Spieletest: Faery - Legends of Avalon

von Thomas Feibel - 21.09.2011

Solo für Rollenspiel: Als daumengroßer Elfenheld flatterst du in Faery durch tolle Fantasy-Welten und kämpfst gegen riesengroße Bösewichte. Bist du bereit für ein abgedrehtes, vollkommen magisches Abenteuer?

Ab durch den Spiegel! Durch die Portale geht deine Reise in die magischen Nachbarländer. (Quelle: Morphicon/Peter Games)

Wer früher Lust auf ein Rollenspiel hatte, machte nicht etwa den Computer an, sondern traf sich mit ein paar Freunden. Pen & Paper wurde das genannt, weil neben einem Würfel nur noch ein Stift und Papier gebraucht wurde. Einer der Rollenspieler machte den Spielleiter- und der erzählte die Story. Die anderen versetzten sich in die Rollen der Helden und Bösewichte. Irgendwann ist das alles dann eingeschlafen, weil sich kaum noch Leute zum Spielen trafen. Dann erschienen erste Rollenspiele für den PC, und plötzlich konntest du dich auch alleine mit dieser Spielegattung beschäftigen.

Mit dem Internet kamen dann die Online-Rollenspiele, die auf einmal wieder das Zusammenspiel mit anderen ermöglichten. Das bekannteste heißt „World Of Warcraft“. Auch hier tauchen die Spieler mit ihrem Avatar in tolle Phantasiewelten ein, lösen Quests und bestehen Abenteuer. Die meisten dieser Online-Welten verlangen allerdings einen monatlichen Beitrag – und oft auch ein Mindestalter, das meistens bei 12 Jahren und aufwärts liegt.

Kein Internet nötig & läuft auch auf älteren Gurken

Diese Schrumpeloma ist ganz sicher nicht die merkwürdigste Person, die du in diesem Spiel treffen wirst. (Quelle: Morphicon/Peter Games)

Wenn du dir die Monatsmiete für Online-Rollenspiele nicht leisten kannst, dann machst du mit „Faery: Legends of Avalon“ einen guten Griff. Das Spiel ist nicht nur vergleichsweise günstig, du kannst es vor allem prima solo spielen. Obwohl es natürlich auch Spaß macht, wenn dir ein Freund dabei über die Schulter schaut. Einen Internetanschluss benötigst du ebenso wenig, wie einen besonders schnellen Rechner.

Denn Feary läuft auch auf älteren Kisten. Und obwohl das Game von der USK ab sechs Jahren freigegeben ist, machen die schrägen und teilweise düsteren Charaktere absolut keinen Babyspiel-Eindruck. Im Gegenteil.

Du machst große Augen und große Ohren

Sturzflug! Zumindest virtuell geht hier der Traum vom Fliegen in Erfüllung. (Quelle: Morphicon/Peter Games)

Das Tolle an diesem Rollenspiel sind die zauberhaften Märchenwelten, die du hier im Elfen-Flug erkundest. Ganz zu Anfang gestaltest du dir deinen Helden. Per bequemer Maus- und Tastatur-Steuerung kannst du als männlicher Held oder als Powerfee durch die Lüfte gleiten. Auch beim Ausgestalten deiner Spielfigur hast du freie Hand: Von Spitzohren bis Flügel wählst du alles ganz nach deinem Geschmack aus.

Fertig modelliert stellst du dich Oberon vor, dem König der magischen Welt. Keine Sorge, trotz seiner riesigen Hörner ist er eigentlich ein ganz netter Kerl. Er erteilt dir den Auftrag herauszufinden, warum die Zauberkraft seines Reiches abnimmt. Zu diesem Zweck sollst du durch die Spiegelportale in die bedrohten Nachbar-Magie-Staaten reisen und dort für Ordnung sorgen. Weil so eine Mission für einen einzigen Elfen von gerade mal fünf Zentimetern Körpergröße kaum zu schaffen ist, besorgst du dir lieber noch zwei Gefährten.

Verschiedene Lösungsmöglichkeiten

Angriff ist die beste Verteidigung. Zumindest wenn es sich um fiese Troll-Zwillinge handelt. (Quelle: Morphicon/Peter Games)

Deine Abenteuerkumpels sind der draufgängerische Elfenkrieger Aziel und der dichtende Troll Bert, der nur in Reimform spricht. Mit diesen Beiden fegst du über die Ausgangsinsel Avalon und sprichst mit deren merkwürdigen Bewohnern, um verschiedene Aufgaben zu meistern. Super ist, dass es dabei immer mehrere Möglichkeiten gibt, den eigentlichen Spielverlauf zu beeinflussen. Um etwa den brummigen Fischer dazu zu bringen, dir eine Muschel zu leihen, musst du ihm zunächst eine bösartige Fee vom Hals schaffen. Wenn du keine Lust auf einen Kampf hast, kannst du ihm die Muschel auch einfach, äh, klauen. Du solltest dich später dann jedoch nicht wundern, wenn dir der Seemann den Fisch verweigert, den du dringend als Ablenkung für eine Möwe benötigst.

Ein pralles Abenteuer voller Action

Ganz recht, dieser Winzling ist ein Faun – halb Mensch, halb Ziege! (Quelle: Morphicon/Peter Games)

Neben diesen amüsanten Quests triffst du immer wieder auf absonderliche Gegner, die du in rundenbasierten Kämpfen besiegst. Unter anderem erwarten dich bösartige Gnome, gepanzerte Riesenkrabben und eine fiese Termitenhorde. Die sind zwar allesamt wesentlich größer als du. Aber mit etwas taktischem Geschick kannst du sie trotzdem gut besiegen. Je nach Erfahrungswert und Ausrüstung bombardierst du deine Widersacher mit Angriffszaubern wie Feuerbällen und Elektroblitzen, bis ihre Lebensanzeige leer ist. Deine eigene Energie und die deiner Partner füllst du mit Tränken auf, die du überall in Schatzkisten findest.

Neben den liebevollen Charakteren und originellen Kreaturen aus der Sagenwelt macht vor allem der gelungene Comicstil eine gute Figur. Schade ist, dass auf eine sprachliche Vertonung komplett verzichtet wurde. Außer ein paar Seufzern im Kampf klingt nur die stimmungsvolle Hintergrundmusik ins Ohr, was – uff! -eine Menge Lesearbeit bedeutet.

Fazit: Das Beste am Spiel sind die vielen Möglichkeiten, den Spielverlauf individuell zu beeinflussen und die Tatsache, dass du dich hier stundenlang in liebevoll gestalteten und abgedrehten Zauberwelten verlieren kannst. Gelungene Mischung aus Abenteuer, kurioser Entdeckungsreise und magischen Kämpfen.

Titel: Faery Legends of Avalon
System: CD-ROM für PC
Hersteller: Morphicon/Peter Games
Preis: ca. 20 Euro

Helles-Köpfchen-Bewertung:
(5 von 5 Sternen)
letzte Aktualisierung: 21.09.2011

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