Nebelparder

Der versteckte Jäger

Teil 33 von 73

Nebelparder sind elegante Wildkatzen, die in ganz Asien leben. Ihre Heimat reicht von den Hochwäldern des Himalaya bis zu den morastigen Mangrovenwäldern Sumatras. Doch bekommt kaum ein Mensch sie je zu Gesicht. Denn durch ihr Fell sind die scheuen Baumbewohner perfekt getarnt. Daher wissen wir auch fast nichts über ihr Verhalten in freier Wildbahn.

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(Quelle: Dr. Christian Schmidt (Zoo Frankfurt))

Nebelparder gehören zu den Großkatzen und werden etwa so groß wie Schäferhunde. Sie verbringen die meiste Zeit ihres Lebens auf Bäumen. Denn trotz ihres Gewichtes von bis zu 20 Kilogramm können sie dank ihrer sehr langen Krallen und ihrer kräftigen Beine hervorragend klettern.

Einen Baumstamm steigen die Katzen sogar ohne Weiteres kopfüber senkrecht hinunter. Und sie springen bis zu fünf Meter von einem Baum zum nächsten. Ihr langer Schwanz dient ihnen dabei zum Balancieren. Auf den Boden kommen die Einzelgänger dagegen eher selten.

Immer in Deckung

Nebelparder sind bei ihrer Beute nicht sehr wählerisch. Wenn sie in der Morgen- oder Abenddämmerung auf die Jagd gehen, erbeuten sie Vögel, Hörnchen, Wildschweine, kleine Hirsche und Affen. Sogar junge Orang-Utans sind vor den Raubkatzen nicht sicher.

Dabei schleichen sich Nebelparder entweder leise an ihre Beute an oder lauern ihr auf einem Ast sitzend auf. Dann springen sie sie aus dem Hinterhalt völlig überraschend an. Zum Reißen seiner Beute, die oft größer als der Nebelparder ist, hat er sehr lange, dolchartige Eckzähne.

Gefahr Mensch

Die Großkatze hat nicht viele Feinde zu fürchten - außer dem Menschen. Überall, wo er lebt, wird der Nebelparder von Menschen gejagt. Auch wenn er heute längst unter Artenschutz steht und die Jagd streng verboten, kümmert das die Jäger kaum. Denn in vielen ostasiatischen Ländern wird die Einhaltung der Naturschutzgesetze viel zu wenig überwacht.

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(Quelle: Kai Hirschmann (Helles Köpfchen))

So landen die schönen Felle der Nebelparder immer noch auf dem Pelzmarkt, die Zähne werden als Glücksbringer verkauft und die geriebenen Knochen als Wundermittel. Für manche Menschen in Thailand und China gilt das Fleisch des Nebelparders außerdem als Delikatesse. Da für tote Nebelparder viel Geld gezahlt wird, werden die eleganten Katzen wohl auch weiter gejagt werden.

Doch die Jagd ist nicht das größte Problem der Nebelparder. Denn sie verstecken sich so gut hoch oben in den Bäumen, dass sie meist gar nicht entdeckt werden. Die größte Bedrohung für die Raubkatzen ist die Abholzung des Regenwaldes. In rasantem Tempo werden jedes Jahr riesige Waldflächen in Südostasien gerodet. Dabei wird Holz gewonnen und Platz für Siedlungen, Verkehr und Industrie geschaffen. Uralte Wälder, die der Lebensraum des Nebelparders und vieler anderer Tiere waren, gehen so für immer verloren.

Beobachtung fast nur im Zoo möglich

In manchen Ländern galt der Nebelparder schon mal für 20 Jahre als verschollen, ehe er wieder gesichtet wurde. Er hatte sich einfach sehr erfolgreich vor den Menschen versteckt. Um mehr über diese schöne Wildkatze zu erfahren, können Wissenschaftler sie fast nur im Zoo beobachten.

Dabei achten moderne Zoos heute darauf, dass die Großkatzen sehr scheu sind und unbedingt Rückzugsmöglichkeiten brauchen. So musst du als Besucher im neu eröffneten Katzendschungel des Frankfurter Zoos manchmal Geduld haben und etwas warten, bis sich die Nebelparder zeigen. Im dichten Dschungel des nachgebauten Regenwaldbaums musst du außerdem erst mal suchen, bis du die gut getarnten Großkatzen entdeckst. Aber das ist spannend.

Du wirst sicher auch schnell bemerken, dass Nebelparder-Anlagen im Zoo immer aus mehreren Gehegen bestehen, die miteinander verbunden sind. Das hat einen einfachen Grund: Wenn die Männchen alleine sein wollen, dann beißen sie ihre Weibchen. Die müssen sich dann schnell zurückziehen können, um nicht verletzt zu werden. Nach ein paar Tagen vertragen sich die beiden dann wieder und können wieder gemeinsam durch das große Gehege streifen - und vielleicht bald für Nachwuchs sorgen.

letzte Aktualisierung: 11.03.2010

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