J8-Tagebuch: Der zehnte Tag

Der Höhepunkt: Janusch trifft die mächtigsten Staats-Chefs der Welt

Teil 10 von 11

von Janusch Krasberg - 16.07.2006

Heute war der große Tag: Unser Treffen mit den Chefs der acht wirtschaftlich stärksten Staaten der Erde stand an. Aus jedem dieser acht Länder durfte nur ein Jugendlicher am G8-Gipfel teilnehmen. Meine deutschen Team-Mitglieder haben mich gewählt, damit ich unsere Forderungen an hohe Politiker wie Angela Merkel, George W. Bush, Tony Blair und Wladimir Putin übergebe. Natürlich habe mich sehr über die Wahl gefreut.

Janusch spricht während des Gipfels vertraulich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. (Quelle: Unicef)

Die anderen jugendlichen Delegierten des J8-Treffens konnten die Diskussions-Runde mit den Politikern live im Fernsehen verfolgen. Bei der anschließenden Pressekonferenz durften dann alle 64 J8-Teilnehmer mit dabei sein. Noch gestern Abend haben die sieben Vertreter der anderen Länder und ich uns getroffen, um unseren Auftritt beim G8-Gipfel vorzubereiten. Wir haben ausgearbeitet, wie wir den Regierungs-Chefs am besten die wichtigsten Punkte unserer Abschluss-Erklärung (des "Communiqués") vorstellen.

Als wir heute Morgen im Konstantin-Palast, wo der G8-Gipfel stattfindet, ankamen, waren wir alle total aufgeregt. Auf einmal haben wir einen Konvoi von etwa 30 Golf-Caddies ankommen sehen, in denen alle Staats-Chefs samt ihrer Mitarbeiter saßen. Als erstes habe ich dem japanischen Premierminister, Junichiro Koizumi, die Hand geschüttelt. Direkt hinter ihm stand US-Präsident George W. Bush, der mich den Worten begrüßte: "Hey, how are you? Glad to see you!" (Hallo, wie geht's dir? Freue mich, dich zu sehen). Es war wie im Film. Man sieht diese Menschen jeden Tag im Fernsehen. Man weiß, was sie jeden Tag bewirken und nun sitze ich plötzlich neben ihnen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl!

Kostenlose Medikamente und Schulbildung für alle

Im Konstantin-Palast haben die mächtigsten Staats-Chefs der Erde beim G8-Gipfel getagt - und acht Jugendliche mit ihnen. (Quelle: Unicef)

Der Reihe nach hat jeder der jungen Delegierten einige Forderungen vorgetragen. Wir fordern zum Beispiel, dass jedes Kind Zugang zu kostenloser und qualitativ hochwertiger Bildung bekommt. Was das Thema Energie-Sicherheit betrifft, so haben wir die Staats-Chefs daran erinnert, dass das Kyoto-Protokoll von allen Staaten eingehalten wird. Wir haben auch über HIV und Aids sowie andere Infektions-Krankheiten gesprochen.

Für alle Infizierten soll es kostenlose Medikamente geben. Wir fordern, dass die Forschung an diesen Krankheiten von Staaten finanziell unterstützt wird und kostenlose Moskito-Netze gegen die Malaria-Mücke bereitgestellt werden. Außerdem fordern wir, dass die "Konvention über die Rechte des Kindes" von allen Staaten unterzeichnet wird (Anmerkung der Redaktion: derzeit gelten diese Kinderrechte in allen Ländern der Welt, außer in den USA und in Somalia). Und schließlich soll Toleranz als Schulfach überall auf der Welt eingeführt werden.

Mit Merkel über nächsten Gipfel verhandelt

Janusch will später Journalist werden. Doch bei der Pressekonferenz nach dem Treffen mit Merkel und Co. war er selber einer der Hauptdarsteller. (Quelle: Unicef)

Mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ich mich über den nächsten G8-Gipfel, der im nächsten Jahr in Heiligendamm in Deutschland stattfinden wird, unterhalten. Sie hat uns versprochen, dass gleichzeitig wieder ein internationales Treffen für junge Leute organisiert wird.

Was mich am meisten beeindruckt hat, ist, dass alle Staats-Chefs uns zugehört und unsere Ideen im Communiqué gelesen haben. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass uns die Staats- und Regierungs-Chefs der acht wirtschaftlich stärksten Länder der Erde ernst nehmen. Die Erlebnisse waren ein absolutes Highlight. Diesen Tag werde ich nicht so schnell vergessen!


letzte Aktualisierung: 31.10.2009

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