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Liszt-Äffchen

Die Punker unter den Affen

Teil 24 von 73

Die Frisur des Lisztäffchens ist schon ganz schön auffällig. Sie haben einen putzigen weißen Schopf auf dem schwarzen Kopf, den sie bei Gefahr aufstellen. Das sieht genauso wild aus wie die Haartracht des berühmten österreichischen Komponisten Franz Liszt.

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Noch nie ist es einem Menschen gelungen, das Liszt-Äffchen morgens beim Haareföhnen und -kämmen zu beobachten. ;) (Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

Das fanden zumindest die Forscher, die das Äffchen zum ersten Mal im südamerikanischen Urwald entdeckten. Und schon hatte der damals noch unbekannte Affe seinen Namen. Wären er erst ein paar Jahrzehnte später entdeckt worden, dann hieße er jetzt vielleicht Punkeräffchen.

Die langen, weißen Haare hängen dem Listäffchen vom Kopf über die Schultern. Der Rücken ist braun, die Arme und Füße sind weiß gefärbt. Der lange Schwanz ist an der Oberseite braun und an der Unterseite schwarz.

Lisztäffchen leben in ihrer Heimat Kolumbien nur am Rande junger, tropischer Wälder im Norden des Landes. Da dort der Urwald aber immer weiter abgeholzt wird, sind sie heute sehr selten geworden und vom Aussterben bedroht.

Obwohl sie streng geschützt sind, werden sie von einigen Menschen auch immer wieder eingefangen, um sie als putzige Haustiere zu halten. Ohne ihre Familie sind sie dort aber sehr unglücklich und sterben meist sehr jung. Im Regenwald können sie dagegen zehn Jahre alt werden.

Die Frisur des österreichischen Komponisten Franz Liszt (1811 - 1886) ähnelt der Haartracht des Äffchens.

Babys nur von der Chefin

Die kleinen Neuweltaffen werden gerade einmal 30 Zentimeter groß und wiegen dann nur 450 Gramm. Lisztäffchen fressen am liebsten Früchte und Samen von den Bäumen. Doch sie sind keine Vegetarier, sondern jagen auch gerne mal Insekten, Vögel, Baumfrösche oder Mäuse. Da sie ihre Bäume nur ungern verlassen, haben sie sogar einen Weg gefunden, den Durst zu stillen, ohne dafür einen Bach oder eine Pfütze aufsuchen zu müssen. Sie lecken einfach Tau- und Regentropfen von den Blättern.

Lisztäffchen sind am Tag aktiv und schlafen nachts in den Bäumen. Sie leben in Gruppen von zwei bis dreizehn Tieren zusammen.

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Dabei bekommt nur das ranghöchste Weibchen Babys. Merkwürdigerweise kommen dann zweimal im Jahr fast immer Zwillinge zur Welt. Bei der Geburt wiegen die gerade einmal 40 Gramm und sind nur vier Zentimeter lang.

Weil der Mensch seinen Lebensraum zerstört, ist das Liszt-Äffchen vom Aussterben bedroht. (Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

Hallo, da bin ich

Die ersten Tage kuscheln sie sich dann in das Fell ihrer Eltern oder Geschwister. Sie sind noch nicht sicher auf den kleinen Beinchen. Außerdem hält sie das Fell warm und sie lernen, wie ihre Familie riecht.

Wenn sie dann nach etwa 20 Tagen ihre ersten eigenen Schritte wagen, dann rufen sie dabei so laut, dass es bestimmt auch jeder ihrer Verwandten mitbekommt.

Die sollen aber nicht stolz auf das Baby sein und es loben, sondern auf es aufpassen. Das kleine Lisztäffchen stellt dadurch sicher, dass es auf jeden Fall Hilfe bekommt, wenn es sie braucht.

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letzte Aktualisierung: 15.08.2009

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