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Lexikon: Politisch "rechts" / "links"

von Matthias Wetzel

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Die Französische Nationalversammlung: Auf der linken Seite des Parlamentes saßen die Anhänger der Republik, auf den Plätzen rechts dagegen Politiker, die lieber den französischen König behalten wollten. (Quelle: J.M. Moreau Le Jeune)

"Rechts" und "links" sind Begriffe aus dem politischen Sprachgebrauch und bezeichnen Ansichten, die sich am rechten oder linken Rand des politischen Spektrums befinden. Extreme Ausprägungen werden "rechtsradikal" oder "linksradikal" genannt. Die Bezeichnung von politischen Auffassungen als "links" oder "rechts" ist etwa 200 Jahre alt und stammt ursprünglich aus Frankreich. Dort wurde mit der Französischen Revolution 1789 die Nationalversammlung einberufen, die eines der ersten europäischen Parlamente in unserem heutigen Sinne war.

Auf der linken Seite des Parlamentes saßen damals die Anhänger der Republik und Politiker, die dafür kämpften, dass alle Bürger die gleichen Rechte haben sollten. Auf den Plätzen rechts im Parlament saßen dagegen Politiker, die lieber den französischen König behalten wollten und der Meinung waren, dass es gerecht sei, wenn unterschiedliche Menschen auch verschiedene Rechte und Freiheiten hätten. Es dauerte nicht lange und man nannte die jeweiligen Parteien nur noch die "Linken" und die "Rechten".

Auch in vielen anderen Parlamenten setzte sich diese Sitzordnung durch. Seit 1848 sitzen auch in Deutschland die eher konservativen Parteien auf der rechten Seite und die eher sozialen oder sozialistischen Parteien links. Das ist bis heute so und auch bei der Sitzverteilung der Parteien im Deutschen Bundestag zu beobachten - dort sitzt die Linkspartei, die die politische Richtung sogar zu ihrem Namen gemacht hat, links vom Bundestagspräsidium und auf der rechten Seite sitzen die Abgeordneten der FDP.

Obwohl die Einteilung der Parteien in das Schema "Links-Rechts" heutzutage immer schwieriger wird, werden die Begriffe nach wie vor verwendet. Auch Parteien und Menschen, die besonders radikale Ansichten vertreten, werden in dieses Muster eingeordnet. Sie werden als "Extremisten" bezeichnet, weil sie die Regeln, die die Demokratie vorgibt, mehr oder weniger ablehnen. In einigen Fällen sind sie auch zu Gewalt bereit, um gegen ihre Feinde zu kämpfen oder das System des Staats zu verändern. Häufig wird dann von "Linksextremismus" oder "Rechtsextremismus" gesprochen.

Was genau sind denn nun eigentlich die politisch linken oder rechten Überzeugungen? Während für politisch links eingestellte Menschen und Parteien besonders soziale Gerechtigkeit und Gleichheit im Vordergrund steht und sie sich mehr oder weniger stark an den Idealen des Sozialismus (manchmal auch des politischen Anarchismus) orientieren, haben rechte Parteien und rechts eingestellte Menschen ein eher konservatives Weltbild und für sie steht das Wohl der eigenen Nation und ihrer Staatsbürger im Vordergrund. Bei rechtsextremen Gruppen steigert sich dies zu einer fremdenfeindlichen Gesinnung und ihre Anhänger nehmen sich sogar das menschenverachtende Weltbild des Nationalsozialismus und des Faschismus zum Vorbild.

letzte Aktualisierung: 19.08.2017

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