Mähnenwolf

Langbeinige Hunde, die Gemüse mögen

Teil 27 von 73

von Kai Hirschmann

Mähnenwölfe sind irgendwie ganz anders, als man sich Wölfe vorstellt. Sie sehen aus wie große Hunde auf Stelzen, jagen nicht im Rudel und greifen auch in freier Wildbahn keine großen Tiere oder gar Menschen an.

Der zwei Monate alte Mähnenwolf tapst duchs Gras. (Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

Statt dessen fressen sie am liebsten kleine Nagetiere, Vogelküken und Echsen. Aber auch Tomaten und Obst stehen auf ihrem Speiseplan. Vor diesen Wölfen kann man einfach keine Angst haben. Sie sind mit unseren europäischen Wölfen auch nicht näher verwandt.

In ihrer Heimat, also in Brasilien und dem nördlichen Argentinien, durchstreifen die Mähnenwölfe im Passgang - zwei links, zwei rechts - die Pampa. Im hohen Gras sind ihre langen Beine nützlich, da sie so immer den Überblick bewahren. Trotz der langen Beine sind Mähnenwölfe nicht besonders schnell. Deshalb jagen sie auch nur kleine Beutetiere. Während sie mittags am liebsten schlafen, sind sie morgens und abens auf der Pirsch.

Die Ohren gespitzt - da war doch was! (Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

Kurzes Familienglück

Die Wölfe leben zwar ein Jahr lang als Paar zusammen, jagen aber in benachbarten Revieren. Sie bleiben also auch als Familie den Tag über Einzelgänger.

Das Familienglück nach der Geburt von kleinen Wolfswelpen dauert nicht allzu lange. Fünf Monate haben die Kleinen Zeit, von ihren Eltern alles zu lernen, was sie zum Überleben brauchen. Vieles lernen sie nebenbei beim Spielen mit dem Papa.

Dann müssen sie ihre Eltern verlassen, sich ein eigenes Revier suchen und alleine zu Recht kommen. Auch im Zoo ist das nicht anders. Die jungen Mähnenwölfe werden bald an andere Zoos abgegeben, da es sonst zu schlimmen Streitereien kommen würde.

Mähnenwölfe sind wilde Hunde aus Südamerika. (Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

Scheue Wölfe sind bedroht

In Brasilien, Argentinien und Paraguay sind Mähnenwölfe in den letzten Jahren immer seltener geworden. Das liegt vor allem daran, dass sie sehr scheu sind und den Menschen aus dem Weg gehen. Doch die weite Pampa mit ihren unberührten Gras- und Buschlandschaften wird von Menschen immer öfter zu Ackerland oder Viehweiden umfunktioniert. So werden die Mähnenwölfe leider immer weiter zurückgedrängt. Da hilft es ihnen auch wenig, dass sie in Brasilien und Argentinien unter gesetzlichem Schutz stehen. Der Mähnenwolf steht heute auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten.

Die Pflegerin kann sich ohne Gefahr den Wölfen nähern. (Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

Dafür gelingt es dem Frankfurter Zoo seit vielen Jahren, Mähnenwölfe in Gefangenschaft nachzuzüchten. Schon 1967 wurde hier erstmals ein Mähnewolf-Welpe von seiner Mutter aufgezogen. Lobo war der 60. Mähnenwolf, der in Frankfurt geboren wurde. Über die Hälfte haben überlebt - viel mehr als in der freien Natur. So werden die stelzbeinigen Hunde zumindest im Zoo überleben.

letzte Aktualisierung: 28.01.2010

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