie sehen tatsächlich so aus wie Laub - und tun alles dafür, dass sie im Baumdickicht nicht auffallen.

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(Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

Der Körper der Insekten ist flach und hat angedeutete Blattadern und einen Stiel wie ein richtiges Blatt. Am Rand kannst du sogar braune Flecken erkennen, wie vertrocknete Stellen von Laub. Selbst die Beine sehen aus wie kleine Blättchen. Die Farbe von wandelnden Blättern kann recht unterschiedlich aussehen. Einige Insekten sind leuchtend grün, andere gelbgrün oder sogar braun. Das hängt von der Unterart ab, aber auch von der Nahrung.

Um die Tarnung vollkommen zu machen, wiegen sich die Wandelnden Blätter im Wind. Tagsüber hocken sie stundenlang fast völlig bewegungslos an ihrem Platz. Erst im Schutz der Dunkelheit werden sie aktiver. Doch selbst dann bewegen sie sich die reinen Pflanzenfresser nur sehr langsam vorwärts. Sie wollen nämlich auf keinen Fall auffallen. Wenn der Zweig, auf dem sie gerade sitzen, stark erschüttert wird, lassen sie sich einfach fallen und verharren einige Minuten regungslos am Boden.

(Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

Wandelnde Blätter leben in Bäumen und Sträuchern lichter Trockenwälder Asiens. Man trifft auf sie in Indien, Thailand, Malaysia, Laos, Vietnam und auf den Seychellen.

Die Männchen der Wandelnden Blätter werden bis zu sechs Zentimeter lang, die Weibchen bis zu zehn Zentimeter. Erwachsene Tiere haben zwar gut ausgebildete Flügel, aber nur die Männchen fliegen manchmal kurze Strecken. Die Weibchen sind zu schwer zum Fliegen.

Vermehrung auch ganz ohne Männchen

(Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

Außer ihrem Aussehen sind Wandelnde Blätter noch aus einem anderen Grund sehr außergewöhnlich: Bei der Fortpflanzung können manche Arten der Wandelnden Blätter offenbar völlig auf Männchen verzichten. Die weiblichen Tiere legen dabei auch ohne Männchen Eier, aus denen nach acht Monaten wieder Weibchen schlüpfen. Auf tausend geborene Weibchen kommt bei diesen Arten gerade mal ein Männchen, das aber nur wenige Wochen überlebt.

Wandelnde Blätter haben übrigens noch ähnlich erstaunlich aussehende Verwandte. Sie gehören nämlich zur Familie der Gespensterschrecken. Unter den mehr als 2.500 verschiedenen Arten gibt es auch Stabschrecken, die wie tote Äste aussehen. Alle Gespensterschrecken ahmen Pflanzen nach. Wenn man sie auf den Tisch setzt, sehen sie ganz schön gruselig aus - oder wie Wesen von einem anderen Stern.

letzte Aktualisierung: 15.08.2009

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Teil 60 von 73

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